Vortragsreihe zur Ausstellung „Paradiesgärten – Gartenparadiese“ in der Erfurter Peterskirche

Der aktuelle Trend zum Eigenanbau von Obst und Gemüse hat Tradition – auch Fürsten vergangener Jahrhunderte verpflegten sich aus dem eigenen Garten. Diesen für viele überraschenden Aspekt beleuchtet der Vortrag „Höfische Küchen- und Nutzgärten in Vergangenheit und Gegenwart“ am 19. Mai um 18 Uhr in der Erfurter Peterskirche.

Jost Albert, Leiter der Gärtenabteilung der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, fragt in seinem Vortrag: Warum beschäftigen wir uns überhaupt mit ehemals fürstlichen oder herrschaftlichen Küchen- und Nutzgärten? Was macht ihre Faszination aus? Wie haben diese alten Küchengärten ursprünglich ausgesehen? Wie waren sie ausgestattet? Welches Obst und welches Gemüse hat man in ihnen kultiviert? Wie hat man das geerntete Gemüse und Obst gelagert? Welche Rolle spielte die Sortenvielfalt? Welche Raffinessen hat man angewandt, um besonderes Obst und Gemüse an die herrschaftliche Küche liefern zu können?

Jost Albert ist seit 1995 in der Gärtenabteilung der Bayerischen Schlösserverwaltung als Gartendenkmalpfleger tätig. Von 1995 bis 2012 betreute er zunächst als Gartenreferent die historischen Gartenanlagen in Unter- und Mittelfranken. Seit 2012 leitet er als Gartendirektor die Gärtenabteilung der Bayerischen Schlösserverwaltung. Er ist Gründungsmitglied der Arbeitsgruppe des deutschen Küchengarten-Netzwerks und dessen Leiter. Diverse Fachpublikationen, Vorträge und Ausstellungen zu gartengeschichtlichen und gartendenkmalpflegerischen Themen zeugen von seiner Expertise.

Vortrag „Höfische Küchen- und Nutzgärten in Vergangenheit und Gegenwart“

Jost Albert, Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen

Donnerstag, 19. Mai 2022, 18 Uhr, Einlass ab 17.45 Uhr

Klosterkirche St. Peter und Paul in Erfurt

Eintritt frei

 

Ausstellung „Paradiesgärten – Gartenparadiese“

Klosterkirche St. Peter und Paul in Erfurt

bis 31.10.2022

Di-So 10-18 Uhr

Tickets: 8 Euro, ermäßigt 4 Euro, Familienticket ab 16 Euro

Feierabendticket ab 17 Uhr: 4 Euro

Informationen zur Ausstellung und zum Begleitprogamm:

https://event.thueringerschloesser.de/museum-paradiesgaerten/

 

 

Abbildungen:

– Küchengarten Veitshöchheim, Foto: Jost Albert

– Artischocke im Terrassengarten von Schloss Wilhelmsburg in Schmalkalden, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Dietger Hagner

 

Weitere Vortragstermine:

 

2.6.2022

Gartenkultur in Thüringen

Dr. Martin Baumann, Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie

 

16.6.2022

Mittelalterliche Klostergärten als Paradiesgärten

Dr. Rita Hombach, Köln

 

30.6.2022

Orangerien als Ausdruck höfischer Repräsentation am Beispiel der herzoglichen Orangerie Gotha

Jens Scheffler, Gotha

 

7.7.2022

Die Orangerie von Bendeleben

Dr. Martin Baumann, Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie

 

14.7.2022

Wissen wächst im Garten. Zur Bedeutung historischer Gärten

Inken Formann, Staatliche Schlösser und Gärten Hessen

 

1.9.2022

Kunstvolle Blumen-Stickereien – Teppichbeete in der Gartenkunst und gärtnerischen Praxis im Altensteiner Park

Dr. Daniel Rimbach und Margret Most, Bad Liebenstein

 

8.9.2022

Vereinbarkeit von Gartendenkmalpflege und Naturschutz in historischen Gärten

Stefan Wallerius, Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen

 

15.9.2022

Klimawandel – eine Herausforderung für die Gartendenkmale

Dr. Doris Fischer, Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten

 

 

gefördert durch

Rund um den Internationalen Museumstag locken am kommenden Wochenende mehrere Veranstaltungen auf die Dornburger Schlösser. Am Samstagabend läuft ein Dokumentarfilm über die Saale-Horizontale, am Sonntag gibt es ein Potpourri aus verschiedenen Themenführungen und ein Konzert mit Christoph Reiff und Ekaterina Chernozub und französischen Kompositionen aus Klassik und Romantik. Außerdem laden die Schlossgärten auf dem Höhepunkt des Frühlingsflors zum Spazieren ein, und im Museum Dornburger Schlösser ist noch bis Sonntag die Ausstellung „Katharina Goziewski. Malerei und Grafik“ zu sehen.

 

Samstag, 14. Mai 2022

21 Uhr, Hof am Alten Schloss: Filmnacht open air – „Entlang der Horizontale“, Dokumentarfilm von Uwe Germar zum Panoramaweg im Saaletal. Veranstaltung in Kooperation der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten mit dem Dornburger Rosenfest e.V., Tickets in der Tourist-Information in Jena und an der Museumskasse.

 

Sonntag, 15. Mai 2022 – Internationaler Museumstag

14.30 Uhr Schnupperführung – Ausschnitte aus vier verschiedenen Führungen zeigen die Breite des Angebots für Gruppen. Treffpunkt und Reservierung an der Museumskasse im Renaissanceschloss (Tel.: 03 64 27-21 51 35).

16 Uhr, Altes Schloss, Rittersaal: Konzert „Arabesque“. Christof Reiff, Soloklarinettist der Jenaer Philharmonie, und Pianistin Ekaterina Chernozub spielen Werke französischer Komponisten aus Klassik und Romantik. Karten an der Abendkasse. Reservierung unter 03 64 27-21 51 35.

Abbildung: Christof Reiff und Ekaterina Chernozub, Foto: Carina Buchwald

Vortragsreihe zur Ausstellung „Paradiesgärten – Gartenparadiese“ in der Erfurter Peterskirche

Am 12. Mai werden in der Erfurter Peterskirche die Persönlichkeiten hinter historischen Parkanlagen in den Fokus gerückt. Im Rahmen der Vortragsreihe zur Ausstellung „Paradiesgärten – Gartenparadiese“ spricht Dipl.-Ing. Dietger Hagner, Gartenreferent der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, über Gartenkünstler in Thüringen.

Nicht nur der Star der Gartenkunst des 19. Jahrhunderts, Hermann Fürst von Pückler-Muskau, hat in Thüringen bis heute wirksame Spuren hinterlassen. Auch sein europaweit agierender Schüler Eduard Petzold, die Gärtnerdynastie Sckell und viele andere Künstler im Umgang mit der Natur waren im Auftrag der thüringischen Fürstenhäuser aktiv. Gartendenkmalpfleger Hagner gibt Einblicke in das Leben und Wirken der gefragten Gartenspezialisten, nicht zuletzt auch in die auf internationalem Austausch basierenden Ausbildungswege.

Vortrag „Gartenkünstler in Thüringen“
Dipl.-Ing. Dietger Hagner, Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten
Donnerstag, 12. Mai 2022, 18 Uhr, Einlass ab 17.45 Uhr
Klosterkirche St. Peter und Paul in Erfurt
Eintritt frei

 

Abbildung: Hermann Fürst von Pückler-Muskau, Porträt aus „Die Gartenlaube“ (1863)

 

 

 

Ausstellung „Paradiesgärten – Gartenparadiese“

Klosterkirche St. Peter und Paul in Erfurt

bis 31.10.2022

Di-So 10-18 Uhr

Tickets: 8 Euro, ermäßigt 4 Euro, Familienticket ab 16 Euro

Feierabendticket ab 17 Uhr: 4 Euro

Informationen zur Ausstellung und zum Begleitprogamm:

Museum Paradiesgärten Startseite | Klosterkirche St Peter und Paul

 

 

Weitere Vortragstermine:

 

19.5.2022

Höfische Küchen- und Nutzgärten in Vergangenheit und Gegenwart

Jost Albert, Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen

 

2.6.2022

Gartenkultur in Thüringen

Dr. Martin Baumann, Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie

 

16.6.2022

Mittelalterliche Klostergärten als Paradiesgärten

Dr. Rita Hombach, Köln

 

30.6.2022

Orangerien als Ausdruck höfischer Repräsentation am Beispiel der herzoglichen Orangerie Gotha

Jens Scheffler, Gotha

 

7.7.2022

Die Orangerie von Bendeleben

Dr. Martin Baumann, Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie

 

14.7.2022

Wissen wächst im Garten. Zur Bedeutung historischer Gärten

Inken Formann, Staatliche Schlösser und Gärten Hessen

 

1.9.2022

Kunstvolle Blumen-Stickereien – Teppichbeete in der Gartenkunst und gärtnerischen Praxis im Altensteiner Park

Dr. Daniel Rimbach und Margret Most, Bad Liebenstein

 

8.9.2022

Vereinbarkeit von Gartendenkmalpflege und Naturschutz in historischen Gärten

Stefan Wallerius, Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen

 

15.9.2022

Klimawandel – eine Herausforderung für die Gartendenkmale

Dr. Doris Fischer, Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten

Auf Schloss Sondershausen ist der Riesensaal im Südflügel wieder nutzbar. Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten hat die Fluchtwege und den Saal mit einer Sicherheitsbeleuchtung ausgestattet, die auch bei Stromausfall funktioniert. Rechtzeitig vor Beginn der Schlossfestspiele Sondershausen können in dem eindrucksvollen Raum nun wieder Konzerte und Veranstaltungen stattfinden.

Ende 2020 musste der Riesensaal vorübergehend für die Veranstaltungsnutzung gesperrt werden, weil seine Fluchtwege nicht mehr den Sicherheitsnormen entsprachen. Nun wurde die vom übrigen Stromnetz des Schlosses unabhängige Sicherheitsbeleuchtung nachgerüstet. Mit Blick auf die notwendige umfassende Sanierung des Südflügels wurde mit einer provisorischen Anlage gearbeitet. Auf komplizierte Eingriffe in Putz und Stuck wurde deshalb verzichtet, die Leitungen sind teilweise sichtbar verlegt.

Abbildung: Prachtvoller Kronleuchter und dezente Sicherheitsbeleuchtung am Wandgesims im Riesensaal von Schloss Sonderhausen, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Jana Lorenz

 

Nach zweijähriger Corona-Pause lädt die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten am kommenden Samstag wieder zur traditionsreichen Pflanzenbörse auf den Dornburger Schlössern. Am 7. Mai von 10 bis 15 Uhr werden im Hof des Alten Schlosses Nutz- und Zierpflanzen in großer Vielfalt angeboten.

Händler und passionierte Pflanzenliebhaber bieten eine breite Palette an Sommerblumen, Gemüse, Stauden und Gehölzen für den heimischen Garten auf. Auch das Team der Schlossgärtnerei ist wieder mit einer Auswahl von Stauden und selbstgezogenen Sommerpflanzen dabei, die in den historischen Schmuckbeeten zum Einsatz kommen. Für Liebhaber besonderer Gewächse sind Fuchsien und Steingartenpflanzen im Angebot. Imkerwaren und Keramik sind ebenfalls vertreten. Stargast ist die neu gezüchtete „Dornburger Schlossrose“, die während der Pflanzenbörse erstmals erworben werden kann.

Um 14 Uhr lädt Museumskurator Christian Hill im Rahmen einer öffentlichen Führung unter dem Motto „Paradiesische Vielfalt“ zu einem Streifzug durch die Dornburger Schlossgärten. Treffpunkt ist der Brunnen vor dem Renaissanceschloss.

Abbildung: Dornburger Schlossrose, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Christian Hill

 

In der Klosterkirche St. Peter und Paul in Erfurt beginnt am 5. Mai die Vortragsreihe „Paradiesgärten – Gartenparadiese“, das Begleitprogramm zur gleichnamigen Ausstellung der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. Bis Mitte September sind 11 Vorträge geplant, jeweils an Donnerstagen um 18 Uhr inmitten der Ausstellung.

Zum Auftakt am 5. Mai spricht Dr. Rainer Müller vom Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie zum Thema: „Im Zeichen der Reform. Die Erfurter Peterskirche und die Architektur der Hirsauer Reform in Thüringen“. Er führt ein in die Grundzüge einer der wichtigsten klösterlichen Erneuerungsbewegungen des Hochmittelalters und seine Auswirkungen auf den thüringischen Raum. Baulich zeugen die Klosterkirchen von Erfurt (St. Peter), Paulinzella und Thalbürgel von den Einflüssen dieser Strömung. Am Beispiel der Erfurter Peterskirche zeigt Müller, dass die Wahl von Motiven programmatischen Charakter trug und als Manifest der Reform gelesen werden kann. Der Vortrag stellt Ergebnisse der Bauforschung vor und demonstriert, in welcher Form sich die Inhalte der Reform in der Architektur niedergeschlagen haben.

Vortrag „Im Zeichen der Reform. Die Erfurter Peterskirche und die Architektur der Hirsauer Reform in Thüringen“
Dr. Rainer Müller, Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie
Donnerstag, 5. Mai 2022, 18 Uhr, Einlass ab 17.45 Uhr
Klosterkirche St. Peter und Paul in Erfurt
Eintritt frei

Ausstellung „Paradiesgärten – Gartenparadiese“
Klosterkirche St. Peter und Paul in Erfurt
bis 31.10.2022
Di-So 10-18 Uhr
Tickets: 8 Euro, ermäßigt 4 Euro, Familienticket ab 16 Euro
Feierabendticket ab 17 Uhr: 4 Euro
Informationen zur Ausstellung und zum Begleitprogamm:
https://event.thueringerschloesser.de/museum-paradiesgaerten/

 

 

Weitere Vortragstermine:

 

12.5.2022

Gartenkünstler in Thüringen

Dietger Hagner, Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten

 

19.5.2022

Höfische Küchen- und Nutzgärten in Vergangenheit und Gegenwart

Jost Albert, Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen

 

2.6.2022

Gartenkultur in Thüringen

Dr. Martin Baumann, Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie

 

16.6.2022

Mittelalterliche Klostergärten als Paradiesgärten

Dr. Rita Hombach, Köln

 

30.6.2022

Orangerien als Ausdruck höfischer Repräsentation am Beispiel der herzoglichen Orangerie Gotha

Jens Scheffler, Gotha

 

7.7.2022

Die Orangerie von Bendeleben

Dr. Martin Baumann, Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie

 

14.7.2022

Wissen wächst im Garten. Zur Bedeutung historischer Gärten

Inken Formann, Staatliche Schlösser und Gärten Hessen

 

1.9.2022

Kunstvolle Blumen-Stickereien – Teppichbeete in der Gartenkunst und gärtnerischen Praxis im Altensteiner Park

Dr. Daniel Rimbach und Margret Most, Bad Liebenstein

 

8.9.2022

Vereinbarkeit von Gartendenkmalpflege und Naturschutz in historischen Gärten

Stefan Wallerius, Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen

 

15.9.2022

Klimawandel – eine Herausforderung für die Gartendenkmale

Dr. Doris Fischer, Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten

 

gefördert durch

Schloss und Park Altenstein in Bad Liebenstein haben ein neues Besucherzentrum erhalten. Damit stellen die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) als Eigentümerin der Anlage und die Stadt Bad Liebenstein mit der Bad Liebenstein GmbH als wichtiger touristischer Partnerin das gemeinsame Angebot auf neue Füße. Das Besucherzentrum ist eine Maßnahme im Rahmen des Projekts SchlösserWelt Digital&Original der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, das von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert wird. Es wurden rund 120.000 Euro investiert.

Das neue Besucherzentrum wurde im Nördlichen Rundbau am Hofmarschallamt eingerichtet. Die Gäste werden damit an einem zentralen Ort empfangen, an dem die meisten Gäste mit PKW oder an den Wochenenden mit dem Bus-Shuttle ankommen und den Innenpark rund um das Schloss betreten. Das Besucherzentrum bietet die Möglichkeit zur individuellen Information im persönlichen Gespräch und per Medienstation. Außerdem können dort direkt Führungen gebucht und Tickets erworben werden. Auch verschiedene digitale Audio-Vermittlungsangebote sind vor Ort verfügbar. Sie können teils per Leihgerät genutzt, teils per WLAN auf das eigene Endgerät heruntergeladen werden.

Die Gestaltung nach Entwürfen des Ateliers Hähnel-Bökens lehnt sich an die Ausstellung „Paradiesgärten – Gartenparadiese“ in der Erfurter Peterskirche an, in der die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten während der Bundesgartenschau (BUGA) Erfurt 2021 mehr als 300.000 Besucher empfangen konnte. Die Kombination von Scherenschnittmotiven und großformatigen historischen Ansichten sorgt nun auch im Besucherzentrum Schloss und Park Altenstein für stimmungsvolle Atmosphäre.

Den Schwung für das neue Besucherzentrum und den Betrieb in Kooperation zwischen Bad Liebenstein GmbH und Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten gab die erfolgreiche Zusammenarbeit in der BUGA-Saison 2021 mit einer provisorischen Tourist-Information. Die große Nachfrage machte den Bedarf nach einem dauerhaften Gästeservice deutlich.

Dr. Doris Fischer, Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, ist dankbar für die Kooperation mit der Stadt Bad Liebenstein und deren Kulturbetrieb Bad Liebenstein GmbH: „Wir freuen uns sehr, dass es gelungen ist, die gute Zusammenarbeit mit dauerhafter Perspektive zu verankern. Zugleich sind wir dankbar für die Arbeit, die der Förderverein Altenstein-Glücksbrunn e.V. in den vergangenen Jahrzehnten geleistet hat, namentlich dessen langjähriger Vorsitzender Horst Weinberg. Durch unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz hat der Verein dafür gesorgt, dass Gäste hier immer freundlich empfangen und mit hilfreichen Informationen versorgt wurden. Das ist ein entscheidendes Fundament, auf dem wir aufbauen können.“

Bad Liebensteins Bürgermeister Dr. Michael Brodführer betont: „Bad Liebenstein und der Altenstein sind ohne einander nicht denkbar. Das zeigen wir mit der kontinuierlichen Zusammenarbeit beider Institutionen. Kurstadt und Gartendenkmal werden nun als Einheit vermarktet und die Angebote eng miteinander verzahnt.“

Schloss und Park Altenstein am Südwesthang des Thüringer Waldes oberhalb von Bad Liebenstein bilden ein Ensemble aus 160 Hektar großem Landschaftspark und dem im späten 19. Jahrhundert im englischen Renaissance-Stil umgebauten Schloss. Der Park ist geprägt von einer bewegten Topographie und schroffen Felsformationen. Kleinarchitekturen aus der Zeit um 1800 wie die Ritterkapelle, das Chinesische Häuschen, das Schweizerhaus im Luisental, der Blumenkorbfelsen und die Teufelsbrücke schaffen malerische Szenerien, die an vergangene Epochen und ferne Länder erinnern.

Mit dem Projekt SchlösserWelt Digital&Original richtet die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten Schlaglichter auf ausgewählte Schlösser, Burgen, Park-anlagen und Klöster ihrer insgesamt 31 Kulturdenkmale. Ziel ist die lebendige und zeitgemäße Vermittlung von Bau- und Nutzungsgeschichten. Zudem wird die große Dichte an Gartenkunstwerken in den Fokus gerückt und er-klärt, wie Parkanlagen in Zeiten der Klimaveränderung zu grünen Laboratorien werden. Außerdem soll das Projekt verstärkt auf die Nutzungsgeschichte nach 1918 aufmerksam machen und zeigen, wie eng die historischen Anlagen bis heute mit der Erfahrungs- und Lebenswelt der Menschen in Thüringen verbunden sind. Für das Projekt SchlösserWelt Digital&Original stellt die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien für den Förderzeitraum 2022 bis 2024 insgesamt 3, 7 Millionen Euro bereit.

 

Besucherzentrum Schloss und Park Altenstein
Eintrittskarten, Führungen, Souvenirs
Öffnungszeiten: April bis Oktober Di-Fr 11-15 Uhr, Sa/So/feiertags 11-16 Uhr
Tel.: 03 69 61/70 05 67
besuch@schlosspark-altenstein.de
www.schlossaltenstein.de

gefördert durch

Ab 1. Mai ist der „Guckkasten Bastille“ im Ensemble Bastille am Stadtschloss Weimar nach langer coronabedingter Pause wieder geöffnet. In dem provisorisch zugänglich gemachten Teilbereich des sanierungsbedürftigen Torhauses gibt die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten Einblick in die Geschichte des Gebäudekomplexes. Zudem präsentiert die weimar GmbH in den Räumen den Erlebnisort „Bach in Weimar“ mit unterhaltsam aufbereiteten Informationen zu den Weimarer Jahren des Barockkomponisten.

Das Ensemble aus mittelalterlichem Schlossturm und Renaissance-Torhaus überstand zwei verheerende Schlossbrände unbeschadet und wurde auch bei den jeweils anschließenden modernisierenden Wiederaufbaumaßnahmen nicht angetastet. Im 18. Jahrhundert erhielt der Turm eine barocke Haube, und das Hofdamenhaus wurde angebaut. Damals bürgerte sich auch die Bezeichnung „Bastille“ für das Ensemble ein. Über Jahrhunderte war hatten im Torhaus wichtige Einrichtung der herzoglichen Administration ihren Sitz, außerdem gab es Gefängniszellen. In der komfortabelsten von ihnen musste Johann Sebastian Bach 1717 einige Wochen verbringen, nachdem er ohne Einverständnis des Weimarer Herzogs einen Arbeitsvertrag in Köthen unterschrieben hatte.

Guckkasten Bastille, Burgplatz 4, 99423 Weimar, Di-So 10-17 Uhr, Eintritt frei.

 

Auf Schloss Heidecksburg finden derzeit Sondierungsgrabungen im Schlossgarten statt. Hintergrund ist die Gartendenkmalpflegerische Zielstellung für die Untere Schlossterrasse, die derzeit im Auftrag der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten erarbeitet wird. Am Freitag werden die kleinen Suchgräben wieder verschlossen.

Die Grabungen ergänzen umfangreiche Recherchen anhand von Archivalien, überlieferten Plandarstellungen und Bilddokumenten. Mit gezielt angelegten schmalen Suchschnitten werden Informationen aus historischen Planunterlagen überprüft. Im Mittelpunkt stehen dabei Breite, Verlauf und Bauweise der Wege. Sie lassen sich anhand von Steinpackungen noch gut nachweisen. Sind sie kartiert und in aktuelle Pläne eingemessen, erlauben sie Rückschlüsse auf die Zuverlässigkeit von Plandarstellungen. Die Ergebnisse fließen in die Gartendenkmalpflegerische Zielstellung ein, die als Richtschnur für den künftigen Umgang mit der Gartenanlage dienen wird.

Der Schlossgarten auf der Unteren Terrasse mit dem Schallhaus im Zentrum war als regelmäßige barocke Anlage gestaltet, bevor er sich um 1800 zum Landschaftsgarten mit geschwungenen Wegen und schattenspendenden Gehölzpflanzungen wandelte. Vor allem aus dieser Gestaltungsepoche sind die Wegeverläufe noch gut nachweisbar.

Abbildung: Im Schlossgarten von Schloss Heidecksburg werden Suchschnitte angelegt, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Franz Nagel

Im Terrassengarten von Schloss Wilhelmsburg in Schmalkalden ist es erneut zu Schäden durch Vandalismus gekommen. Unbekannte haben am Karfreitag die Reste der historischen Wasserkunst entlang der Sandsteintreppe. Steine wurden aus einer Mauer gebrochen und in die Umgebung geworfen. Zudem wurden verfassungsfeindliche Schmierereien an den Treppenwangen festgestellt. Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten schätzt den Schaden auf rund 5.000 Euro. Der Vorfall wurde wie immer zur Anzeige gebracht.

Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten weist auf den besonderen Wert des Terrassengartens als Gartendenkmal hin. Zerstörungen am historischen Bestand schädigen das gemeinsame Kulturerbe und binden jährlich erhebliche Summen für die Schadensbeseitigung, die dringend für den Unterhalt der Garten- und Baudenkmale benötigt würden.

Abbildung: Vandalismusschaden im Terrassengarten von Schloss Wilhelmsburg in Schmalkalden, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Sylvia Lorenz