Thüringens höfische Vielfalt könnte Welterbe werden. Der Freistaat strebt mit seiner Kulturlandschaft der Residenzen eine Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste an. Die erste Hürde ist die Aufnahme in die deutsche Vorschlagsliste, die sogenannte Tentativliste. In den vergangenen Monaten hat die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten im Auftrag des Landes und in enger Abstimmung mit dem Thüringer Landeskonservator den Antrag dafür erarbeitet. Ende Oktober will die Landesregierung ihn bei der Kulturministerkonferenz einreichen. Dann beginnt ein Evaluierungsprozess, an dessen Ende eine neue Tentativliste der Länder steht. Ab 2025 wird die Bundesrepublik Deutschland jedes Jahr ein Vorschlag aus dieser Liste dem Welterbekomitee in Paris vorlegen.

Kulturminister Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff dankt der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, insbesondere den beiden Bearbeiterinnen Dr. Astrid Ackermann und Claudia Schönfeld für die geleistete Arbeit und erklärt: „Mit dem Antrag für die deutsche Tentativliste für die Einschreibung in das UNESCO-Welterbe zeigen wir, dass unsere Thüringer Kulturschätze nicht nur in Deutschland einzigartig sind, sondern auch als Erbe der Menschheit Aufmerksamkeit verdienen. Die Thüringer Residenzkultur ist in ihrer Dichte und Vielfalt herausragend. Thüringen verfügt mit seinen Schlössern, Burgen und Residenzen über ein besonderes kulturhistorisches Erbe. Mit dem Sonderinvestitionsprogramm I haben wir zusammen mit dem Bund einen Sanierungsschub auf den Weg gebracht, der dieses Erbe sichert und bewahrt.“

Im Mittelpunkt des Antrags stehen neun bis 1918 über Jahrhunderte als Regierungssitze genutzte Residenzschlösser verschiedener Dynastien in acht Residenzstädten. Ihre Dichte ist weltweit einzigartig. Nirgendwo sonst gibt es eine polyzentrale Residenzenlandschaft auf so engem Raum, die sich in vergleichbarer Kontinuität erhalten hat. Die strukturelle und funktionale Kontinuität ist an den Bauwerken bis heute ablesbar. Charakteristisch ist die selbstbewusste Integration von Altem in die Erneuerung und Erweiterung der Residenzen. Mittelalterliche Türme, Renaissancebauten, barocke Repräsentationsarchitektur und der Historismus des 19. Jahrhunderts fügen sich zu Bildern gebauter Geschichte. Sie drückten das Alter der Dynastien aus und unterstrichen damit ein wichtiges Argument für die Legitimation fürstlicher Herrschaftsansprüche. Und sie machen den von der Welterbe-Konvention geforderten „außerordentlichen universellen Wert“ (outstanding universal value) aus.

Diese Residenzen bilden den Kern des Antrags: Schloss Heidecksburg in Rudolstadt (Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt), Schloss Sondershausen (Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen), das Obere Schloss und das direkt benachbarte Untere Schloss in Greiz (Fürsten Reuß Älterer Linie), das Residenzschloss Weimar (Herzöge von Sachsen-Weimar-Eisenach), das Residenzschloss Altenburg (Herzöge von Sachsen-Altenburg), Schloss Friedenstein in Gotha (Herzöge von Sachsen-Gotha), Schloss Elisabethenburg in Meiningen (Herzöge von Sachsen-Meiningen) sowie das seit 1920 zu Bayern gehörende Schloss Ehrenburg in Coburg (Herzöge von Sachsen-Coburg).

Die Ursachen für die Entstehung des Thüringer Alleinstellungsmerkmals liegen im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Dessen Struktur war von einer engen Verflechtung kleinteiliger Herrschaftsgebiete zahlreicher Dynastien und ihrer Nebenlinien mit jeweils eigenen Residenzen geprägt. Diese mindermächtigen Territorien waren allein militärisch kaum schlagkräftig. Sie konkurrierten vor allem auf kulturellem Gebiet und brachten dabei eine große Vielfalt hervor. Das Ende des Reichs nach dem Reichsdeputationshauptschluss 1803, die napoleonische Zeit und der Wiener Kongress führten fast überall in Deutschland zur Bildung größerer zentralisierter Staatswesen. Nur in Thüringen blieb die Kleinteiligkeit erhalten, die auch durch die Reichsgründung 1871 nicht angetastet wurde.

„Die Bewerbung um das UNESCO-Welterbe ist keineswegs ein Selbstläufer“, erläutert Dr. Doris Fischer, Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. „Deutschland ist auf der Welterbeliste bereits umfangreich vertreten, es steht in der Rangliste an dritter Stelle. Außerdem sind Schlösser sehr stark repräsentiert. Das Pfund, mit dem wir dennoch wuchern können, ist das dichte Netzwerk der fürstlichen Regierungssitze mit außerordentlich großem Originalbestand. Das wollen wir ins Schaufenster stellen. Zu diesen Flaggschiffen gehört jeweils ein Netz von Nebenresidenzen, Jagdschlössern und Sommersitzen, die auf die Hauptresidenzen bezogen sind. Auch sie werden profitieren, wenn die Aufnahme ins Welterbe gelingt.“

Für Zuversicht sorgt das positive Votum eines Expertenkreises, der die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten bei der Erarbeitung beriet und auch den weiteren Prozess begleiten wird. Ihm gehören neben Landeskonservator Holger Reinhardt Welterbe-Experten, Historiker und Kunsthistoriker an.

In den kommenden Jahren werden die Thüringer Staatskanzlei und die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten gemeinsam mit den Kommunen einen Kommunikations- und Partizipationsprozess durchlaufen, der die weitere Erarbeitung des Welterbeantrags für die internationale Bewerbung transparent begleiten wird.

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Eine Doppelveranstaltung zum Ende der BUGA-Saison am kommenden Freitag in der Erfurter Peterskirche – um 17 Uhr stellt Dr. Rainer Müller vom Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege die Frage, ob die Peterskirche als Königskirche konzipiert war. Der Vortrag ist eine Wiederholung der gut nachgefragten Veranstaltung Anfang September. Im Rahmen der Vortragsreihe der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten widmet er sich der Frage, warum es schon bald nach Baubeginn zu grundlegenden Veränderungen am ursprünglichen Bauplan kam und eine viertürmige Basilika von imperialer Erscheinung entstand.

Direkt im Anschluss um 18 Uhr gibt es ein BUGA-Resümee in der Veranstaltungsreihe „Das Erfurter Blaue Sofa“. Mit Moderatorin Blanka Weber diskutieren Kathrin Weiß, Geschäftsführerin der Bundesgartenschau Erfurt 2021, Dr. Doris Fischer, Direktorin Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Dr.Ulrike Lorenz, Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar und Marion Müller, Kirche auf der BUGA 21. Es geht um die Frage: Welche Ideen, Erfahrungen, Themen und neue Aufgeben nehmen wir aus dem BUGA-Jahr mit in Gärten, Parks, Museen, Kirche und Gesellschaft?

Die Peterskirche liegt im BUGA-Areal des Petersbergs. Für den Zugang wird deshalb ein gültiges BUGA-Ticket benötigt (ab 16 Uhr Feierabendtarif). Kontaktdaten werden erfasst. Die Teilnehmerzahl ist auf 60 Personen begrenzt. Der Zugang erfolgt an der Nordseite, gegenüber der Defensionskaserne.

Vortrag
Dr. Rainer Müller (Thüringisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie): „Die Erfurter Peterskirche – eine Königskirche?“
Freitag, 8. Oktober, 17 Uhr, Erfurt, Peterskirche

 

Podiumsdiskussion zum BUGA-Resümee
mit Kathrin Weiß, Geschäftsführerin der Bundesgartenschau Erfurt 2021, Dr. Doris Fischer, Direktorin Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Dr.Ulrike Lorenz, Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar und Marion Müller, Kirche auf der BUGA 21
Moderation: Blanka Weber
Freitag, 8. Oktober, 18 Uhr, Erfurt, Peterskirche

Dach, Fassade, zuletzt die Fenster – das Brunnenhaus im Garten von Schloss Bertholdsburg ist von außen fertig saniert. Die Kosten von 328.000 Euro wurden mit 264.000 Euro durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz gefördert. Darin enthalten ist eine großzügige Privatspende in Höhe von 250.000 Euro. Den Rest trug die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten als Bauherrin selbst.

Nun stehen noch die Wiederherstellung des Innenraums, eine neue Außentreppe und die Neugestaltung des unmittelbaren Umfelds dieses einzigartigen Kleinods an. Die Vorplanung ist bereits erstellt, jedoch ist die Finanzierung noch nicht gesichert.

Die 2019 begonnenen Maßnahmen konzentrierten sich zunächst auf das Dach und die ins Wanken geratene Statik. Der turmartige sechseckige Pavillon steht auf sechs Ecksäulen, die stabilisiert und in einem Fall aufwendig neu gegründet werden mussten. Dabei durfte die Funktionsfähigkeit des namensgebenden Brunnens nicht beeinträchtigt werden, den die Säulen umgeben. Auch im Gewölbe über dem offenen Brunnenraum musste mit Vernadelungen und einem von oben aufgelegten Gitter für Festigkeit gesorgt werden. Die Dachkonstruktion wurde im Bestand saniert, teils auch erneuert. Für die neue Dachdeckung kamen eigens produzierte Dachziegel zum Einsatz. Die kleinformatigen Ziegel entsprechen dem Befund auf historischen Fotos und Originalfunden im Dachraum und werden nur noch von wenigen Herstellern nach Musterkatalogen des 19. Jahrhunderts angeboten.

Mit Aufwand und Liebe zum Detail widmeten sich auch die Steinrestauratoren dem Gebäude. Die Sandsteinoberflächen wurden gereinigt und gefestigt, sie kommen nun wieder in ihrer Materialqualität zur Geltung. Abschließend wurden – mit leichter coronabedingter Verzögerung – die Fenster eingebaut.

Die Außenwirkung der Gartenarchitektur ist damit ihrem besonderen Wert entsprechend wiederhergestellt. Im nächsten Schritt soll die kleine Stube über dem Brunnengewölbe wieder eine Dielung erhalten, und die Wandflächen sind zu restaurieren. Damit der Raum künftig zugänglich ist, wird eine neue Treppe benötigt. Die bisherige Treppe stammte aus dem 20. Jahrhundert und war marode. Mangels historischer Quellen wird nun eine dezente moderne Zutat angestrebt. Auch im unmittelbaren Umfeld sind noch Veränderungen geplant – damit das Brunnenhaus als Teil des Gartens wieder besser zur Geltung kommt, soll das Bodenniveau dem historischen Zustand angenähert werden. Auch die Freitreppe zum Schloss wird so verändert, dass sie nicht mehr unmittelbar am Brunnenhaus angrenzt.

Das Brunnenhaus entstand im Zusammenhang mit dem Umbau der mittelalterlichen Bertholdsburg zum Renaissanceschloss im 16. Jahrhundert. Es spielte eine zentrale Rolle in der damaligen Gartenanlage, diente dem komfortablen Aufenhalt an erhöhter Position mit Überblick über die kunstvoll kombinierten Blumenbeete und Nutzpflanzen. Das Brunnenhaus verbindet die Funktion des Gartenaltans mit dem aus dem Mittelalter tradierten Motiv der Brunnenumbauung.

Für das Brunnenhaus von Schloss Bertholdsburg gibt es kaum Vergleichsbeispiele. Das ist nicht zuletzt dem Verlust vieler Gartenarchitekturen der Renaissancezeit in Europa zuzuschreiben, die späteren Gartengestaltungen weichen mussten oder schlicht verfielen. Doch auch zu seiner Entstehungszeit war das Schleusinger Brunnenhaus etwas Besonderes. Es steht in engem Zusammenhang mit der Gründungssage der Hennebergischen Residenz am Zusammenfluss dreier Quellen: Die Tochter der die Quellen der Flüsse Erle, Nahe und Schleuse behütenden Wassernixe soll verzaubert und von einem dort jagenden Grafen erlöst worden sein. Die Zauberformel „Sie liebe und siege“ nutzte der junge Ehemann für die von ihm in der Nähe der Quellgrotte gegründete Stadt, die er nach den Anfangsbuchstaben der Zauberformel „SLUS“ Schleusingen genannt habe.

Eine erste wichtige Etappe der umfangreichen Sanierungsmaßnahmen an Schloss Friedenstein in Gotha ist abgeschlossen – nach zweieinhalb Jahren Bauzeit ist das Dach des Westflügels saniert. Gut 6 Millionen Euro haben die Arbeiten gekostet. Derzeit wird an dem etwas später begonnenen neuen Treppenhaus am Übergang zum Westturm gebaut. Es soll im Herbst 2022 fertig sein und kostet rund 4 Millionen Euro.

Sparren für Sparren hatten sich Zimmerleute seit Frühjahr 2019 von Norden nach Süden durch die Dachkonstruktion gearbeitet. Auch in die Deckenkonstruktion über dem zweiten Obergeschoss mussten sie immer wieder eingreifen. Marode Teile wurden erneuert, intakte historische Substanz blieb erhalten und wurde stabilisiert. 127 Kubikmeter Holz wurden dabei verbaut. Das sind etwa zwei Kilometer Dachbalken. Auch die 22 Dachgaupen kamen in die Kur.

Nach Abschluss der Nordhälfte begannen die Dachdecker mit ihrer Arbeit und folgten den Zimmerern nach. 2100 Quadratmeter Dach mussten verschalt und mit Schiefertafeln gedeckt werden. Ungefähr 65 Tonnen Schiefer waren dafür nötig. Die Tafelgrößen beginnen im Traufbereich mit Kantenlängen von bis zu 40 Zentimetern und werden zum First hin kleiner. Für die Entwässerung sorgen 200 Meter Dachrinne und 175 Meter Fallrohr. In dieser Woche werden die letzten Quadratmeter Dach gedeckt.

Die beiden Baustellen am Westflügel sind eng miteinander verzahnt. Die Arbeiten am Treppenhaus, das bis ins Dachgeschoss führen wird, mussten exakt mit den Zimmermannsarbeiten koordiniert werden. Das neue Treppenhaus am südlichen Rand des Westflügels, am Übergang zum Westturm, schließt in Ergänzung zur 2012 fertiggestellten Herzogstreppe den Rundgang durch das Schloss und erfüllt aktuelle Anforderungen des Brandschutzes. Auch ein Aufzug wird dort eingebaut, ein entscheidender Baustein zum Abbau von Barrieren im Schloss und für museale Transporte. Die Treppe hat inzwischen das zweite Obergeschoss erreicht. An den derzeitigen Rohbau schließt sich der Innenausbau einschließlich Aufzugsanlage und Besuchertoiletten an. Vom neuen Treppenhaus profitiert auch die Nutzbarkeit des Ekhof-Theaters.

Am 30. September um 18 Uhr lädt die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten zu Vortrag und Gespräch über ein neues digitales Vermittlungs-format für Schloss Schwarzburg ein. Dr. Marta Doehler-Behzadi und Ulrike Rothe von der IBA Thüringen stellen zusammen mit Fabian Schludi von der Agentur C4 Berlin das Konzept für ein neues digitales Vermittlungsformat vor, das als „digitales Gästebuch“ im nächsten Jahr den Denkort der Demokratie auf Schloss Schwarzburg komplettieren soll.

Die Veranstaltung ist Teil der Vortragsreihe „Schloss Schwarzburg – Denkort der deutschen Geschichte“ und findet im Emporensaal im Schloss-Hauptgebäude statt.

Der Eintritt ist frei, eine Voranmeldung über die Museumskasse im Torhaus ist erforderlich (T: 03 67 30 – 39 96 30). Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Es gelten die zum Zeitpunkt der Veranstaltung gültigen Hygienevorschriften. Der Zugang erfolgt über das nördliche Treppenhaus.

 

Vortrag und Gespräch

Digitales Gästebuch – Spuren- und Zeitenlese

Nationales Projekt des Städtebaus / IBA-Projekt „Schloss Schwarzburg – Denkort der Demokratie“

Donnerstag, 30. September 2021, 18 Uhr, Schwarzburg, Schloss-Hauptgebäude

 

Veranstaltungen | Schloss Schwarzburg

 

Abbildung: Emporensaal, Schloss Schwarzburg, Hauptgebäude, Foto: IBA Thüringen, Thomas Müller

Auf Schloss Friedenstein restauriert die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten in den nächsten Monaten den Parkettboden des Vorgemachs der Herzogin im Nordflügel, besser bekannt als „Hochzeitszimmer“. Währenddessen ist der Raum nicht zu besichtigen, auch Veranstaltungen sind dort bis zum Frühjahr 2022 nicht möglich.

Die intensive Nutzung der letzten Jahrzehnte hat den historischen Parkettbelag stark beansprucht. Abrieb, Ausbrüche, gelöste Furnierteile und vieles mehr haben zu einer Vielzahl von Schäden geführt. Nun ist eine umfassende Restaurierung des aus dem 18. Jahrhundert stammenden Parketts dringend nötig. Die Kosten belaufen sich auf 36.000 Euro. Die Kulturstiftung Gotha fördert die Maßnahme mit 29.000 Euro.

Dazu muss etwa die Hälfte der 124 Parketttafeln ausgebaut und in einer Werkstatt bearbeitet werden. Der Rest wird vor Ort behandelt. Maxime ist dabei, möglichst viel Substanz zu erhalten und wieder zur Wirkung zu bringen. Dafür werden beispielsweise auch über Jahrzehnte aufgetragene Bohnerwachsschichten entfernt. Für die Reparaturen am Holz haben die Restauratoren einen detaillierten Plan erstellt, damit es zügig vorangehen kann. Bearbeitet wird währenddessen auch der Untergrund des Parketts, ein roher Dielenboden. Auch er war Überlastungen ausgesetzt und wird stabilisiert und repariert, damit er das Parkett wieder zuverlässig trägt.

Abbildung: Vorgemach der Herzogin im Nordflügel von Schloss Friedenstein, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Constantin Beyer

 

Auf dem Erfurter Blauen Sofa in der Peterskirche nehmen am 24. September um 18 Uhr Dr. Albrecht Schödl und Georgij Gonsales Platz. Mit Moderatorin Blanka Weber sprechen sie über Judentum und Christentum, über Klostergärten, jüdische Rituale und ein geistliches Miteinander.

Schödl ist christlicher Theologe und Pfarrer des Klosters Volkenroda. Gonsales ist Lokführer und Weltenbummler. Wenn er nicht selbst die Feiern zum Schabbat in kleinen jüdischen Gemeinden hält, steht er Rede und Antwort und erzählt über seine Religion, das Ankommen und Bleiben in Deutschland.

Aufgrund der Corona-Auflagen können nur 60 Personen an der Veranstaltung teilnehmen. Für den Zugang zur Peterskirche wird ein gültiges BUGA-Ticket benötigt.

 

Das Erfurter Blaue Sofa

24. September 2021, 18 Uhr

Erfurt, Klosterkirche St. Peter und Paul, Eingang Nordseite

Am 20. September warten rund um die Klosterruine Paulinzella das Thüringer Landesmuseum Heidecksburg, ThüringenForst und die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten mit einem gemeinsamen Feiertagsprogramm für Kinder und Familien auf. Von 11 bis 16 Uhr gibt es auf dem Klosterareal Mitmachstationen zum Kräutergarten, zum Gestalten mit Naturmaterial (z.B. Schwarznüsse sägen), zum Bestimmen von Pilzen und zur Herstellung von Papier. Um 11.30 Uhr und 14.30 Uhr werden familiengerechte Führungen zur Klosterruine angeboten. Außerdem stehen Spiele bereit, es warten Bratwurst, Eis und Kuchen. Die Ausstellungen im Jagdschloss und im Amtshaus sind geöffnet. Der Eintritt und die Mitmachangebote sind an diesem Tag für Kinder und ihre Begleitpersonen frei. Das gilt auch für Schloss Heidecksburg in Rudolstadt, die Fürstlichen Erlebniswelten Schloss Schwarzburg und das Fröbel-Museum Bad Blankenburg.

Die Veranstaltung ist Teil des Programms des thüringenweiten Schlösserkindertags. www.schatzkammer-thueringen.de/schloesserkindertag/

Ein großer Publikumserfolg ist die Ausstellung „Paradiesgärten – Gartenparadiese“ in der Erfurter Peterskirche. Fast eine Viertelmillion Besucher hat den Hauptbeitrag der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten zur Bundesgartenschau Erfurt 2021 bereits gesehen. Sie läuft noch bis zum 10. Oktober.

„Wir sind überwältigt von dem großen Interesse und den vielen Rückmeldungen, die wir von den Gästen bekommen“, sagt Dr. Doris Fischer, Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. „Unser Ziel, mit der Ausstellung tiefgründige Information und emotionales Erlebnis zu verknüpfen, haben wir offensichtlich erreicht. Bei allem Andrang herrscht in der Kirche immer andächtige Ruhe.“

Die Ausstellung schlägt den Bogen von der Klosterkultur des Mittelalters zur Gartenkunst der höfischen Epoche. Im Mittelpunkt stehen neben dem früheren Peterskloster elf Gartendenkmale der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, die europäische Entwicklungen von der Renaissance bis ins 19. Jahrhundert widerspiegeln. Die Ausstellung fügt sich kongenial in den ehemaligen Sakralraum ein und entführt zugleich mit einer atmosphärischen und multimedialen Inszenierung in das Reich der Gartenkunst. Licht und Klang, Schatten und Stille spielen dabei eine große Rolle.

5 Millionen Euro hatte die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten seit 2018 in die Peterskirche als das Juwel des BUGA-Areals Petersberg investiert. Der größte Teil davon floss in die Restaurierung der Sandsteinfassaden und die Herstellung des Innenraums. Parallel zu den Bauarbeiten wurde die Ausstellung erarbeitet.

Abbildung: „Paradiesgärten – Gartenparadiese“ in der Erfurter Peterskirche, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Philipp Hort

Eine Spende in Höhe von gut 8.000 Euro hat der Förderverein Alten-stein Glücksbrunn an die Stiftung Thüringer Schlösser übergeben. Der Betrag ist für die Wiederherstellung der Greifenbank im Schlosspark Altenstein bestimmt. Insgesamt hat der Verein damit bereits mehr als 40.000 Euro Spenden für das Projekt gesammelt.

„Wir freuen uns sehr, dass der Förderverein die Greifenbank zu einem Herzensprojekt gemacht hat“, bedankte sich Dr. Doris Fischer, Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, beim Vereinsvorsitzenden Horst Weinberg, der oft selbst vor Ort Spenden sammelt. „Mit so großen Spendenschritten werden wir hoffentlich im nächsten Jahr an die Umsetzung gehen können.“

Auf rund 95.000 Euro hat die Stiftung das handwerklich anspruchsvolle Projekt kalkuliert. Parallel zum Förderverein wirbt auch die Stiftung Bürger für Thüringer Schlösser und Burgen um Spenden für die Greifenbank und hat mit der Sparkassenstiftung für die Wartburg-Region die Verdoppelung ihres Spendenziels von 10.000 Euro vereinbart.

Die Greifenbank ist Teil einer der zahlreichen historischen Parkszenerien im Schlosspark Altenstein. Am Fuß des Blumenkorbfelsens aufgestellt, erinnerte Herzog Georg I. von Sachsen-Meiningen mit der halbrunden Steinbank und einer Porträtbüste an seine Mutter Charlotte Amalie.

 

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Vereinsvorsitzender Horst Weinberg übergibt eine Spende von gut 8.000 Euro an Dr. Doris Fischer, Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Anke Pennekamp