Eine große Vielfalt von Pflanzen für den heimischen Garten wird am kommenden Samstag auf den Dornburger Schlössern und Gärten angeboten. Auf Einladung der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten präsentieren zur jährlichen Pflanzenbörse professionelle Züchter und versierte Gartenfreunde Zier- und Nutzpflanzen. Auch das Gartenteam der Dornburger Schlossgärten ist dabei.

Zwischen 10 und 15 Uhr können sich Interessierte mit Pflanzen für Haus und Garten versorgen, unter anderem mit Freilandkakteen, Fuchsien, Obst- und Gemüsepflanzen, Gehölzen, Rosen und Staudengewächsen. Die Schlossgärtner haben Ableger von Stauden, Sommerblumen, aber auch Kräuter- und Gemüsepflanzen im Angebot. Außerdem gibt es die Dornburger Schlossrose zu kaufen, eine im vergangenen Jahr prämierte und nach den Dornburger Schlössern benannte Neuzüchtung.

Ergänzt wird das grüne Angebot um Tiroler Spezialitäten, Honig, Töpferwaren mit Gartenbezug, Apfelsaft von der Streuobstwiese im Schlosshof und einen Kalender für das Jahr 2024 mit Motiven aus den Schlossgärten.

Kinder können an einem Basteltisch Biosphären selbstherstellen – angesäte, bepflanzte und angegossene Gläser, in denen sich pflanzliches Leben entwickelt – am besten selbst große Schraubgläser mit Deckel mitbringen, alles andere wird gestellt.

Um 14 Uhr gibt es eine öffentliche kostenfreie Führung „Grüne Geschichte(n)“ durch die Schlossgärten, die historisches und gärtnerisches Wissen vermittelt (Treffpunkt am Alten Schloss).

Fotos:
Dornburger Pflanzenbörse, Foto: STSG, Fanny Rödenbeck
Dornburger Schlossrose, Foto: STSG, Christian Hill

Ein Jahrhundert Museumsbetrieb auf den Dornburger Schlössern – das ist das Thema eines Vortragstages mit Kaffeetafel und anschließendem Abendprogramm, zu dem die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) am 14. Mai im Alten Schloss Dornburg einlädt. Vier Vorträge beleuchten ab 13.30 Uhr die Geschichte der Dornburger Schlösser als Museum. Museumskurator Christian Hill (STSG) gibt Einblicke in die Zeit vor dem Ende der Monarchie 1918, Prof. Dr. Volker Wahl rückt die Umstände der Übertragung an die Goethe-Gesellschaft 1921/22 in den Fokus, Dr. Gabriele Oswald (Klassik Stiftung Weimar) zeichnet das Wirken Helmut Holtzhauers auf den Dornburger Schlössern um 1960 nach, und Dipl.-Restauratorin Sina Junker (STSG) erläutert die bevorstehenden Sanierungsmaßnahmen am Renaissanceschloss. Im Anschluss gibt es um 18 Uhr ein musikalisch-literarisches Programm rund um Goethes Gedicht „Wandrers Nachtlied“.

Ausgangspunkt der musealen Entwicklung der Dornburger Schlösser ist die Bergstube im Renaissanceschloss, in der sich Johann Wolfgang von Goethe 1828 für mehrere Wochen aufhielt. Neben zahlreichen Briefen und Gesprächen sind aus dieser Zeit auch Gedichte überliefert. Goethes Verbindung zu den Dornburger Schlössern war auch Anlass für die Übernahme durch die Goethe-Gesellschaft nach der Revolution von 1918. Später gehörten die Dornburger Schlösser zu den Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten der klassischen deutschen Literatur. Deren Generaldirektor Helmut Holtzhauer sorgte für Umgestaltungen in den Schlössern und Gärten. 2006 eröffnete die Klassik Stiftung Weimar das sanierte Rokokoschloss mit einer neuen musealen Konzeption. 2009 übernahm die STSG, zu der bereits das Alte Schloss gehörte, auch das Renaissance- und das Rokokoschloss und verantwortet seither ebenso den musealen Betrieb.

Nach der aktuellen Saison wird das Renaissanceschloss Ende Oktober aufgrund von Sanierungsarbeiten im Rahmen des Sonderinvestitionsprogramms I der STSG für mehrere Jahre geschlossen. Das Rokokoschloss und das benachbarte Bauhaus-Werkstatt-Museum bleiben auch in den kommenden Jahren geöffnet.

Für die Veranstaltung am 14. Mai ist aufgrund begrenzter Plätze eine Anmeldung bis zum 11. Mai notwendig (museum@dornburg-schloesser.de oder 036427/215130).

100 Jahre Museum Dornburger Schlösser
Von der großherzoglichen Sommerresidenz zum Museum
14. Mai 2023, 13.30 Uhr, Dornburger Schlösser, Altes Schloss
Anmeldung: museum@dornburg-schloesser.de

Abendprogramm
Goethe – Wandrers Nacht. Eine literarisch-musikalische Reise zu Ehren des weltberühmten Gedichts „Wandrers Nachtlied“ von Johann Wolfgang von Goethe
14. Mai 2023, 18 Uhr Dornburger Schlösser, Altes Schloss

 

Abbildung: Goethes Bergstube im Dornburger Renaissanceschloss, Foto: Schatzkammer Thüringen, Marcus Glahn

 

Auf Schloss Heidecksburg in Rudolstadt hat die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten an prominenter Stelle vor dem Westflügel eine junge Säuleneiche gepflanzt. Die Eiche ersetzt einen Altbaum aus dem 19. Jahrhundert, der zuvor an gleicher Stelle stand.

Der Eichensetzling wurde durch Veredelung aus einem Zweig des abgestorbenen Altbaums gezogen. Der laut Jahresringen über 160 Jahre alte Baum war der Trockenheit der letzten Jahre zum Opfer gefallen, eine der vielen sichtbaren Folgen des Klimawandels für historische Parks. Durch die Veredelung zuvor entnommener Zweige wird das Genmaterial und damit auch die besondere säulenförmige Wuchsform des historischen Baums am Standort erhalten.

Mit der Nachpflanzung soll das historische Erscheinungsbild des Westflügels langfristig wiederhergestellt werden. Denn zu Beginn des 19. Jahrhunderts war der vorgelagerte Bereich als Landschaftsgarten gestaltet worden, einschließlich des Teehäuschens für Fürstin Caroline Luise von Schwarzburg-Rudolstadt. In diesem Gestaltungszusammenhang wurden später auch zwei Säuleneichen rechts und links vom Schlossportal gepflanzt, die lange die Ansicht prägten. Beide Bäume gingen in den letzten Jahren verloren, nun ist auch der zweite nachgepflanzt. Eine Scheibe aus dem Stamm des verlorenen Altbaums ist derzeit in einer Sonderausstellung im Thüringer Landesmuseum Heidecksburg zu sehen.

Die Säuleneiche ist ein besonderer Baum. Die schlanke Wuchsform geht auf die Mutation einer Stieleiche in Südhessen zurück, deren Nachkommen in der Gartenkunst Karriere machten. Von der 580 Jahre alten „Mutter aller Säuleneichen“ stammen wahrscheinlich alle heute erhaltenen Säuleneichen in historischen Parks und Gärten ab – so auch die Säuleneichen auf Schloss Heidecksburg.

Das Veredeln von Laubbäumen hat in historischen Park- und Gartenanlagen besondere Bedeutung. Kronenformen und Laubfarben wurden mit Blick auf ihre gestalterische und räumliche Wirkung ausgewählt und sind nur schwer zu ersetzen. Daher setzen Gartendenkmalpfleger bei notwendigen Nachpflanzungen vorzugsweise auf vorhandenes Genmaterial vom gleichen Standort. Junge Setzlinge können sich dabei von klein auf an die Gegebenheiten der Umgebung anpassen, mit eingewöhntem Genmaterial vom Standort sind die Chancen besonders gut.

 

Abbildung:

Gartenreferent Jonathan Simon (links) und Schlossgärtner Carsten Wilhelm mit der neu gepflanzten Säuleneiche und einer Scheibe des Altbaums, Foto: STSG, Franz Nagel

In der Wasserburg Kapellendorf werfen die geplanten Sanierungsmaßnahmen am Prinzessinnenbau ihre Schatten voraus. Derzeit werden im Dachstuhl des Prinzessinnenbaus schadstoffhaltige Einbauten aus der DDR-Zeit entfernt. Damit wird die Voraussetzung für weitere Voruntersuchungen geschaffen. Die Baumaßnahmen sind Teil des Sonderinvestitionsprogramms I (SIP I) der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG).

An der Fassade zum Burghof wurde eine Hebebühne gestellt, um Bauschutt und Einbaumaterial direkt aus dem Dachgeschoss zu transportieren. Außerdem wird im Dachstuhl Staub fachgerecht entfernt, der sich über die Jahrzehnte angesammelt und mit schädlichen Holzschutzmitteln angereichert hat. Erst nach dem Rückbau der kontaminierten Materialien aus jüngerer Zeit und der Reinigung können Statiker, Holzgutachter und andere Fachleute die Tragkonstruktion des Dachs genauer untersuchen und aufmessen.

Im Rahmen des SIP I saniert die STSG in der Wasserburg Kapellendorf am Prinzessinnenbau das Dach und die Fassaden. Der Prinzessinnenbau entstand als Witwensitz für Herzogin Eleonore Wilhelmine von Sachsen-Weimar. Nach deren Tod blieb der Bau aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts unvollendet. Später wurde er zum Getreidespeicher umfunktioniert. Im 20. Jahrhundert wurde das Gebäude zeitweilig für Veranstaltungen genutzt.

Das Sonderinvestitionsprogramm I der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten hat ein Volumen von insgesamt 200 Millionen Euro, mit dem insgesamt 23 Sanierungsprojekte an Kulturdenkmalen in ganz Thüringen umgesetzt werden sollen. Finanziert wird das Programm jeweils zur Hälfte vom Bund und vom Land Thüringen.

 

Abbildung: Prinzessinnenbau auf der Wasserburg Kapellendorf mit Hebebühne für die bauvorbereitenden Maßnahmen, Foto: STSG, Jörg Kirsten

Im Schlosspark Altenstein bei Bad Liebenstein lässt die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten einen künstlich angelegten Graben reparieren. Der Graben im nordwestlichen Parkbereich bildet den Zulauf zum Luisenthaler Wasserfall. Durch eine umgestürzte Buche waren Ende des letzten Jahres schwere Schäden am Kanal entstanden. Die Arbeiten sollen bis Ende der nächsten Woche abgeschlossen werden.

Um den Graben zu reparieren, muss zunächst der Stumpf des umgestürzten Baums entfernt werden. Anschließend werden die über eine Länge von zehn Metern beschädigten Kanalwände wieder hergerichtet. Nach Abschluss der Arbeiten kann die Wasserzufuhr zum Wasserfall wieder aufgenommen werden. Die Kosten für die aufwendigen Reparaturmaßnahmen belaufen sich auf rund 39.000 Euro.

Der Schlosspark Altenstein wurde um 1800 angelegt. Das Luisenthal mit künstlich angelegtem Wasserfall und Sennhütte gehört zu den kleinen alpenländisch inspirierten Landschaftsbildern, die im 160 Hektar großen Landschaftspark unter Herzog Georg I. von Sachsen-Meiningen entstanden.

 

Abbildung: Reparaturarbeiten am Wasserfall-Zulauf im Schlosspark Altenstein, Foto: STSG, Toni Kepper

 

Auf Schloss Sondershausen haben die Werkstattarbeiten für die Fenstersanierung im Rahmen des Sonderinvestitionsprogramms I (SIP I) der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten begonnen. Nach gründlichen Planungsvorläufen wurde diese Woche das erste Fenster fertiggestellt. Das über zweieinhalb Meter hohe Fenster dient als Muster für die Gestaltung aller weiteren Fenster, die am Westflügel aufgrund starker Schäden im Bestand ausgetauscht werden müssen. Rund 120 Stunden wurde in der Holzwerkstatt für die Anfertigung des sorgfältig ausgearbeiteten Musterstücks gehobelt, gesägt und gefräst.

Insgesamt werden am Westflügel von Schloss Sondershausen 73 Fenster saniert. Die neuen Kastenfenster mit Profilierung nach historischen Befunden werden in der Holzwerkstatt vorgefertigt. Rund 20 Tonnen Eichenholz werden dabei zum Einsatz kommen. Jedes Fenster wird knapp 300 Kilogramm wiegen. Im Sommer folgt der Einbau der ersten Fenster am Westflügel. Durch die Fenstersanierung wird die Bausubstanz geschützt und die Gebäudeenergieeffizienz erhöht.

Der Westflügel von Schloss Sondershausen wurde im 18. Jahrhundert errichtet und war Mitte des 19. Jahrhunderts im spätklassizistischen Stil noch einmal umgestaltet worden. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam es am Westflügel zum Austausch fast aller Fenster. Feuchtigkeit, Abnutzung und die Witterung hatten in den vergangenen Jahrzehnten an diesen zu sehr starken Schäden an Holz und Beschlägen geführt.

Das SIP I der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten hat ein Volumen von 200 Millionen Euro, die Bund und Land jeweils zur Hälfte bereitstellen. Mit diesem Programm kann die STSG bis 2027 wesentliche Sanierungsschritte für viele ihrer Liegenschaften erreichen. Die vorgesehenen Maßnahmen sind in 23 Einzelprojekte in Kulturdenkmalen in ganz Thüringen aufgeteilt, die unabhängig voneinander vorangetrieben werden.

 

Abbildung: Das Projektteam berät im Blauen Saal von Schloss Sondershausen über das Musterfenster für die Fenstersanierung, Foto: STSG, Jana Lorenz

Im Terrassengarten von Schloss Wilhelmsburg in Schmalkalden sind ab jetzt auch historische Kartoffelsorten zu finden. Die bis zu 500 Jahre alten Sorten ergänzen im ehemaligen landgräflichen Lust- und Nutzgarten des Schlosses nun die historisch belegten Pflanzenbestände.

Neun Kartoffelsorten wurden in dieser Woche erstmalig angepflanzt, die einen Eindruck der historischen Pflanzenvielfalt vermitteln sollen – vom „Königspurpur“ mit roter Schale und nussiger Note über den „Ackersegen“, die einst universell einsetzbare Haushaltskartoffel, bis zur „Vogtländischen Blauen“ mit dunkelblau gefärbter Schale. Die Neupflanzungen ergänzen die durch historische Pflanzlisten belegten Bestände im bereits zu Beginn des 17. Jahrhunderts angelegten Terrassengarten von Schloss Wilhelmsburg. Die historischen Kartoffelsorten wurden freundlicherweise von Gündels Kartoffelwelt aus Reichenbach im Vogtland zur Verfügung gestellt.

Mehr zur historischen Pflanzenkultur im Schmalkaldener Schlossgarten können Besucherinnen und Besucher jetzt mit einem neuen digitalen Rätselspiel entdecken. Das Spiel funktioniert auf dem eigenen Mobilgerät. Die App muss nicht heruntergeladen werden, sondern ist direkt über QR-Codes auf den Schildern im Terrassengarten erreichbar. Alternativ können Tablets an der Museumskasse ausgeliehen werden.

 

Abbildungen:

Terrassengarten von Schloss Wilhelmsburg in Schmalkalden, Foto: Schatzkammer Thüringen, Marcus Glahn

 

Eine spielerische Entdeckertour durch den Terrassengarten von Schloss Wilhelmsburg in Schmalkalden haben das Museum Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden und die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) gemeinsam entwickelt. Eine Rätsel-App und Infotafeln vermitteln Erwachsenen und Kindern interessante Details über die Anlage und die Gartenkultur früherer Zeitalter. Die Kulturstiftung der Länder hat im Förderprogramm „Kultur.Gemeinschaften“ bis zu 75.000 Euro für das Projekt rund um den Terrassengarten bereitgestellt.

Entstanden ist ein generationenübergreifendes Angebot mit einem digitalen Rätselspiel für Jung und Alt als Mittelpunkt. Die Rahmenhandlung ist einfach und an den historischen Skulpturenschmuck des Gartens angelehnt: Ein Löwe sucht seinen Freund, den Delfin. Wer dem Löwen bei der Suche helfen will, muss vier Aufgaben lösen. Mit jeder Lösung wird mehr vom Delfin sichtbar. Anregungen und Antworten finden sich beim Rundgang durch den Garten auf Infotafeln zu den Jahreszeiten und zur historischen Pflanzenkultur. Hat man eine Aufgabe gelöst, gibt es interessante bebilderte Hintergrundinformationen. Und am Ende kann man sich noch eine Überraschung an der Museumskasse im Schloss abholen.

„Mit dem Spiel haben wir das lang erhoffte Vermittlungsinstrument, um die Gäste anschaulich in die Vergangenheit des Terrassengartens blicken zu lassen“, sagt Dr. Doris Fischer, Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, „denn es steckt viel mehr in dem Garten, als man auf den ersten Blick sieht. Dass es hier eine opulente Wasserkunst mit Muschelkaskaden und Skulpturen gab, ist für viele Gäste ohne Erklärungen schwer vorstellbar.“

Anschaulich dargestellt wird auch die Kombination von Nutz- und Zierpflanzen im Terrassengarten, die seit der Wiederherstellung der Gartenterrassen 2015 wieder zu erleben ist. Im Zusammenhang mit dem Projekt wurde nun die Palette der historischen Pflanzensorten noch einmal erweitert und mit Hinweistafeln ergänzt.

Museumsdirektor Dr. Kai Lehmann ist froh über das neue gemeinsame Angebot: „Bei einem Schloss ist der Außenbereich genauso bedeutsam wie die Innenräume. Mit dem neuen Rätselspiel können unsere Gäste nun den Museumsrundgang nahtlos im Terrassengarten fortsetzen und bekommen dort wie im Schloss selbst viel Spannendes mit auf den Weg – zum Beispiel auch, welches Gemüse anfangs hier nicht angebaut werden konnte, weil es noch gar nicht nach Europa importiert war.“

Das Spiel funktioniert auf dem eigenen Mobilgerät. Die App muss nicht heruntergeladen werden, sondern ist direkt über QR-Codes auf den Schildern im Garten erreichbar. Alternativ können Tablets an der Museumskasse ausgeliehen werden.

Der Terrassengarten von Schloss Wilhelmsburg entstand ab etwa 1602 unter Landgraf Moritz von Hessen und seinen Nachfolgern. Auf den Terrassen legte man Zierbeete mit Blumenstauden, Rosen und Gemüse an, wie durch Pflanzenlisten belegt ist. Das Aussehen der Beete ist nicht bekannt. Lediglich für die oberste Terrasse ist eine Skizze mit ornamentaler Buchsbaumpflanzung überliefert. Die Terrassenstruktur, die Pflanzlisten und die Skizze bildeten die Grundlage für die Wiederherstellung des Terrassengartens zur Landesgartenschau in Schmalkalden 2015. Bereits einige Jahre zuvor hatte die STSG die seitlich verlaufende Treppenanlage saniert. Dort sind noch zwei flankierende Wasserkanäle erkennbar – die Reste der Wasserkunst, in der einst durch Delphine, Löwen und Muscheln das aufwendig von jenseits des Tals herangeführte Wasser plätscherte.

Foto:
Präsentation der App im Terrassengarten mit Bürgermeister Thomas Kaminsi (3.v.l.), STSG-Direktorin Dr. Doris Fischer (4.v.l.), STSG-Projektleiterin Dr. Miriam Rieger und Museumsdirektor Dr. Kai Lehmann (6.v.l.), Foto: Sascha Bühner

gefördert durch

 

Auf der Veste Heldburg lädt ab sofort das neue Burgrestaurant „Helene“ auf der Aussichtsterrasse am Heidenbau zum Genießen ein. Das Restaurant im modern ausgestatteten Neubau rundet das Angebot auf der Veste ab, die beliebtes Ausflugsziel und seit 2016 Sitz des Deutschen Burgenmuseums ist. Der Neubau war 2022 für insgesamt 1,2 Millionen Euro fertiggestellt worden. Bauherrin ist die Stadt Heldburg, die Planung und Umsetzung oblag der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) als Eigentümerin der Anlage. Das Restaurant liegt im inzwischen eintrittsfrei zugänglichen Burghof.

Der eingeschossige Neubau mit kupfergedecktem Walmdach ist eine Holz-Glas-Konstruktion. Der lichtdurchflutete Gastraum mit Panoramablick über die Zinnen der Aussichtsterrasse bietet Platz für bis zu 50 Gäste, hinzu kommt die Terrasse. Küche und Service sind in der Hand erfahrener Profis. Bettina und Dr. Peter Traut, Inhaber der „Wacholderschänke“ in Hildburghausen, betreiben das Restaurant, vor Ort leiten Silvia Schmidt den Service und Oliver Stonus die Küche. Mittwoch bis Sonntag werden von 11 bis 17 Uhr ausgesuchte Speisen und Getränke angeboten.

„Mit der Speisekarte setzen wir auf Frisches und auf regionale Produkte. Wir möchten thüringisch-fränkische Klassiker neu interpretieren und eine leichte Version traditioneller Gerichte anbieten“, sagt Betriebsleiter Stonus. So gibt es ein Fränkisches Pastrami-Baguette mit klassisch gegartem Tafelspitz, aber auch die Thüringer Klassiker wie Braten und Klöße an den Sonntagen. Nachmittags werden hausgebackene Blechkuchen und Kaffeespezialitäten angeboten.

„Auch für Veranstaltungen und Feiern sind wir gerüstet und freuen uns zum Beispiel auf Hochzeitspaare, die sich auf der Veste trauen lassen und das mit ihren Gästen direkt in der Anlage feiern“, so Traut. Denn seit Anfang April kann in der Freifraukemenate wieder geheiratet werden (über Standesamt Heldburg). „Helene“ bietet nun die Möglichkeit zum anschließenden Sektempfang mit Häppchen, aber auch zum ganzen Hochzeitsfest auf der Veste.

Vorgesehen sind auch Konzerte und Veranstaltungen mit kulinarischer Begleitung. Erstes Ereignis ist das Frühlingskonzert des Südthüringischen Kammerorchesters am 29. April mit einer „kulinarischen Ouvertüre“ im Restaurant „Helene“ (Tickets mit oder ohne Konzertdinner: 03 68 71/30 99 44 oder service@restaurant-veste-heldburg.de sowie online: www.shop.wacholder-schaenke.de).

Der Gastronomieneubau entstand am historischen Standort eines früheren Küchenbaus, der bereits im 19. Jahrhundert der heutigen zinnenumkränzten Terrasse gewichen war. Darunter sind noch die historischen Kellergewölbe des früheren Küchenbaus erhalten. Der Neubau greift mit Holz und Kupfer traditionelle Baumaterialien auf. Großzügige Fenster in der holzverkleideten Fassade erfüllen den holzsichtigen Gastraum mit viel Tageslicht. Grüne, anthrazit-, und kupferfarbene Details runden zusammen mit einer offenen Theke und imposanten Ausblicken in das Umland die Innenatmosphäre ab. Über eine Rampe ist das Gebäude barrierefrei erreichbar.

Dr. Doris Fischer, Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, erläutert das architektonische Konzept: „Natürlich stand die Rücksicht auf das Denkmal bei Entwurf und Ausführung für uns im Vordergrund. Formensprache und Materialien des kleinen Neubaus fügen sich in die historische Umgebung der Burganlage ein und entsprechen zugleich den Anforderungen an einen modernen Gastronomiebetrieb. Der sensibel gestaltete Neubau bleibt als solcher im historischen Ensemble gut ablesbar, und die Eingriffe in die Substanz wurden minimal gehalten.“

Heldburgs Bürgermeister Christopher Other begründet das Engagement der Stadt für das Projekt: „Die Heldburgerinnen und Heldburger haben sich lange eine Wiederbelebung der Gastronomie auf der Veste Heldburg gewünscht. Nicht nur für Touristen wird jetzt das Burgerlebnis perfekt, auch im gastronomischen Angebot für die Region schließt sich damit eine Lücke. Wir haben deshalb gern die Rolle des kommunalen Bauherrn übernommen.“

Die Gastronomie hat auf der Veste Heldburg eine lange Tradition. Eine erste Wirtschaft ist bereits für die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts belegt. Zur damaligen Zeit war die Burganlage Nebenresidenz der Herzöge von Sachsen-Meiningen. Weilte die herzogliche Familie auf der Veste, pausierte die Gastronomie. Über 100 Jahre wurden immer wieder Gäste in wechselnden Wirtsräumen auf der Burg bewirtet.

Der Name „Helene“ für das neue Burgrestaurant ging aus einem Wettbewerb hervor. Zehn Teilnehmer erhielten per Los einen Restaurant-Gutschein im Wert von je 50 Euro. Unter 354 Vorschlägen fiel die Wahl auf die Helene Freifrau von Heldburg als Namenspatronin, die Schauspielerin und dritte Ehefrau des Theaterherzogs Georgs II. von Sachsen-Meiningen. Am 18. März jährte sich der Hochzeitstag der beiden zum 150. Mal, am 24. März war der 100. Todestag Helenes. Mit Bezug zur Namensgeberin wurde zur Eröffnung am Burgberg ein Birnbaum der Sorte „Schöne Helene“ gepflanzt. „Vielleicht können wir aus den Früchten einen Birnenbrand für unsere Gäste herstellen lassen“, so Restaurantbetreiber Traut.

Der Neubau ist ein gemeinsames Projekt der Stadt Heldburg und der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, gefördert durch das Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum mit knapp 630.000 Euro sowie durch die Thüringer Staatskanzlei mit 300.000 Euro. Für die Planungen setzte die STSG circa 200.000 Euro ein. Die Gesamtkosten für den Neubau lagen bei gut 1,2 Millionen Euro.

 

Abbildung

– Veste Heldburg, Gastronomieneubau, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Steven Neukirch

 

Kontakt

Burgrestaurant „Helene“

Burgstraße 1

98663 Heldburg

03 68 71/30 99 44

service@restaurant-veste-heldburg

www.restaurant-veste-heldburg.de

 

Für Liebhaber der Dornburger Schlösser gibt es schon jetzt einen Begleiter durch das Jahr 2024. Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten hat einen großformatigen Kalender mit Aufnahmen von Schlossverwalterin Dr. Fanny Rödenbeck herausgebracht. Zu kaufen gibt es den Kalender an der Museumskasse im Renaissanceschloss.

Die drei Schlösser und ihre Gärten im Wandel des Jahreslaufs sind auch Gegenstand der aktuellen Fotoausstellung „Dornburger Jahreszeiten – Magische Momente“ mit Aufnahmen von Rödenbeck (bis 14. Mai). Täglich auch jenseits der üblichen Besuchszeiten in der Anlage unterwegs, begegnen ihr immer wieder besondere Licht- und Farbstimmungen, die sie im Bild festhält. Eine Auswahl davon können Gäste nun als Kalender (50 x 50 cm, 18 Euro) mit nach Hause nehmen.

Dornburger Schlösser
Museum 1. April bis 31. Oktober, täglich außer Mi von 10 bis 17 Uhr
Schlossgärten ganzjährig täglich von 9 Uhr bis Sonnenuntergang
www.dornburg-schloesser.de

Abbildung: Schlossverwalterin Fanny Rödenbeck mit dem neu erschienen Kalender „Dornburger Schlösser“, Foto: STSG, Christian Hill