Im Herzoglichen Park Gotha werden derzeit Baumpflegearbeiten und einzelne Fällungen durchgeführt. Es handelt sich um die Fortsetzung bereits im vergangenen Jahr begonnener Maßnahmen. Im Mittelpunkt stehen schwerwiegende Schäden durch Trockenheit. Äste und ganze Bäume sterben dadurch ab und werden so zum Sicherheitsrisiko.

Bei den laufenden Pflegemaßnahmen mussten im Januar und im Februar 2022 bisher sieben abgestorbene Buchen gefällt werden. Bei vier Bäumen wurde die vertrocknete Krone bis auf den Stamm eingekürzt. An weiteren Bäumen wurde Totholz entfernt und es wurden Kronensicherungen eingebaut. Die Arbeiten werden von einer qualifizierten Baumpflegefirma ausgeführt. Vor und während der Pflegemaßnahmen werden die Bäume auch im Winter auf etwaige Nisthöhlen und tierische Bewohner kontrolliert. Gefällte Bäume werden nicht immer komplett entfernt. An einigen Stellen werden die Reste toter Bäume vor Ort belassen und bieten weiter Lebensraum und Nistmöglichkeiten für Tiere.

Wie in allen ihren Gartendenkmalen führt die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten im Herzoglichen Park Gotha regelmäßig Baumkontrollen durch. Die Schadenserfassungen bilden die Grundlage für notwendige Eingriffe. Aufgrund seiner geographischen Lage gehört der Park zu den Anlagen, die besonders stark unter den langen Trockenperioden der Jahre vor 2021 gelitten haben. Zusätzlich sind Schäden durch das Sturmtief Ignaz entstanden.

Insgesamt gibt es im Herzoglichen Park Gotha rund 3.500 Bäume. Hauptbaumart ist die heimische Rotbuche, die besonders anfällig für Trockenschäden ist. Aus Sicht der Gartendenkmalpflege und des Naturschutzes ist es geboten, Bäume im Park so lange wie möglich zu erhalten. Allerdings gilt im Zweifelsfall in den öffentlich zugänglichen Anlagen: Sicherheit geht vor.

 

Abbildungen:

– Fällung einer abgestorbenen Rotbuche im Herzoglichen Park Gotha, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Jens Scheffler
– Erhaltung eines abgestorbenen Rotbuchenstamms als Lebensraum für den Artenschutz, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Jens Scheffler

 

Eine großzügige Spende in Höhe von 20.000 Euro übergaben die Stiftung Bürger für Thüringer Schlösser und Burgen und die Sparkassenstiftung der Wartburg-Region heute auf dem Altenstein bei Bad Liebenstein an die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. Mit der Spende wird die Wiederherstellung der stark verwitterten Greifenbank am Fuß des Blumenkorbfelsens im Schlosspark Altenstein unterstützt.

 

Bürgerstiftung und Sparkassenstiftung starteten Ende 2020 gemeinsam die erfolgreiche Spendenaktion. Vereinbart war, dass die Sparkassen-stiftung den Betrag verdoppelt, wenn die Bürgerstiftung 10.000 Euro an Spenden für die Greifenbank sammelt. Dieses Spendenziel wurde innerhalb knapp eines Jahres erreicht. Dr. Doris Fischer, Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, ist beeindruckt über die große Spendenbereitschaft und kündigt den zügigen Einstieg in die Arbeiten an: „Dank des großen bürgerschaftlichen Engagements kann die Wiedererrichtung der Greifenbank nun tatsächlich in die Umsetzung gehen. Daran hat die wegweisende Spendenaktion der Stiftung Bürger für Thüringer Schlösser und Burgen mit der Sparkassenstiftung der Wartburg-Region einen wesentlichen Anteil. Auch das Sammeln unzähliger Einzelspenden durch den Förderverein Altenstein-Glücksbrunn e.V. hat zu überraschenden Summen geführt. Beide Spendenaktionen zeigen, wie den Menschen in der Region das Kleinod am Herzen liegt und dass sie auch die Gäste dafür begeistern können.“

 

Bereits 2019 war anhand historischer Bilder ein Gips-Modell der halbrunden Bank samt Zierelementen angefertigt worden. Nun folgt anhand des Modells die Wiederherstellung der Greifenbank durch Steinbild-hauer und ein hochwertiges Kunstgussverfahren. Nach der Auswahl geeigneter Fachfirmen sollen bis zum Jahresende 2022 die Steinmetzarbeiten abgeschlossen werden. Der namengebende Greifenschmuck der Bank wird im Kunstgussverfahren mit anschließender Nachbearbeitung gefertigt. Am historischen Standort soll die rekonstruierte Greifenbank dann im Sommer 2023 ihren angestammten Platz in einer Felsnische am Fuß des Blumenkorbfelsens zurückerhalten. In der ersten Jahreshälfte 2023 wird dafür zuvor noch ein neues Fundament am historischen Standort gegossen, und die hellen Farbfassungen werden am Ort aufgetragen. Zusammen mit der Bank wird abschließend auch die Bepflanzung wiederhergestellt, die ursprünglich den sentimentalen Charakter unterstrich. Die erhaltenen Fragmente der verwitterten Greifenbank werden abgebaut, konserviert und eingelagert.

Die Greifenbank im Altensteiner Schlosspark entstand um 1802 als Teil des Blumenkorbensembles. Die von Greifen und gefiederten Füßen gezierte Bank erinnert an die kurz zuvor verstorbene Herzogin Charlotte Amalie von Sachsen-Meiningen. Die Rückenlehne des klassizistischen Denkmals nach Vorbild antiker Grabbänke zierte eine Bildnisbüste der Herzogin. Ein Abguss der erhaltenen Büste wird auch zukünftig das Ensemble komplettieren. Greifenbank und Blumenkorbfelsen bilden zusammen eine der Parkszenerien, die den 160 Hektar großen Schlosspark um die Sommerresidenz der Herzöge von Sachsen-Meiningen seit seiner Anlegung um 1800 prägen.

Für die Wiederherstellung der Greifenbank werden insgesamt knapp 95.000 Euro benötigt. Mit der heute übergebenen Spende von Bürger-stiftung und Sparkassenstiftung über 20.000 Euro wird das Projekt nun insgesamt durch zahlreiche Spenden in einer Gesamthöhe von knapp 65.000 Euro unterstützt, darunter auch umfangreiche Spenden des Fördervereins Altenstein-Glücksbrunn e.V.

Abbildung: Spendenübergabe mit Bad Liebensteins Bürgermeister Dr. Michael Brodführer, Dr. Doris Fischer, Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, (v.l.n.r.), Prof. Dr. Helmut-Eberhard Paulus, Vorsitzender der Stiftung Bürger für Thüringer Schlösser und Burgen, Reinhard Krebs, Landrat des Wartburg-Kreises, und Tino Richter, Vorstand der Wartburg-Sparkasse, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Franz Nagel

Rund um die Burgruine Gleichen führt die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten ab 31. Januar Baumpflege- und Freischnittarbeiten durch. Vorübergehend kann es dabei zur Sperrung einzelner Wege kommen. Die Burgruine selbst ist noch in der regulären Winterpause.

Die Arbeiten dienen der Verkehrssicherheit und dem Schutz des Denkmalbestands der mittelalterlichen Burganlage. Freischnittarbeiten im direkten Umgriff der Burg verbessern zudem die Sichtbarkeit der nahe der A4 gelegenen Burg, die zu den Drei Gleichen gehört. Burg und Burgberg sind als Kulturdenkmal von großer Bedeutung, zugleich handelt es sich um einen wertvollen Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten. Die Arbeiten sind mit den Naturschutzbehörden abgestimmt.

Abbildung: Burgruine Gleichen, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Kurt Frein

Im Fürstlich Greizer Park soll in den nächsten Jahren der Parksee entschlammt werden. Für das aufwendige Projekt an dem 8,2 Hektar großen Gewässer hat die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) in den letzten Tagen 3 Millionen Euro bewilligt bekommen. Die Förderung kommt vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung im Rahmen des Programms „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“.

Mit dem Vorliegen des Fördermittelbescheids kann die STSG nun in das Projekt einsteigen. Es folgt dem für öffentliche Investitionen üblichen Prozedere mit mehreren Planungsstufen und schließlich der Um-setzung. Insgesamt rechnet die STSG mit einem Zeitraum von bis zu drei Jahren.

Vorgesehen ist eine Kombination aus biologischem und mechanischem Verfahren. Zunächst sollen Mikroben die über Jahrzehnte abgelagerte Schlammschicht im See dezimieren. Anschließend wird das verbliebene Material ausgebaggert. Das umweltgerechte Entsorgen des mit problematischen Subtanzen angereicherten Materials ist ein entscheidender Kostenfaktor für das Vorhaben. Außerdem werden die Ufer denkmalgerecht saniert und Gehölze nachgepflanzt.

„Mit der Förderung können wir einen Schritt tun, zu dem unsere Gartenexperten schon lange drängen“, sagt Dr. Doris Fischer, Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. „Laien werden sich vielleicht fragen, ob dafür Millionensummen nötig sind. Die Wirkung auf die Wasserqualität ist aber immens und nachhaltig.“

Stehende Gewässer müssen in größeren Abständen entschlammt werden, um ihre Funktion als Biotope zu erhalten. Laub, Staub und Unrat lagern sich im Lauf der Zeit am Boden ab und beeinträchtigen die Wasserqualität. Durch die geringe Wassertiefe heizt sich der See schneller auf, was sich negativ auf Flora und Fauna auswirkt. Vor allem im städtischen Raum sind solche Lebensräume wichtig für Pflanzen und Tiere. Der künstlich angelegte Greizer Parksee kombiniert diese ökologische Funktion mit seiner Wirkung als zentrales Element des Gartenkunst-werks. Mit dem Projekt wird der Parksee für die nächsten Jahrzehnte fit gemacht.

Abbildung: See im Fürstlich Greizer Park, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Helmut Wiegel

An der Burgruine Brandenburg in Lauchröden finden ab 24. Januar Freischneide- und Baumpflegearbeiten statt. Bei günstiger Witterung sollen die Maßnahmen noch im Januar abgeschlossen werden. Stellenweise kann es zur Sperrung einzelner Wege kommen. Die Maßnahmen sind mit den zuständigen Naturschutz- und Forstbehörden abgestimmt.

Mit den Arbeiten sorgt die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten für die Verkehrssicherheit, aber auch für den Schutz der Bausubstanz und der Hänge rund um die hochmittelalterliche Doppelburganlage. Zum Teil handelt es sich um Vorbereitungsarbeiten für geplante Mauersanierungen. Nicht zuletzt wird die Sichtbarkeit der Ruine als bedeutende Landmarke im thüringisch-hessischen Werratal verbessert.

 

Im Sonderinvestitionsprogramm I der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) werden weitere Projekte auf den Weg gebracht. Die zur Begleitung des Programms eingerichtete Baukommission hat gestern sechs Vorhaben bestätigt, die die wichtigsten Fördervoraussetzungen erfüllen. Zusammen mit den Entscheidungen von Ende September 2021 stehen damit nun 17 Projekte des Programms am Anfang ihrer Umsetzung, zunächst bis zur Phase der Entwurfsplanung mit Kostenberechnung.
Im Einzelnen wurden bestätigt:
– Schloss Altenstein – Abschluss der Gesamtsanierung des Schlosses einschließlich historischem Küchenbau und Schlossterrassen mit dem Ziel der Nutzbarkeit
– Schloss Sondershausen – Statisch-konstruktive Sicherung am Alten Nordflügel und am Schlossturm, Dachsanierung am Süd- und Ostflügel und barrierefreie Erschließung
– Schloss Heidecksburg Rudolstadt – Gesamtsanierung des Marstalls mit dem Ziel der Nutzbarkeit
– Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden – Dachsanierung am Südflügel mit Schlosskirchturm, Erweiterung des Museumsrundgangs
– Schloss und Park Molsdorf – Untersuchungsmaßnahmen am Schloss sowie die Sanierung von Parkpavillon und Umfeld
– Schloss Bertholdsburg Schleusingen – Sanierung der Schlossbrücke einschließlich deren Umfeld
Weitere Projekte aus der Vorschlagsliste der STSG sollen in der nächsten Sitzung der Baukommission behandelt werden. Eine Rolle wird dabei nicht zuletzt die aktuelle Entwicklung der Baupreise spielen müssen, die zum Zeitpunkt der Erstellung des zugrundeliegenden Masterplans noch nicht absehbar war. Auch die vorgeschlagenen Maßnahmen im Südflügel von Schloss Bertholdsburg, für die im September eine weitere Prüfung veranlasst worden war, stehen dann wieder mit auf der Tagesordnung.
Alle bestätigten Projekte durchlaufen das übliche Prozedere in klar definierten Leistungsphasen entsprechend der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure. Den Anfang machen dabei die Planerauswahlverfahren, in denen Architekten und Fachplaner bestimmt werden. Nach Abschluss der Verträge beginnen die Vorplanungen und die Entwurfsplanung einschließlich detaillierter Kostenberechnung, die in Antragsunterlagen münden. Nach deren Prüfung durch die Zuwendungsgeber könnten dann unter Berücksichtigung der prognostizierten Baukosten und der weiteren Baupreisentwicklungen die nächsten Schritte bis hin zur Umsetzung beginnen. Das eigentliche Bauen findet in der achten von neun Leistungsphasen statt.
In der Baukommission werden Empfehlungen zum Förderprogramm gegeben und notwendige Abstimmungen zwischen Fördergebern, Förderempfängerin und den am Verfahren beteiligten Behörden vorgenommen, um den Umsetzungsprozess zügig zu gestalten. Die Baukommission für das Sonderinvestitionsprogramm I setzt sich zusammen aus Vertretern der Thüringer Staatskanzlei, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), des Thüringer Finanzministeriums, des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft, des Thüringischen Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie, des Thüringer Landesamts für Bau und Verkehr sowie der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten als Bauherrin und Förderempfängerin.
Das Sonderinvestitionsprogramm I (SIP I) hat ein Volumen von 200 Millionen Euro, die Bund und Land jeweils zur Hälfte bereitstellen. Damit kann die STSG wesentliche Sanierungsschritte für viele ihrer Liegenschaften erreichen. Die in 13 der 31 Kulturdenkmale vorgesehenen Maßnahmen hat die STSG aktuell in 26 Einzelprojekte aufgeteilt, die unabhängig voneinander vorangetrieben werden können. Für möglicherweise an die STSG noch zu übertragende Liegenschaften sind vorerst 20 Millionen des Gesamtbudgets reserviert.
Der Schloss-Anlage Friedenstein Gotha wird entsprechend dem Beschluss des Deutschen Bundestages vom November 2020 eine Sonderrolle innerhalb des Programms eingeräumt. 50 Millionen des Programmvolumens sollen der weiteren Sanierung der Liegenschaft zugutekommen, für die zusammen mit dem bereits seit einigen Jahren laufenden 60-Millionen-Euro-Programm insgesamt 110 Millionen Euro bereitstehen.
Bereits im September 2021 waren bestätigt worden:
– Schloss Heidecksburg Rudolstadt, Maßnahmen an Nord- und Westflügel
– Schloss Sondershausen, Fenstersanierung Westflügel
– Schloss Sondershausen, Schlossumfeld und Medienerschließung
– Schloss Sondershausen, Sanierung Jägerhaus mit Remise
– Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden, Sanierung von Stütz- und Um-fassungsmauern
– Schloss Schwarzburg, barrierefreie Erschließung im Hauptgebäude
– Dornburger Schlösser, Sanierung Renaissanceschloss und Umfeld
– Burg Weißensee, Sanierung der Turmhaube des Palasturms
– Burg Weißensee, Sanierung der Ringmauer
– Burg Ranis, Sanierung der Vorburg/Torhaus
– Sicherungsmaßnahmen an Burgruinen
gefördert durch:
aufgrund eines Beschlusses
des Deutschen Bundestages
sowie

Auf Schloss Heidecksburg in Rudolstadt muss ein Verbindungsweg am nördlichen Schlossberg gesperrt werden. Grund sind Schäden an der Stützmauer neben dem Horentempel auf der Unteren Terrasse. Bis zum Abschluss der Mauersicherung kann der Weg nicht begangen werden.

Die Stütz- und Umfassungsmauern werden regelmäßig überprüft. An der markant mit Säulenstümpfen geschmückten Mauer in unmittelbarer Nachbarschaft des Horentempels hatte sich der Zustand zuletzt stark verschlechtert. Die Verkehrssicherheit auf dem unmittelbar unterhalb verlaufenden Weg, gern benutzt vor allem als Verbindungsweg während der Schließzeiten der Gartentore, ist damit nicht mehr zu garantieren. Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten ist bestrebt, bis zu einer grundlegenden Sanierung des Mauerabschnitts zügig eine Notsicherung durchzuführen.

Abbildung: Sanierungsbedürftige Stützmauer am Horentempel von Schloss Heidecksburg, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Franz Nagel

Im Terrassengarten von Schloss Wilhelmsburg in Schmalkalden sollen Gäste künftig digital in die Geschichte eintauchen können. Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) und das Museum Schloss Wilhelmsburg planen gemeinsam einen spielerischen Rundgang mit Augmented-Reality-Elementen. Möglich wird dies dank einer Förderung durch die Kulturstiftung der Länder im Rahmen des Programms „Kultur.Gemeinschaften – Kompetenzen, Köpfe, Kooperationen“.

Die Antragssumme auf das Förderprojekt beläuft sich auf rund 75.000 Euro. Damit soll ein aufwendig aufbereitetes digitales Rätselspiel zur Geschichte und den Besonderheiten des Terrassengartens entstehen. Der Rätselerfolg wird dann mit einem virtuellen Blick in die Vergangenheit belohnt, als im Terrassengarten noch eine Wasserkunst plätscherte.

„Ich freue mich sehr, dass wir den spannenden und in Thüringen einmaligen Renaissancegarten bald sehr anschaulich in seiner  Komplexität präsentieren und erklären können. Mit dem Museum Schloss Wilhelmsburg haben wir einen Partner, der in Sachen Vermittlung experimentierfreudig und offen für Neues ist“, sagt Dr. Doris Fischer, Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. Museumsdirektor Dr. Kai Lehmann blickt auf das Projekt voraus: „Im Museum schlagen wir immer wieder unkonventionelle Wege ein, die Bildung und Spielerisches verbinden. Das können wir nun gemeinsam mit der STSG auch im Außenbereich umsetzen.“

Das Förderprogramm „KULTUR.GEMEINSCHAFTEN: Kompetenzen, Köpfe, Kooperationen“ hat ein Volumen von knapp sieben Millionen Euro, mit denen Bund und Länder 166 Kultureinrichtungen und kulturelle Träger beim Aufbau eines digital gestützten Austauschs mit ihrem Publikum fördern. Beworben hatten sich 266 Einrichtungen. Das Programm wird vom Bund aus dem Zukunftspaket NEUSTART KULTUR und der Ländergemeinschaft finanziert. Verwaltung und Umsetzung des Programms sind bei der Kulturstiftung der Länder angesiedelt.

Abbildung: Terrassengarten von Schloss Wilhelmsburg in Schmalkalden, Foto: Schatzkammer Thüringen, Marcus Glahn

 

Das Kamelienhaus in der Herzoglichen Orangerie Gotha steht kurz vor seiner Fertigstellung. Für das Projekt hat die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten vor Weihnachten noch einmal rund 18.000 Euro Spenden vom Förderverein Orangerie-Freunde Gotha e.V. erhalten. Die Spenden belaufen sich damit auf insgesamt 177.000 Euro. Damit fehlen nur noch etwa 15.000 Euro bis zum Ziel der vollständigen Finanzierung aus Spendenmitteln. Im März soll das Haus eröffnet werden.

Rund 175.000 Euro wurden bisher investiert. Hinzu kommen Eigenleistungen der Orangerie-Freunde und der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten sowie gespendete Arbeitsleistungen von Firmen und Planern. Bereits umgesetzt werden konnten damit der Rohbau, die Gewächshausverglasung, die Türen, die Bewässerungsanlage und die Haustechnik. Sogar die speziell zusammengesetzte Kamelienerde ist schon angeliefert. Jetzt stehen noch Arbeiten wie eine Giebelabdeckung aus Blech und die Anlage der Pflanzbeete aus.

„Ein herausragendes Beispiel bürgerschaftlichen Engagements rückt damit in greifbare Nähe. Ich bin tief beeindruckt, mit welcher Zielstrebigkeit und Hartnäckigkeit die Orangerie-Freunde und viele andere Engagierte das Projekt begleiten“, kommentiert Dr. Doris Fischer, Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, das Vorhaben. „Man merkt allen Beteiligten an, dass die Kamelien in der Orangerie für die Gothaer wirklich eine Herzensangelegenheit sind.“

Eindrucksvolle Unterstützung gibt es auch für die Erneuerung der Kamelienbestände. Im vergangenen Jahr waren fast alle Pflanzen einem Virus zum Opfer gefallen. Nun stellen mehrere Partnereinrichtungen, darunter der Botanische Garten in Berlin-Dahlem, Schloss Zuschendorf bei Pirna, Schloss Homburg in Bad Homburg vor der Höhe und eine sächsische Kameliengärtnerei historische Sorten zur Verfügung. Die Eröffnung nach dem Einzug der neuen Pflanzen planen die Orangerie-Freunde Gotha und die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten für März 2022.

Abbildung: Innenraum des Kamelienhauses beim Einbringen der speziellen Pflanzerde, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Jens Scheffler

Auf Schloss Schwarzburg war die dritte Audiowalk-Saison ein Erfolg. In der coronabedingt auf knapp drei Monate verkürzten Saison nutzten 2021 über 500 Interessierte die Gelegenheit zu einem Hörspaziergang über die Schlossanlage mit anschließendem Besuch des „Denkorts der Demokratie“ im teilsanierten Hauptgebäude.

Seit Juli sind im Schloss-Hauptgebäude mit dem neu entstandenen Emporensaal und dem Ahnensaal, dem ehemaligen fürstlichen Festsaal, die ersten beiden Räume im Rahmen von Veranstaltungen und mit dem Audiowalk wieder zugänglich. Bereits 2019 und 2020 konnten Besucherinnen und Besucher mit dem Audiowalk die laufenden Bauarbeiten im Hauptgebäude mitverfolgen. Aufgrund des großen Erfolgs soll der Audiowalk auch im Sommer 2022 wieder angeboten werden. Die Begleitung übernehmen Mitglieder des Fördervereins Schloss Schwarzburg – Denkort der Demokratie e.V.

Schloss Schwarzburg ist die Stammburg der Grafen und späteren Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt. 1940 begannen die Nationalsozialisten mit einem Umbau der Schlossanlage zum Reichsgästehaus und hinterließen das Hauptgebäude zwei Jahre später als Bauruine. 2010 begann die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten mit der Sicherung des Gebäudes. Im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) Thüringen konnte ein erster Innenbereich für die Nutzung ausgebaut und im Juli 2021 eröffnet werden.

Der Audiowalk „Schloss Schwarzburg – Denkort der Demokratie“ entstand als baubegleitendes Vermittlungsprojekt von Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, IBA Thüringen und Förderverein Schloss Schwarzburg – Denkort der Demokratie e. V., gefördert durch das Bundesprogramm Nationale Projekte des Städtebaus. Buchungen und Besucherbetreuung werden vom Thüringer Landesmuseum Heidecksburg Rudolstadt unterstützt, das auf Schloss Schwarzburg das Zeughaus und den Kaisersaal als Dependance betreibt.

Abbildung: Schloss Schwarzburg, Emporensaal, Foto: IBA Thüringen, Thomas Müller