Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten hat am Donnerstag ihre jährliche Saisoneröffnung begangen. Schauplatz war diesmal die Klosterkirche St Peter und Paul auf dem Erfurter Petersberg. Dort geht nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr die Ausstellung „Paradiesgärten – Gartenparadiese“ in ihre zweite Runde. Die stimmungsvolle Schau macht Lust auf den Besuch historischer Gärten in ganz Thüringen. Vielerorts wird es in dieser Saison auch wieder ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm geben.

Dr. Doris Fischer, Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, blickt voraus auf die beginnende Saison: „Mit der Ausstellung ‚Paradiesgärten – Gartenparadiese‘ haben wir im letzten Jahr einen fulminanten Meilenstein mit Blick auf unsere Vermittlungsarbeit geschafft. Daran wollen wir anknüpfen und künftig auch anderenorts stärker für Besucherinnen und Besucher greifbar sein. Ein wichtiger Schritt dorthin ist beispielsweise ein neues Besucherzentrum im Schlosspark Altenstein, das wir Ende April eröffnen. Nicht weniger bedeutsam ist dafür aber auch der große Blumenstrauß an Veranstaltungen und Vorträgen, mit denen wir in diesem Jahr in unseren Denkmalen aufwarten.“

Zu den Höhepunkten im Jahresprogramm gehören die Angebote im Rahmen der Thüringer Schlössertage zu Pfingsten, die Dornburger Schlössernacht und der Tag des offenen Denkmals. Vortragsreihen mit Experten in Sachen Gartenkunst und Gartendenkmalpflege finden über den Sommer hinweg in der Erfurter Peterskirche und in der Herzoglichen Orangerie Gotha statt.

  

Paradiesgärten – Gartenparadiese

Die Ausstellung „Paradiesgärten – Gartenparadiese“ ist ab Karfreitag bis zum 31. Oktober 2022 für das Publikum geöffnet. Thema der Ausstellung ist die Gartenkunst, deren Epochen sich in Thüringen in außergewöhnlicher Dichte nacherleben lassen. Während im Mittelalter die Klöster bei der Förderung und Verbreitung der Gartenkultur führend waren, übernahmen die Fürstenhöfe seit der frühen Neuzeit diese Rolle. An den historischen Gärten und Parks in der Obhut der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten ist diese Entwicklung ablesbar. Gartenanlagen der Renaissance und des Barock sowie Landschaftsparks sind erhalten. Die Ausstellung vermittelt Einblicke in ihre Entstehungsgeschichte und die Ideenwelt ihrer Schöpfer und schlägt den Bogen zur Gartendenkmalpflege der Gegenwart.

Historischer Ausgangspunkt der Ausstellung ist die mittelalterliche Kultur der Klostergärten, die anhand des früheren Klosters St. Peter und Paul entwickelt wird. Das bis ins frühe 18. Jahrhundert bestehende Kloster verfügte über einen Garten im Kreuzgang, Obst-, Gemüse-, Kräuter- und Weingärten. Im theologischen Denken des Mittelalters waren diese Nutz- und Wandelgärten verbunden durch die Vorstellung, einen irdischen Vorgeschmack auf das Paradies zu geben.

 

„Paradiesgärten – Gartenparadiese“

Ausstellung in der Klosterkirche St. Peter und Paul in Erfurt

15.4. bis 31.10.2022

Di-So 10-18 Uhr

Tickets 8 Euro, ermäßigt 4 Euro

Informationen zur Ausstellung und zum Begleitprogamm:

https://event.thueringerschloesser.de/museum-paradiesgaerten/

 

 

Ausgewählte Veranstaltungshöhepunkte 2022

 

Thüringer Schlössertage 3. bis 6. Juni 2022

Thema: „Aufgeblättert! Von der Kanzlei zur Hofbibliothek“

Schlösser waren nicht nur Orte des Vergnügens und der Pracht. Sie waren vielmehr auch Arbeitsorte und dienten neben der fürstlichen Hofhaltung vor allem auch als Orte der Landesverwaltung und der niederen Gerichtsbarkeit. Und was im Mittelalter Urkunden, das waren in der Frühen Neuzeit Akten. Mächtige Archivgewölbe schützen die umfangreichen und wertvollen Archivbestände, in langen Regalreihen stehen dicke Aktenmappen Seite an Seite. Viele Archive hatten oder haben daher noch heute ihren Sitz auf den Schlössern, wo sie einst angelegt wurden. All diese Facetten früherer Schriftlichkeit lassen sich bis heute eindrücklich in den Schlössern Thüringens erleben und bei thematischen Führungen sowie unterhaltsamen Veranstaltungen wiederentdecken. Vor den Augen der Besucher entfaltet sich so ein buntes und vielfältiges Bild aller Aspekte frühneuzeitlicher Literalität. Die Schlösser der Schatzkammer Thüringen beteiligen sich mit den Schlössertagen zugleich am Themenjahr Thüringens 2022 unter dem Motto „Welt übersetzen“.

Programm unter www.schatzkammer-thueringen.de

 

„75 Jahre Kinderdorf Wilhelmsthal“ in Schloss und Park Wilhelmsthal am 1. Juli 2022

Veranstaltung in Kooperation mit dem AWO AJS gGmbH Jugendhilfeverbund Westthüringen, verbunden mit einem Tag der Offenen Tür im früheren Bildungszentrum, das auf dem Gelände des historischen Landschaftsparks gelegen ist.

 

Dornburger Schlössernacht am 20. August 2022

Die Dornburger Schlössernacht auf dem „Balkon Thüringens“ ist ein Sommerabend voller musikalischer und artistischer Darbietungen in den Schlossgärten und den drei Schlössern. Zu den musikalischen Höhepunkten des Abends zählen die Octavians und die deutsch-argentinische Band Tango Misterio. Besondere Hingucker sind die Stelzenkünstler von Art Tremondo mit ihren phantastischen Kostümen. Eine Schwarzlichtshow und ein Feuerzauber spielen im nächtlichen Schlosspark mit der Anziehung von Licht in verschiedenen Formen – ebenso natürlich auch das Höhenfeuerwerk aus dem Saaletal zum Abschluss der Schlössernacht. Zuvor aber funkelt der Schlosspark im Schein von vielen hundert Laternen und lädt zum Flanieren von einem zum anderen musikalischen Erlebnis ein: Klezmerklänge, Swing aus New Orleans, Tuba-Duo oder Renaissancemusik – abwechslungsreich und sommerlich beschwingt.

Verführerische gastronomische Angebote aus der Region und Thüringer Weine bieten sommerlichen Gaumengenuss.

Programm und Tickets unter www.schloessernacht-dornburg.de

 

Schlösserkindertag am 20. September 2022

Die „Schatzkammer Thüringen“ feiert den Internationalen Kindertag mit dem „Thüringer Schlösserkindertag“ und lädt alle Kinder in die Schlösserwelt Thüringens ein. Bei einer Zeitreise in vergangene Jahrhunderte könnt ihr manche Dinge erleben, die es im normalen Museumsbetrieb sonst nicht gibt.

Programm ab Sommer unter www.schatzkammer-thueringen.de

 

Festtag „100 Jahre Museum Dornburger Schlösser“ am 8. Oktober 2022

Vor 100 Jahren wurden die Dornburger Schlösser bei Jena als Museum eröffnet. Trägerschaft und Konzeption oblagen damals der Goethe-Gesellschaft. Im Mittelpunkt des Interesses an der Anlage stand ein prägender mehrwöchiger Aufenthalt des alternden Dichters auf den Dornburger Schlössern. Später gehörten die Schlösser zu den Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten der klassischen deutschen Literatur und zur Klassik Stiftung Weimar, seit 2009 zur Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. Gemeinsam blicken die Institutionen auf 100 Jahre Geschichte als Museum und Goethe-Gedenkstätte zurück.

 

 

Zwei Vortragsreihen zu Gartenkunst und Gartendenkmalpflege

 

Zwei Vortragsreihen geben in dieser Saison Einblicke in die Gartenkunst in Thüringen und die Gartendenkmalpflege im Verantwortungsbereich der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. In der Erfurter Peterskirche begleitet das Vortragsprogramm die Ausstellung „Paradiesgärten – Gartenparadiese“, eine zweite Reihe gibt es in der Herzoglichen Orangerie Gotha.

 

Vortragsreihe „Paradiesgärten – Gartenparadiese“

Mai – Sept 2022

Erfurt, Peterskirche

 

jeweils donnerstags, 18 Uhr

 

5.5.2022

Im Zeichen der Reform. Die Erfurter Peterskirche und die Architektur der Hirsauer Reform in Thüringen

Dr. Rainer Müller, Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie

 

12.5.2022

Gartenkünstler in Thüringen

Dietger Hagner, Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten

 

19.5.2022

Höfische Küchen- und Nutzgärten in Vergangenheit und Gegenwart

Jost Albert, Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen

 

2.6.2022

Gartenkultur in Thüringen

Dr. Martin Baumann, Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie

 

16.6.2022

Mittelalterliche Klostergärten als Paradiesgärten

Dr. Rita Hombach, Köln

 

30.6.2022

Orangerien als Ausdruck höfischer Repräsentation am Beispiel der herzoglichen Orangerie Gotha

Jens Scheffler, Gotha

 

7.7.2022

Die Orangerie von Bendeleben

Dr. Martin Baumann, Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie

 

14.7.2022

Wissen wächst im Garten. Zur Bedeutung historischer Gärten

Inken Formann, Staatliche Schlösser und Gärten Hessen

 

1.9.2022

Kunstvolle Blumen-Stickereien – Teppichbeete in der Gartenkunst und gärtnerischen Praxis im Altensteiner Park

Dr. Daniel Rimbach und Margret Most, Bad Liebenstein

 

8.9.2021

Vereinbarkeit von Gartendenkmalpflege und Naturschutz in historischen Gärten

Stefan Wallerius, Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen

 

15.9.2022

Klimawandel – eine Herausforderung für die Gartendenkmale

Dr. Doris Fischer, Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten

 

 

Vortragsreihe zu den Thüringer Gartenparadiesen

Herzogliche Orangerie Gotha, Orangenhaus

jeweils Dienstag, 18 Uhr

 

24.5.2022

Gartenkultur in Thüringen

Dr. Martin Baumann, Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie

 

7.6.2022

Gartenkünstler in Thüringen

Dietger Hagner, Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten

 

21.6.2022

Die Entwicklung des herzoglichen Parks Gotha

Jens Scheffler, Gotha

 

28.6.2022

Kamelien für den Herzog

Matthias Hey, Gotha

 

5.7.2022

Die Orangerie als Statussymbol und Ausdruck höfischer Repräsentation in Gotha

Jens Scheffler, Gotha

 

23.8.2022

Klimawandel – eine Herausforderung für die Gartendenkmale

Dr. Doris Fischer, Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten

Schloss Molsdorf erhält derzeit eine neue Löschwasserzisterne. Damit wird der Brandschutz für das Gebäude mit seiner historischen Ausstattung optimiert. Rund 270.000 Euro investiert die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten für die wichtige Sicherheitsmaßnahme. Sie wird voraussichtlich bis zur letzten Aprilwoche abgeschlossen.

Der Neubau einer Zisterne ist nötig, weil die verfügbaren Hydranten allein nicht ausreichend Wasserdruck über einen längeren Zeitraum garantieren. Ein Rückgriff auf die Teiche im Park kam nicht in Betracht, sie erfüllen nicht die Anforderungen an Löschwasserbecken und führen nicht ausreichend Wasser. Die neue Zisterne fasst 140 Kubikmeter Wasser. Damit kann nun im Brandfall die Zeit bis zum Eintreffen großer Löschfahrzeuge gut überbrückt werden.

Als günstigster Standort für die Zisterne erwies sich bei den Planungen der Schlossplatz. Hier ist der Zugriff für die Feuerwehr unkompliziert möglich, und es profitieren auch benachbarte Gebäude wie die Kirche von dem zusätzlichen Reservoir. Zudem konnte auf diese Weise ein gartendenkmalpflegerisch bedenklicher Eingriff in den Schlosspark vermieden werden.

 

Abbildung:

– Neue Löschwasserzisterne für Schloss Molsdorf, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Carolin Schart

In der Herzoglichen Orangerie Gotha wurde am Sonntag das neu errichtete Kamelienhaus eröffnet. Das rund 260.000 Euro teure Gebäude wird vollständig durch Spenden finanziert. Nun wird der durch einen Virusbefall dezimierte Kamelienbestand nach historischem Vorbild neu aufgebaut.

Das Kamelienhaus entstand innerhalb von etwa 15 Monaten am Standort des historischen Kamelienhauses hinter dem nördlichen Treibhaus der barocken Orangerie. Die Rück- und die Seitenwände bestehen aus Beton, das Dach und die Nordfassade aus Stahl und Glas. Die massiven Wände und die Einsenkung in die Erde sorgen für thermischen Ausgleich. Zusammen mit der Ausrichtung nach Norden entsteht so ein ideales Klima für die ursprünglich aus Ostasien stammenden Pflanzen. Geheizt werden muss erst ab etwa -7 Grad Kälte.

Die Kosten für das Gebäude konnten aufgrund ehrenamtlichen Engagements aus Spenden finanziert werden. Erste Sammlungen initiierte der Förderverein „Orangerie-Freunde“ Gotha e.V. 2015. Insgesamt kamen seither 180.000 Euro zusammen. Weitere 70.000 Euro wurden durch Eigenleistungen und kostenlosen Firmenleistungen – etwa die Planung durch den Architekten Michael Leepin und das Ausheben der Baugrube – erbracht. Auch der Restbetrag von 10.000 Euro, vorfinanziert durch die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten als Bauherrin, soll noch mit Spenden ausgeglichen werden.

Arbeitsleistungen wurden gespendet durch die Firmen Michael Leepin, GKL Planer Erfurt (Planung), ibah Ingenieurbüro Axel Heuchling, Gotha (Planung), Firma Heinz Werner, Aschara (Baugrube), Firma Kieser, Gotha (Kies), Firma BAW Baumaschinen Gotha (Radladermiete), Spedition Geis (Pflanzentransport).

Dr. Doris Fischer, Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, ist beeindruckt von der Spendenbereitschaft: „Dass wir heute das Kamelienhaus seiner Bestimmung übergeben können, ist das Verdienst vieler Spenderinnen und Spender, die sich vom begeisterten Werben der „Orangerie-Freunde“ Gotha haben mitreißen lassen. Wir danken allen, die sich unermüdlich für das Projekt eingesetzt, auf den Erfolg vertraut und Geld und Arbeit gespendet haben. Die gemessen an der Summe sehr kurze Zeit von der Idee bis zur Umsetzung zeigt, dass es für viele ein wirkliches Herzensprojekt ist.“

Mit der Fertigstellung sind bereits die ersten neuen Kamelien in das Kamelienhaus eingezogen. Der Neuaufbau der Sammlung war nötig geworden, nachdem ein Virus 2020 den bisherigen Bestand binnen Wochen vernichtet hatte. Nun wird der Bestand aus historischen Sorten neu aufgebaut. Die Pflanzen stammen ausschließlich aus nachweisbarer Herkunft, womit künftige Schäden vermieden werden sollen. Die bisher 30 Kamelien wurden vom Botanischen Garten Berlin-Dahlem, dem Schlossgarten Bad Homburg und den Botanischen Sammlungen in Zuschendorf abgegeben. Sammlungsziel ist es, mit 70 bis 100 eingetopften oder ausgepflanzten Exemplaren einen Ausschnitt aus dem historischen Kameliensortiment der Herzoglichen Orangerie Gotha im 19. Jahrhundert zu präsentieren.

Immergrüne Blätter, große Blüten und ein buntes Farbenspiel – die in Japan und China heimische Kamelie erfreute sich nach dem Import der Teestrauchgewächse seit dem 18. Jahrhundert zunehmender Beliebtheit an den europäischen Höfen. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich eine Kamelienmode. Das Sammeln und Züchten einer großen Sortenvielfalt wurde zum Aushängeschild anspruchsvoller Gärten. In der Herzoglichen Orangerie gab es laut Inventar aus dem Jahr 1871 einen eindrucksvollen Bestand von 670 Kamelien.

Abbildung: Eröffnung des Kamelienhauses in der Herzoglichen Orangerie Gotha, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Franz Nagel

Am kommenden Sonntag, dem 3. April 2022, wird in der Herzoglichen Orangerie Gotha die Eröffnung des neuen Kamelienhauses gefeiert, das vollständig aus Spenden finanziert wurde. Ab 13.30 Uhr laden die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten und der „Orangerie-Freunde“ Gotha e.V. zu einem Tag der offenen Tür mit Sonderführungen.

In der Zeit bis 17 Uhr bieten Matthias Hey und Parkverwalter Jens Scheffler und regelmäßig Kamelienführungen durch die Orangerie und das Kamelienhaus an. Um 13.45 Uhr und 15.30 Uhr gibt es das Kinderangebot „Hör mal im Garten“ als Familienführung. Iris Palzer von der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten präsentiert dabei einen Audiowalk von Kindern für Kinder durch den Herzoglichen Park, der auch das ganze Jahr über als Download-Angebot genutzt werden kann. Versüßt wird der Nachmittag durch das Café-Angebot des „Orangerie-Freunde“ Gotha e.V.

Auf dem Oberschloss Kranichfeld beginnt am 1. April die Saison. Bis Ende Oktober ist die Anlage dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

In der per Ilm-Radwanderweg gut erreichbaren Burg können Besucherinnen und Besucher den Spuren der Geschichte vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert folgen und die eindrucksvolle Aussicht vom Dicken Turm genießen. Zu den bevorstehenden Höhepunkten der Saison gehört das Burgfest am Pfingstwochenende.

Foto: Oberschloss Kranichfeld, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Constantin Beyer

 

Auf den Dornburger Schlössern startet die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten am 1. April in die Saison. Das Renaissance- und das Rokokoschloss sind bis zum 31. Oktober geöffnet. Außerdem präsentieren sich die Dornburger Schlossgärten in voller Farbenpracht – neben den Frühjahrsblühern mit rund frisch gesetzten 4.500 Pflanzen in den Schmuckbeeten.

Im Museumsrundgang gibt es Gewohntes und Neues zu entdecken. Zwei Porträts des Weimarer Hofmalers Johann Joseph Schmeller, der auch als Hausmaler Goethes gilt, sind an ihren historischen Platz im Renaissanceschloss zurückgekehrt. In der ersten Sonderausstellung der Saison präsentiert Katharina Goziewski Malerei und Grafik, zwischen intensiver Farbigkeit und dezenter Monochromie. Die Vernissage findet am Sonntag, den 3. April um 14 Uhr statt.

Das weitere Saisonprogramm verspricht eine bunte Vielfalt an Ausstellungen und Veranstaltungen. Zu den Höhepunkten gehören eine Sonderausstellung zum 100-jährigen Bestehen des Museums Dornburger Schlösser und die Dornburger Schlössernacht im August. Führungen mit verschiedenen Schwerpunkten können während der ganzen Saison gebucht werden, sonntags um 14.30 Uhr finden regelmäßig öffentliche Führungen statt.

Beim Museumsbesuch gilt zunächst nach wie vor die Maskenpflicht. Bis voraussichtlich 10. April ist die direkte Zufahrt von der B88 gesperrt, die Umleitung führt durch das Gönnatal.

Informationen unter www.dornburg-schloesser.de

Foto: Renaissanceschloss mit frischer Frühjahrsbepflanzung, Foto: Fanny Rödenbeck

Am 1. April öffnet die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten die Tü-ren des Kirms-Krackow-Hauses in Weimar für die Saison. Aufgrund des großen Erfolgs im vergangenen Jahr wird die Sonderausstellung zur Weimarer Teekultur wieder gezeigt, ergänzt um ein reichhaltiges Begleitangebot.

Die verlängerte Sonderausstellung „Exotische Inspiration. Gesellige Teekultur in Weimar um 1800“ gibt Einblicke in viele Aspekte, die mit der Faszination Tee verbunden sind – globale Wirtschaftskreisläufe der Frühen Neuzeit, gesellschaftliche Entwicklungen, anregende Wirkung und vieles mehr. Gezeigt werden Utensilien der Teekultur, vorrangig aus Porzellan.

Porzellan spielt gleich am ersten Öffnungswochenende die Hauptrolle – am 2. und 3. April ist Tag des Thüringer Porzellans. Am 2. April um 14 Uhr rückt deshalb Ausstellungskurator Dr. Jens-Jörg Riederer fachkundig herzogliche und bürgerliche Porzellanliebhaberinnen in den Fokus seiner Ausführungen. Außerdem sind für kurze Zeit die von Susanne Katzenberg kuratierten Vitrinen im Hinterhaus zu sehen. Das Café La Tarte schenkt dort Gästen eine Tasse Tee aus, wenn sie Weimar Porzellan, bevorzugt Tassen und Zuckerdosen, als Schenkung übergeben. Dass Tee inspiriert, verdeutlicht auch die öffentliche Sonntagsführung um 11 Uhr durch Haus und Hof mit anschließender Teezeremonie. Anmeldung zu den Veranstaltungen über das Café La Tarte im Hinterhaus (0174/2011384). Plätze sind begrenzt verfügbar.

Kirms-Krackow-Haus, Jakobstraße 10, 99423 Weimar | Fr 14-17 Uhr, Sa/So 11-17 Uhr | Beim Besuch der Museen gilt derzeit die Maskenpflicht.

Foto: Gedeckter Tee-Tisch im Kirms-Krackow-Haus, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Christian Hill

Auf der Wasserburg Kapellendorf sorgen neue Geländer für mehr Sicherheit der Besucherinnen und Besucher, aber auch des Personals. Knapp 40.000 Euro investierte die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten in die Maßnahmen.

Die neuen Stahlgeländer wurden am Wehrgang, am Wassergraben und am Bergfried montiert. Vor allem am Wehrgang hatte die bisherige Absturzsicherung den aktuellen Standards nicht mehr entsprochen. Eine dezente Konstruktion aus Stahlbändern mit eingehängtem Stahlnetz macht den beliebten Aussichtspunkt hoch über der Burganlage nun wieder sicher begehbar.

Abbildung: Wasserburg Kapellendorf, neues Geländer als Absturzsicherung am Wehrgang, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Carolin Schart

Pünktlich vor Saisonbeginn am 1. April hat die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten auf der Burg Gleichen bei Wandersleben für einen oft vermissten Besucherservice gesorgt. Innerhalb der Burganlage wurde eine Besuchertoilette errichtet. 25.000 Euro wurden für die Anlage investiert.

Die neue Besuchertoilette wird auf Kompostbasis betrieben und kommt ohne Wasser- und Abwasseranschluss aus. Dank durchdachter Technik konnte auch auf unterirdische Tanks verzichtet werden, die in der archäologisch sensiblen Burganlage nicht zu realisieren gewesen wären. Betrieb und Wartung übernimmt  der museale Betreiber der Burganlage, das Naturkundemuseum Erfurt.

Abbildungen:
– Besuchertoilette auf der Burgruine Gleichen, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Philipp Brand

Aufgrund der aktuellen Wettervorhersagen sperrt die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten bis einschließlich 19. Februar ihre Parkanlagen und warnt vor dem Betreten. Trotz sorgfältig durchgeführter Baumpflege können durch die anstehenden Stürme ganze Bäume entwurzelt werden oder große Äste ausbrechen. Gefahr geht aber auch von den Burgen und Schlössern mit ihrem baumbestandenen Umfeld und den teils sehr großen Dächern aus. Hier können sich Ziegel oder Schieferplatten lösen und zu Boden gehen. Die Warnung betrifft deshalb auch den Aufenthalt in der Nähe der Gebäude.

Diese Parkanlagen gehören zum Bestand der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten:

Schlosspark Altenstein in Bad Liebenstein

Dornburger Schlösser und Gärten

Herzoglicher Park Gotha

Fürstlich Greizer Park

Schlosspark Molsdorf

Schlosspark Heidecksburg in Rudolstadt

Terrassengarten Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden

Schlossgarten Schwarzburg

Schlosspark Sondershausen

Garten am Kirms-Krackow-Haus in Weimar

Schlosspark Wilhelmsthal bei Eisenach

 

Abbildung

Sturmschaden im Schlosspark Altenstein im Herbst 2021, Foto: STSG, Toni Kepper