Auf Schloss Wilhelmsburg in Schmalkalden laufen derzeit die Vorbereitungen für die Sanierung von fast einem halben Kilometer Stützmauern im Rahmen des Sonderinvestitionsprogramms I (SIP I) der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. Ein Planerteam mit Steinrestauratoren, Statikern und Bauforscherinnen hat sich der nicht alltäglichen Sanierungsmaßnahme angenommen. In den letzten Monaten haben die Experten hunderte Meter Mauerwerk, den Aufbau der Mauern, die Beschaffenheit der Steine und des verbindenden Mörtels genau untersucht und Schäden kartiert. Die Vorplanung ist bereits erarbeitet, ein entscheidender Schritt des mehrstufigen Planungs- und Genehmigungsverfahrens.

Das an der höchsten Stelle über zwölf Meter hohe Mauerwerk umfasst als Stützmauern die Anlage des Renaissanceschlosses, das als Nebenresidenz der Landgrafen von Hessen-Kassel errichtet wurde. Die schützenden und die Schlossterrassen stützenden Mauern sind seit ihrer Errichtung vor 400 Jahren Wind und Wetter ausgesetzt. Feuchtigkeit, die Witterung und das Alter hinterließen starke Schäden.

Neben der Stützmauersanierung gehört auch die Dachsanierung am Südflügel von Schloss Wilhelmsburg zu den Projekten des SIP I. Für die beiden Projekte stehen im Rahmen des Programms zusammen 11,7 Millionen Euro zur Verfügung.

Das Sonderinvestitionsprogramm I der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten hat ein Volumen von insgesamt 200 Millionen Euro, mit dem insgesamt 23 Sanierungsprojekte an Kulturdenkmalen in ganz Thüringen umgesetzt werden sollen. Finanziert wird das Programm jeweils zur Hälfte vom Bund und vom Land Thüringen.

 

Abbildung: Schloss Wilhelmsburg mit den Stützmauern, die die Anlage umgeben, Foto: Schatzkammer Thüringen, Philipp Hort

Auf Schloss Schwarzburg sind in dieser Woche zehn Jugendliche im Alter von 13 bis 16 Jahren auf Spurensuche im Denkmal und seiner Geschichte. In Kooperation mit der Volkshochschule Weimar hat die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) zu einer Jugendfreizeit in das Hauptgebäude von Schloss Schwarzburg eingeladen.

Im Mittelalter als Stammsitz eines der ältesten Adelsgeschlechter in Thüringen errichtet, wurde das Schloss später zum Barockschloss ausgebaut und sollte unter den Nationalsozialisten zum Reichsgästehaus umgebaut werden. Im Rahmen der Ferienfreizeit erkunden die Jugendlichen das Schloss, erforschen seine wechselvolle Bau- und Nutzungsgeschichte, stellen Fragen, schreiben Texte, fotografieren, malen, werken. Es entsteht eine Turmknopfchronik für den Schlosskirchturm – damit dessen 1980 abgebrannte Haube wiederhergestellt werden kann, sammelt der Förderverein Schloss Schwarzburg – Denkort der Demokratie e.V. gerade Spenden.  Außerdem werden Inhalte für eine digitale Rallye zur Erkundung des Schlossgeländes und seines Umfelds erarbeitet. Durch die Woche begleitet werden die Jugendlichen von Pädagoginnen, ehrenamtlich Engagierten, Historikerinnen und Experten fürs Bauen und Restaurieren von der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, darüber hinaus führten Mitarbeiter des Thüringer Landesmuseums Heidecksburg Rudolstadt die Gruppe durch Kaisersaal und Zeughaus.

„Wir profitieren von den Ideen der Jugendlichen, wie die Geschichte der Dynastie, des Schlosses und des Ortes für Gleichaltrige vermittelt werden könnte. Und wir spitzen die Ohren, welche inhaltlichen Schwerpunkte ihnen besonders wichtig sind“, sagt Dr. Anke Költsch, die das Projekt bei der STSG betreut. Denn all das fließt auch in die Gestaltung des Außerschulischen Lernortes ein, den die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten derzeit auf Schloss Schwarzburg in Kooperation mit der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora entwickelt. Für Ihr Engagement erhalten alle Jugendlichen, die sich an der Ferienfreizeit beteiligt haben, das Thüringer Kulturzeugnis der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Thüringen e. V. (LKJ).

Die Jugendfreizeit wird durch die Volkshochschule Weimar veranstaltet und gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Kinder. Die Weiterentwicklung von Schloss Schwarzburg zum Außerschulischen Lernort gehört zu den durch die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien geförderten Projekten im Programm SchlösserWelt Digital & Original der STSG.

 

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Die Jugendlichen probieren historische Abpaus- und Schablonentechniken mit Restauratorin Sina Junker von der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten aus, Foto: STSG, Anke Költsch

Angenehme 23 Grad auch an heißen Tagen – bis einschließlich Sonntag, den 16. Juli 2023, lädt die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten zum halben Ticketpreis zum Besuch der Ausstellung „Paradiesgärten – Gartenparadiese“ in die Peterskirche in Erfurt ein. Im kühlen Innenraum der einst größten Klosterkirche in Thüringen können Besucherinnen und Besucher in die Thüringer Gartenkunst und die Geschichte des Erfurter Petersklosters eintauchen.

Die Ausstellung schlägt den Bogen von der Klosterkultur des Mittelalters zur Gartenkunst der höfischen Epoche. Im Mittelpunkt stehen neben dem früheren Peterskloster elf Gartendenkmale der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, die europäische Entwicklungen der Gartenkunst von der Renaissance bis ins 19. Jahrhundert widerspiegeln.

 

Paradiesgärten – Gartenparadiese

Erfurt, Klosterkirche St. Peter und Paul

6.4. bis 1.11.2023

Di-So 10 bis 18 Uhr

Tickets im Besucherzentrum am Kommandantenhaus

Erwachsene 8,00 Euro, ermäßigt 4,00 Euro, Feierabendticket ab 17 Uhr 4,00 Euro

 

Abbildung: Ausstellung „Paradiesgärten – Gartenparadiese“ in der Erfurter Peterskirche, Foto: STSG, Philipp Hort

Ein Audio-Streifzug von Kindern für Kinder durch den Fürstlich Greizer Park entsteht in dieser Woche im Rahmen eines Schüler-Workshops. Die Klasse 7c des Ulf-Merbold-Gymnasiums ist seit Montag im Park zu Gast und erarbeitet unter Anleitung von Gartenexperten und Medienpädagoginnen einen Audioguide, der für Jung und Alt geeignet ist. Vom Texten über die Tonaufnahmen bis zum Schnitt machen die Schülerinnen und Schüler vieles selbst.

Den Anfang machte die Beschäftigung mit dem Park selbst. Parkverwalter Mario Männel von der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) führte die Gruppe durch das Gartendenkmal und zeigte die spannendsten Orte. In der Staatlichen Bücher- und Kupferstichsammlung konnten die Schülerinnen und Schüler originale Parkpläne aus dem 18. und 19. Jahrhundert anschauen. Medienpädagogin Florence von der Weth im Auftrag der Thüringer Landesmedienanstalt und Volontärin Sabine Töws von der STSG leiteten dann die Erarbeitung von Inhalten und die Tonaufnahmen an. Auch mit dem Erfassen von Umgebungsgeräuschen und dem Tonschnitt können die Teilnehmenden experimentieren.

Sechs Hörstationen entstehen auf diese Weise, zum Beispiel an der Blumenuhr, der Rotunde und am Parksee. Außerdem entstehen Interviews zur Auswirkung des Klimawandels auf den Park, zum Naturschutz im Park und zum Hochwasser 2013. Nach der abschließenden Postproduktion wird der Audioguide nach den Schulferien zum Download bereitgestellt. Das Projekt ist eine Gemeinschaftsproduktion der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, der Thüringer Landesmedienanstalt und der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten im Rahmen der Reihe „Hör mal im Garten“.

Foto: Parkverwalter Mario Männel erklärt Schülerinnen und Schülern den Blumengarten im Fürstlich Greizer Park, Foto: STSG, Sabine Töws

Bis zur Saisoneröffnung 2024 erarbeitet die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) auf dem Oberschloss Kranichfeld ein neues Vermittlungsangebot mit dem Titel »Sehen lernen – Auf Spurensuche im Oberschloss«. Dazu zählen die Überarbeitung der Dauerausstellung und die Erweiterung der Rundgangsinformationen auf der gesamten Anlage. Die Themenfelder reichen dabei von der frühen Burganlage über den Umbau zum Schloss bis zum heutigen Erscheinungsbild. Zu den Schwerpunkten zählen die mittelalterliche Burg, die Errichtung eines KZ-Außenlagers und die Denkmalpflege früher und heute. Am 5. Juli 2023 um 18.00 Uhr stellen die STSG und das mit der Umsetzung beauftragte Atelier Papenfuss im Palas das Konzept vor.

Für die Ausstellung werden noch Exponate gesucht. Willkommen sind Ausstattungsstücke, Fotos, Briefe oder Ähnliches, die ehemals im Schloss waren oder einen Bezug dazu haben. Neben Gegenständen sind auch Geschichten gefragt. Im Rahmen einer Kooperation mit der Oral-History-Forschungsstelle der Universität Erfurt werden Interviews mit Zeitzeugen geführt. Wer die Erinnerungen an das KZ-Außenlager und die Zwangsarbeiter auf dem Oberschloss sowie im Stadtbild teilen möchte, kann sich bei der STSG melden oder die Informationsveranstaltung zur Kontaktaufnahme nutzen (E-Mail: vermittlung@thueringerschloesser.de, Telefon: 03672/4470).

Foto: Oberschloss Kranichfeld, Foto: STSG, Constantin Beyer

Bis zum Frühjahr 2024 richtet die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Gesellschaft der Freunde der Klosterruine St. Wigbert Göllingen e.V. auf dem Gelände des ehemaligen Klosters ein neues Vermittlungsangebot ein. Dazu gehört die Überarbeitung der Dauerausstellung unter dem Titel „Sehen lernen. Zwischen Kloster und Konserve“, die anhand der Schwerpunkte Klosterzeit, Domäne, Konservenfabrik, ehrenamtliches Engagement und Denkmalschutz durch die Geschichte führt. Am 4. Juli 2023 um 18.00 Uhr stellen die STSG und das mit der Umsetzung beauftragte Atelier Papenfuss das museale Konzept im Ausstellungsgebäude der Anlage vor.

Für die Ausstellung werden noch Exponate gesucht. Willkommen sind Gegenstände, die mit dem Kloster, der Domäne, der Konservenfabrik oder der Tätigkeit in Interessengemeinschaft oder Verein in Verbindung stehen. Zum Thema Konservenfabrik könnten das etwa Etiketten oder Fotos aus dem Arbeitsalltag sein.

Neben Gegenständen sind auch Geschichten gefragt. Im Rahmen einer Kooperation mit der Oral-History-Forschungsstelle der Universität Erfurt werden Interviews mit Zeitzeugen geführt. Wer Erfahrungen aus dem Alltag und der Arbeit in der Konservenfabrik oder auch zur denkmalpflegerischen Mitarbeit und tatkräftigen Unterstützung in der IG Denkmalpflege teilen möchte, kann sich bei der STSG oder an der Klosterinformation melden oder die Informationsveranstaltung zur Kontaktaufnahme nutzen (E-Mail: vermittlung@thueringerschloesser.de, Telefon: 03672/4470).

 

Foto: Kloster St. Wigbert in Göllingen, Foto: STSG, Iris Palzer

Katrin Göring-Eckardt, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, hat heute den „Denkort der Demokratie“ im Hauptgebäude von Schloss Schwarzburg besucht. Begrüßt wurde sie von Dr. Doris Fischer, Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG), Carola Niklas, Baureferentin bei der STSG, Dr. Anke Költsch, Kulturvermittlerin bei der STSG, Katja Fischer, Programm- und Projektleiterin bei der IBA Thüringen, und Reinhard Rach, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Schloss Schwarzburg – Denkort der Demokratie e. V. Göring-Eckart besichtigte den durch die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Thüringen (IBA Thüringen) teilsanierten nördlichen Bereich des Hauptgebäudes, der zwei Veranstaltungsräume umfasst – den Denkort der Demokratie.

Beim Rundgang ging es nicht nur um die Vergangenheit des Hauptgebäudes, das unter den Nationalsozialisten zum Reichsgästehaus umgebaut werden sollte, und die Baumaßnahmen im Rahmen des IBA-Projekts. Im Mittelpunkt stand die Zukunft des Hauptgebäudes der ehemaligen Stammburg der Grafen und Fürsten von Schwarzburg. Derzeit entwickelt die STSG zusammen mit der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora das Schloss zum außerschulischen Lernort weiter.

Warum Schloss Schwarzburg sich dafür anbietet, erklärte STSG-Direktorin Fischer während des Rundgangs: „Im Ahnen- und Emporensaal wird Geschichte greifbar. Die Spuren herausgerissener Wände aus den 1940er Jahren stehen neben barocken Stuckfragmenten und Kritzeleien aus der Nachkriegszeit. Im Rahmen des IBA-Projekts konnten wir die ersten beiden Räume des Hauptgebäudes nach Jahrzehnten wieder nutzbar machen und zugleich die sinnlich erfahrbaren Spuren der Zeit an Wänden und Decken bewahren. Auf den ersten Blick ungewöhnlich, erzählt das Hauptgebäude so heute seine eigene Geschichte. Sie bildet die Geschichte Deutschlands greifbar ab. Das möchten wir auch Schülerinnen und Schülern vermitteln und sind sehr froh, dass wir dabei von einem erfahrenen Partner wie der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau Dora unterstützt werden.“

Katrin Göring-Eckardt unterstrich die besondere Bedeutung des Vorhabens: „Der Denkort der Demokratie birgt eine große Chance, abstrakte Zusammenhänge anschaulich zu machen. Es geht um Geschichte und was wir für Demokratie und Gesellschaft aus ihr lernen können. Einen so wichtigen Identifikationsort in der Region wie Schloss Schwarzburg zum außerschulischen Lernort weiterzuentwickeln, hat deshalb besonderes Gewicht. Es ist eben nicht nur ein eindrucksvolles Schloss, das man am Sonntagnachmittag mit Gästen besichtigt, sondern hier hat Geschichte vor der Haustür tiefe Spuren hinterlassen. Es provoziert und regt zur Auseinandersetzung mit der Vergangenheit an.“ Bei Ihrem Besuch kündigte Katrin Göring-Eckardt an, eine Schülergruppe aus der Region ins politische Berlin einzuladen, um Demokratie hautnah zu erleben.

Die Weiterentwicklung von Schloss Schwarzburg zum außerschulischen Lernort gehört zu den durch die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien geförderten Projekten im Programm SchlösserWelt Digital & Original der STSG. Um junge Menschen an der Mitgestaltung des Lernorts zu beteiligen, war bereits eine erste Schülergruppe vor Ort. Im Sommer folgt zu diesem Zweck eine Jugendfreizeit in Kooperation mit der Volkshochschule Weimar. Als Zeuge der Zeit erzählt das Hauptgebäude von Schloss Schwarzburg eine ungewöhnliche Geschichte mit vielen Berührungspunkten zu wichtigen Ereignissen der Deutschen Geschichte von der Monarchie über die Weimarer Republik bis zur Zeit des Nationalsozialismus. Die Teilsanierung des 1942 als Bauruine zurückgelassenen Gebäudes war ein komplexes Vorhaben. Neben anspruchsvollen statischen Maßnahmen galt es die Spuren der Zeit von der Frühen Neuzeit über die Zerstörung bis in die jüngste Gegenwart zu erhalten.

Im Rahmen des Sonderinvestitionsprogramms I (SIP I) der STSG – jeweils zur Hälfte gefördert durch Bund und Land – werden derzeit zudem die barrierearme Erschließung des Hauptgebäudes mit dem Einbau eines Aufzugs und der Ausbau eines Servicebereichs vorbereitet. Im Erdgeschoss des Hauptgebäudes stehen damit zukünftig ein Besucherzentrum und Sanitäranlagen zur Verfügung, die das Besuchserlebnis verbessern und den Veranstaltungsbetrieb erleichtern.

Durch Umbaumaßnahmen unter den Nationalsozialisten war in den 1940er Jahren die Stammburg der Grafen und Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt schwer geschädigt worden. Die Sicherung des stark zerstörten und über Jahrzehnte verfallenen Hauptgebäudes begann 2010. Zuletzt konnte die STSG im Rahmen der IBA Thüringen, gefördert durch das Bundesprogramm Nationale Projekte des Städtebaus, bis 2021 die ersten beiden Räume im Hauptgebäude von Schloss Schwarzburg wieder nutzbar machen. Als Schaubaustelle konnten Besucherinnen und Besucher die Baufortschritte im Rahmen des IBA Projektes mit einem Audiowalk an den Wochenenden mitverfolgen. Als weiteres IBA-Projekt entstand bis 2022 mit dem Digitalen Gästebuch ein interaktives Vermittlungsmodul mit zwei Medienstationen im Emporensaal. Ein wichtiger Partner in der Vermittlung ist der Förderverein Schloss Schwarzburg – Denkort der Demokratie e.V., der auch mit zahlreichen Spendenprojekten die STSG beim Erhalt der Schlossanlage unterstützt.

 

Abbildung: Katrin Göring-Eckardt (Mi), Katja Fischer von der IBA Thüringen (l.) und STSG-Direktorin Dr. Doris Fischer (3. v.l.) mit Mitarbeiterinnen der STSG und Mitgliedern des Fördervereins Schloss Schwarzburg e.V., Foto: Tabea Engelke

Auf der Burgruine Bad Liebenstein beginnen die Baumaßnahmen im Rahmen des Sonderinvestitionsprogramms I (SIP I) der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. In den vergangenen Jahren waren weite Teile der Burgruine bereits instandgesetzt worden, im Rahmen des SIP I sollen nun die Sicherung der Kernburg im südlichen Bereich abgeschlossen und die Zugangsbrücke zur Burg ertüchtigt werden. Dafür stehen rund 500.000 Euro zur Verfügung. Im Rahmen der Sicherung werden rund 550 Quadratmeter Mauerwerk saniert.

Die Arbeiten beginnen mit der statischen und steinrestauratorischen Instandsetzung der Zugangsbrücke. 2024 soll die Mauerwerkssanierung im südlichen Bereich der Kernburg folgen. Dieser Bereich ist derzeit in Teilen notgesichert. 2024 sollen die Arbeiten abgeschlossen werden. Der Zeitplan für die Bauarbeiten ist knapp, bis Winter 2023 soll die Brücke fertig sein. Während der Bauarbeiten an der Zugangsbrücke ist die Burgruine für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Die notwendigen Einschränkungen durch Baustelle und Baustelleneinrichtung hat die STSG langfristig angekündigt.

Eine besondere Herausforderung für die Bauteams stellt während der Baumaßnahmen der im Mittelalter bewusst schwer zugänglich gewählte Standort der Burgruine dar. Geschützt auf einem 450 Meter hohen Burgberg inmitten des Waldes errichtet, müssen Baufahrzeuge und -materialien ihren Weg von der letzten offiziellen Straße durch mehr als eineinhalb Kilometer Wald zur Baustelle finden.

Das Sonderinvestitionsprogramm I der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten hat ein Volumen von insgesamt 200 Millionen Euro, mit dem insgesamt 23 Sanierungsprojekte an Kulturdenkmalen in ganz Thüringen umgesetzt werden sollen. Finanziert wird das Programm jeweils zur Hälfte vom Bund und vom Land Thüringen.

Abbildung: Burgruine Bad Liebenstein, Foto: STSG, Kurt Frein

Freitag, 23. Juni 2023, ab 20.30 Uhr

Vor einigen Jahren wurde in Thüringen der Film „Die geliebten Schwestern“ gedreht – unter anderem im und am Kirms-Krackow-Haus in Weimar. Im Hof dieses historischen Bürgeranwesens mitten in der Weimarer Innenstadt zeigen das Café Lieblingsgarten und die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) den Film am kommenden Freitag in einer Hofkinonacht. Begleitend gibt es eine Führung zu den Dreh-Schauplätzen und gastronomische Angebote.

Der Abend beginnt um 20.30 Uhr mit einer Führung durch STSG-Mitarbeiter Christian Hill, der beim Dreh als Komparse mitwirkte. Innenräume und Außenbereiche des Kirms-Krackow-Hauses dienten damals als Filmset für einige Szenen und Einstellungen. Ausschlaggebend für die Location Scouts war damals, dass das sorgfältig erhaltene und restaurierte Haus in besonderer Weise einen authentischen Ort für die Zeit um 1800 verkörpert.

In „Die geliebten Schwestern“ beleuchtet Regisseur Dominik Graf die Beziehung Friedrich Schillers zu den Rudolstädter Lengefeld-Schwestern. Die Hauptfiguren verkörpern Florian Stetter als Friedrich Schiller sowie Henriette Confurius und Hannah Herzsprung als „geliebte Schwestern“. Die Filmkritik hielt damals fest: „Gerade durch die Vermischung von Essay und Fiktion gelingt Graf dabei ein souveränes und kurzweiliges Spiel mit der Geschichte.“ (Spiegel Online)

Die Teilnahme ist kostenlos. Aufgrund begrenzter Plätze wird die Reservierung empfohlen (Café Lieblingsgarten, 03643/2176310)

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– Szene aus „Die geliebten Schwestern“ © Wild Bunch Germany

Die rund 100 Kübelpflanzen in den Dornburger Schlossgärten präsentieren sich in kleidsamen neuen Gefäßen. Ermöglicht hat das ein gartenbegeisterter Mäzen mit einer großzügigen Spende von rund 14.000 Euro. Davon konnte die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) Terracotta-Kübel aus Italien für die 77-köpfige Fuchsiensammlung und Eichenholz-Kübel für andere frostempfindliche Pflanzen erwerben. Das Dornburger Gartenteam der STSG hat die Pflanzen in den vergangenen Tagen aus ihren bisherigen Kunststoffgefäßen umgetopft.

Der Spender aus Bremen, der sich lieber im Stillen am Ergebnis seiner Zuwendung freuen möchte, statt namentlich gewürdigt zu werden, hatte eine größere Summe angeboten. Über den Zweck war man sich schnell einig. „Kübelpflanzen sind ein fester Bestandteil des Gartendenkmals in den Sommermonaten“, sagt Jonathan Simon, Gartenreferent der STSG. „Mit den neuen Kübeln können wir noch deutlicher als bisher an eine gartenkulturelle Tradition anknüpfen, die eng verbunden ist mit dem Töpfer- und dem Böttcherhandwerk. Das ist ein kleiner Unterschied, der manchem vielleicht erst auf den zweiten Blick auffällt, aber es ist ein entscheidender Schritt für die Wirkung der Schlossgärten als historisches Kunstwerk.“

Von diesem Unterschied ist auch der Dornburger Gartenmeister Frank Bergmann überzeugt: „Zwar haben mein Team und ich jetzt ein bisschen schwerer zu schleppen, wenn es ins Winterquartier geht, aber das lohnt sich. Unsere Exoten kommen einfach angemessener zur Wirkung.“ Neben den frostsicheren Terracotta-Pflanzkübeln aus Italien für die Fuchsien konnten für Oleander, Feige oder Schmucklilie Eichenholz-Pflanzkübel aus einer Thüringer Böttcherei angeschafft werden.

Kübelpflanzen haben in der Gartenkunst seit jeher eine große Bedeutung. Waren es im Barock vorrangig Pflanzenbestände der Orangerien mit mediterranen Pflanzen wie Citrus, Myrthen oder Lorbeer, so verlagerte sich der Schwerpunkt im 19. Jahrhundert hin zu Pflanzen aus noch ferneren Weltgegenden. Vor allem Palmen spielten eine große Rolle, sie wurden im Sommer auch in Schmuckbeete eingelassen.

Kübelpflanzen weckten nicht selten die Sammelleidenschaft ihrer Besitzer. In den Dornburger Schlossgärten ist vor allem der Fuchsienbestand zu einer echten Sammlung angewachsen, aufgebaut dank besonderer Zuwendung der Schlossgärtner in den vergangenen Jahrzehnten. Sie wird mit historischen Sorten weiter ausgebaut.

Der Gattung Fuchsia gehören über 100 Arten und über 12.000 Sorten an. Sie zählt damit zu den artenreichsten und weitverbreitetsten Gattungen. Benannt sind sie nach dem im 16. Jahrhundert lebenden deutschen Botaniker Leonard Fuchs. Seit dem 19. Jahrhundert sind Fuchsien wichtiges Gestaltungselement der Gartenkunst.

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Gartenmeister Frank Bergmann mit neuen Fuchsien-Pflanzkübeln in den Dornburger Schlossgärten, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Fanny Rödenbeck