Beim Besuch einer Burg kann man es heute noch erleben – Burgtore sind Zugänge und Barrieren zugleich. Noch stärker als heute hatten Tore im Mittelalter und der Frühen Neuzeit eine symbolische und auch rechtliche Bedeutung. Schon das Errichten massiver Mauern und Tore war ein Privileg, denn es machte den Bauherrn wehrhaft und verlieh ihm damit Macht. Häufig wurden Burgtore in Torhäuser mit verschiedenen Funktionen integriert. Diesem Phänomen widmen die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten und das Thüringische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie am 22. März eine gemeinsame Tagung auf Burg Ranis.

Anlass für die Tagung sind bauhistorische und restauratorische Forschungen in Vorbereitung der beginnenden Sanierung des Torhauses auf Burg Ranis, das seine Ursprünge in sichernden Funktionen hat und später zusätzlich repräsentative Wohnfunktionen übernahm. Die Tagung stellt anhand von Überblicken und Einzeluntersuchungen Beispiele aus Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Hessen und Franken vor und thematisiert überregionale Traditionen und lokale Lösungen für den selten gesondert in den Blick genommenen Gebäudetyp.

Anmeldungen zur Tagung sind bis zum 13. März möglich. Programm und Anmeldehinweise: www.thueringerschloesser.de, Kontakt: E-Mail: veranstaltungen@thueringerschloesser.de

Tagung: Torhäuser auf Burgen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Entstehung, Gestalt und Funktion, 22.3.2024, 9.30-17.30 Uhr, Burg Ranis, Breitenbuchhalle

Link zum Programm: https://event.thueringerschloesser.de/wp-content/uploads/2024/02/Programm-Tagung-Ranis_Mail.pdf

Abbildung: Burg Ranis, Torhaus, Foto: STSG, Constantin Beyer

In der Herzoglichen Orangerie Gotha hat die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) ein Folienzelt errichtet. Das speziell ausgerüstete Thermohaus südlich des Lorbeerhauses dient künftig der Überwinterung von 400 kälteempfindlichen Blütenstämmchen. Bisher wurden die Pflanzen in der Stadtgärtnerei überwintert, nach der Übernahme des Parkpflegeteams hat die STSG nun eine eigene Winterungsmöglichkeit geschaffen.

Die Fuchsien, Bleiwurz- und Enziansträucher werden im Sommer in die Schmuckbeete der Orangerie eingelassen und bereichern dort als blühende Gehölze die prächtige Sommerbepflanzung. Im Winter brauchen sie besondere Bedingungen. Im Lorbeerhaus und dem Treibhaus ist es für diese Gewächse zu kühl, dort ist das Klima auf Zitrus und andere Orangeriekübelpflanzen optimiert. Das neue Thermohaus, das energieeffizient mit Fernwärme beheizt werden soll, bietet besonders viel Licht und höhere Temperaturen.

Standort des neuen Gewächshauses ist das Gelände der ehemaligen herzoglichen Hofgärtnerei südlich des Lorbeerhauses. Auf diesem Areal standen bis in die 1930er Jahre mehrere spezielle Gewächs- und Treibhäuser für die unterschiedlichen Pflanzensortimente in der Orangerie. Zwischen 1967 und 1988 befand sich hier ein Café, in den letzten Jahrzehnten diente die Fläche dem Parkteam vor allem als Wirtschafts- und Lagerfläche. Ab September 2024 werden hier erstmals Pflanzen zur Überwinterung einziehen.

Abbildung:
Folienzelt in der Herzoglichen Orangerie Gotha, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Jens Scheffler

Die Vorbereitungsarbeiten für die Entschlammung des acht Hektar großen Sees im Fürstlich Greizer Park sind angelaufen. Am nördlichen Parkeingang hat die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten in den letzten Tagen eine Baustraße bis zum Seeufer errichten lassen. Auch die ersten Maschinen der umfangreichen Aufbereitungsanlage für den Schlamm sind bereits aufgestellt. Im ersten Schritt, der Vorreinigung wird der Teich derzeit mit einem Amphibienfahrzeug nach größeren Gegenständen durchkämmt.

Die Bauarbeiten sind mit Einschränkungen verbunden. Wochentags muss der nördliche Parkeingang mit Bahnübergang nun bis zum Abschluss der Maßnahmen 2025 gesperrt bleiben, an den Wochenenden wird jedoch der Zugang über eine kleine Baustellenumgehung ermöglicht. Eine Umrundung des Parksees ist während der Entschlammung nicht möglich.

Die Parksee-Entschlammung kostet 3,3 Millionen Euro. Die STSG erhält dafür eine Förderung des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung in Höhe von 3 Millionen Euro im Rahmen des Programms „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“. Nach Abschluss der Maßnahmen wird der See stellenweise mehr als einen Meter tiefer sein als bisher und intakte Uferbefestigungen haben. Das Projekt dient zugleich der ökologischen und der gartenkünstlerischen Wiederherstellung des Parksees.

Abbildungen:
Baustelle am See im Fürstlich Greizer Park, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Mario Männel
Amphibienfahrzeug am Parksee, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Helmut Wiegel

Auf Schloss Sondershausen ist die Fenstersanierung am Westflügel im Rahmen des Sonderinvestitionsprogramms I (SIP I) der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) abgeschlossen. Damit konnte das erste von insgesamt 23 Einzelprojekten des SIP I schneller als geplant fertiggestellt werden. Im Rahmen der Fenstersanierung wurden 73 Fenster am Westflügel erneuert. Den Abschluss bildeten neue Fenster im Blauen Saal. Gut 700.000 Euro wurden für die Fenstersanierung im Rahmen des je zur Hälfte von Bund und Land finanzierten SIP I aufgewendet.

Dr. Doris Fischer, Direktorin der STSG, freut sich über den Abschluss des ersten Einzelprojekts im SIP I: „Ich freue mich sehr darüber, dass das erste Einzelprojekt in unserem Mammut-Sanierungsprogramm schon geschafft ist. Wie das Beispiel zeigt, hat das SIP I Fahrt aufgenommen. Mit der Fenstersanierung am Westflügel konnten wir nicht nur einen wichtigen Schritt zum Denkmalerhalt leisten, sondern auch eine große Verbesserung für die Nutzer der Schlossräume bewirken. Diese beiden Ziele sind im SIP I insgesamt zentral.“

Die neuen Fenster waren in einer Tischlerwerkstatt in Olbersleben vorgefertigt worden und wurden ab Oktober 2023 peu à peu vor Ort eingebaut. „Jedes Fenster wiegt gut 300 Kilogramm und ist über zweieinhalb Meter hoch, da wird der Einbau vor Ort zum Kraftakt“, erklärt Architektin Jana Lorenz, zuständige Projektleiterin von der STSG. „Mit Präzision und Herzblut wurden die Kastenfenster mit Profilierung nach historischen Befunden in der Tischlerwerkstatt vorgefertigt. Jedes Fenster entstand in Handarbeit und ist damit ein Unikat, in dem über 100 Stunden Arbeit stecken.“ Zum Abschluss des Sanierungsprojekts am Westflügel von Schloss Sondershausen wurde es festlich, im letzten Schritt bauten die Handwerker auch im Blauen Saal drei neue Fenster ein.

Feuchtigkeit, Abnutzung und die Witterung hatten an den Fenstern aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu Schäden an Holz und Beschlägen geführt. Der Aufenthalt in vielen Schlossräumen im Westflügel, genutzt durch das Schlossmuseum und die Kreismusikschule, war dadurch teils ungemütlich. Durch die neuen Fenster werden die Bausubstanz geschützt und dank Bauweise und Verglasung die Energieeffizienz im Gebäude erhöht. Die neuen Kastenfenster komplettieren zudem das historische Erscheinungsbild.

Das SIP I der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten hat ein Volumen von 200 Millionen Euro, die Bund und Land jeweils zur Hälfte bereitstellen. Mit diesem Programm kann die STSG in den nächsten Jahren wesentliche Sanierungsschritte für viele ihrer Liegenschaften erreichen. Die vorgesehenen Maßnahmen sind in 23 Einzelprojekte in Kulturdenkmalen in ganz Thüringen aufgeteilt, die unabhängig voneinander vorangetrieben werden. Auf Schloss Sondershausen werden vier Einzelprojekte mit einem Gesamtvolumen von 20,7 Millionen Euro umgesetzt.

Abbildungen:
Mitarbeiter der Tischlerei Schmidt aus Olbersleben beim Einbau der letzten neuen Fenster im Blauen Saal von Schloss Sondershausen, Foto: STSG, Uta Kolano

Die Thüringer Landesmusikakademie Sondershausen lud am Vormittag des 06.02.2024 zu einem Akademiefrühstück in die Max-Reger-Halle im Marstall des Sondershäuser Schlosses ein, um über ihre Arbeit und die Erweiterungspläne im Jägerhaus und Residenzschloss zu informieren. Anwesend waren u.a. Vertreter der Thüringer Staatskanzlei, der Bürgermeister der Stadt Sondershausen und weitere Vertreter der Stadtverwaltung, Mitglieder des Thüringer Landtages und des Landratsamtes sowie Förderer und Partner der Akademie.

Nach einer Begrüßung der Gäste durch den Präsidenten des Landesmusikrates Thüringen, Dr. Christoph Meixner, stellte Constanze Dahlet als Generalsekretärin des Landesmusikrates die Arbeit des Dachverbandes vor. Die Landesmusikakademie befindet sich seit 2020 wieder in Trägerschaft des Landesmusikrates. Auf die vielfältigen Arbeitsfelder der Akademie ging im Anschluss Martina Langenberger, Geschäftsführerin der Landesmusikakademie, ein. Sie berichtete auch von der angestrebten inhaltlichen Erweiterung der Landesmusikakademie. Unter dem Stichwort „Vision 2030“ möchte die Akademie u.a. Qualifizierungsangebote für Musikpädagog*innen sowie Seiten- und Quereinsteiger in den Schuldienst anbieten. Sie soll darüber hinaus als Tagungsort ausgebaut und zu einer internationalen Begegnungsstätte für das immaterielle Kulturerbe avancieren.

Nachfolgend stand vor allem das Jägerhaus im Mittelpunkt der Ausführungen von Dipl.-Ing. Architektin Carola Niklas, Referatsleiterin Sonderinvestitionsprogramm I, und Dipl.-Ing. (FH) Architekt Thomas Höfer, Mitarbeiter im Sonderinvestitionsprogramm I, von der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten.

Das Jägerhaus auf Schloss Sondershausen soll in den nächsten Jahren für die Nutzung durch die Thüringer Landesmusikakademie Sondershausen saniert werden. Bereits vor einigen Jahren hatten die Thüringer Landesmusikakademie Sondershausen und die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten ein Nutzungskonzept für das Jägerhaus entwickelt, nun bietet das Sonderinvestitionsprogramm I der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten die Gelegenheit zur Umsetzung.

„Ziel des Projekts ist es, das Denkmal zu erhalten und gleichzeitig den Gestaltungsspielraum der Landesmusikakademie zu erweitern“, erläutert die Architektin Carola Niklas. „Dafür finden wir im Jägerhaus ideale Raumstrukturen vor, denn es wurde auch historisch für die Unterbringung einer größeren Personenzahl genutzt. Neben Gästezimmern werden wir Aufenthaltsbereiche, Proberäume und im Nebengebäude sogar einen kleinen Kammermusiksaal schaffen.“

Die Thüringer Landesmusikakademie könnte dadurch ihre Gästezimmer auf 45 aufstocken und würde zusätzliche Räume für die musikalische Arbeit, für Tagungen sowie für künstlerische Begegnungen und Aufführungen gewinnen.

Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten wird das Jägerhaus in seinem Bestand sanieren. Dabei stehen das Dach und die Fachwerkkonstruktion im Fokus, die durch intensive Nutzung, Umbauten und eingedrungene Feuchtigkeit stark geschädigt sind. Beim Innenausbau entstehen Gästezimmer mit Bädern nach modernen Ansprüchen. In der angrenzenden Remise ist Gestaltungsspielraum für Musikaufführungen. Der Innenhof soll als Treffpunkt im Freien gestaltet werden.

Für das Projekt laufen derzeit die Vorplanungen. Der Beginn der Bauarbeiten ist für 2025 vorgesehen. Läuft alles nach Plan, kann das Jägerhaus 2028 in Nutzung genommen werden.

„Wir sind sehr froh über die Partnerschaft mit der Thüringer Landesmusikakademie auf Schloss Sondershausen“, sagt Dr. Doris Fischer, Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. „Die anspruchsvollen denkmalpflegerischen Aufgaben und die hochkarätige kulturelle Nutzung ergänzen sich wirklich kongenial. Das gemeinsame Projekt für das Jägerhaus zeigt das deutlich. Der Nutzerbedarf passt hier wie der Bogen zur Geige auf das, was das Gebäude mitbringt. Und ohne dieses passende Nutzerinteresse hätten wir wohl auf lange Zeit keine Möglichkeit gehabt, das für das Ensemble wertvolle Gebäude zu sanieren.“

– Pressemitteilung der Thüringer Landesmusikakademie –

Im Fürstlich Greizer Park beginnt die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) mit der Entschlammung des 8,2 Hektar großen Parksees. In den nächsten Monaten wird der See mit Saugvorrichtungen von den Ablagerungen der letzten 150 Jahre befreit. Im Herbst 2024 wird der See dann abgelassen, damit 2025 wesentliche Uferbereiche saniert werden können. Gut 3,3 Millionen Euro kosten die Arbeiten, gefördert vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung im Rahmen des Programms „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ mit 3 Millionen Euro. Nach Abschluss der Maßnahmen wird der See stellenweise mehr als einen Meter tiefer sein als bisher und intakte Uferbefestigungen haben. Das Projekt dient zugleich der ökologischen und der gartenkünstlerischen Wiederherstellung des Parksees.

Zunächst wird eine Baustraße vom Parkeingang nahe dem Bahnüber-gang bis zum See gebaut. Durch die befestigte Fläche soll die Substanz des Parks geschont werden. Denn für die Entschlammung wird schweres Gerät benötigt. Für den ersten Schritt, eine Vorreinigung, werden Schwimmplattformen zum See geschafft. Die anschließende Nassentschlammung wird mit Saugmaschinen bewältigt, die den Schlamm in eine mehrstufige Aufbereitungsanlage am Ufer befördern. Dort wird dem Schlamm ein großer Teil des Wassers entzogen. Die Restprodukte werden dann per LKW zu einer Deponie gebracht. Die STSG rechnet mit bis zu 1.000 Fuhren. Insgesamt werden etwa zwei Drittel des im See vorhandenen Materials entfernt.

Für die Baustelle und deren Zufahrt müssen einige Wege für Gäste gesperrt bleiben. Der nördliche Parkeingang ist nicht nutzbar, eine vollständige Umrundung des Parksees ist während der Bauzeit für Spaziergänger nicht möglich.

Nach der Saison 2024 wird der See abgelassen. 2025 folgen dann Arbeiten an den Uferbefestigungen der Inseln und an der Ostseite. Hand-gerichtete Steinschüttungen werden dort für Stabilität sorgen. Ab-schließend werden nach gartendenkmalpflegerischem Konzept verlorengegangene Bäume und Gehölze nachgepflanzt.

Im Vorfeld hat die STSG das Projekt mit allen zuständigen Behörden abgestimmt. Immerhin müssen vielfältige ökologische Belange im Lebensraum Park berücksichtigt werden, aber auch die Transportwege und das Deponieren des schadstoffhaltigen Schlamms mussten genehmigt werden. Eine ökologische Baubegleitung und regelmäßige Inspektionen durch einen Kampfmittelräumdienst stellen sicher, dass brütende Tiere nicht gestört werden und keine Unfälle durch versunkene Munition zu befürchten sind.

„Künstlich angelegte stehende Gewässer müssen in größeren Abständen von 20 bis 30 Jahren entschlammt werden, um ihre Funktion als Biotope zu erhalten“, so Dietger Hagner, Gartenreferent der STSG. „Laub, Staub, Unrat und eingespülte Sedimente lagern sich im Lauf der Zeit am Boden ab und beeinträchtigen die Wasserqualität. Durch die geringer werdende Wassertiefe heizt sich der See dann schneller auf, was sich negativ auf Flora und Fauna auswirkt. Vor allem im städtischen Raum sind solche Lebensräume wichtig für Pflanzen und Tiere. Der künstlich angelegte Greizer Parksee kombiniert diese ökologische Funktion mit seiner Wirkung als zentrales Element des Gartenkunstwerks. Mit der Entschlammung sichern wir nicht zuletzt ein Alleinstellungsmerkmal des Fürstlich Greizer Parks – die außergewöhnliche Artenvielfalt.“

STSG-Direktorin Dr. Doris Fischer ist dankbar für die umfangreiche Förderung durch den Bund: „Die Entschlammung eines so großen Parksees ist ein gewaltiger Aufwand mit erheblichen Kosten. Solche Maßnahmen sind von großer denkmalpflegerischer und ökologischer Wirkung, aber aus unserem jährlichen Haushalt nicht zu stemmen. Wir sind deshalb außerordentlich dankbar für die umfangreiche Förderung durch das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung und die Aufstockung durch die Thüringer Staatskanzlei. Mit dem Projekt machen wir den Parksee für die nächsten Generationen fit. Davon profitieren Greiz und unsere Gäste im Park, vor allem aber ist es ein wichtiger Schritt für den Erhalt der Arten.“

Bedeutsam ist der See als entscheidendes Gestaltungselement des Fürstlich Greizer Parks. Bis etwa 1800, als sich der damals barocke Garten auf den Bereich um das Sommerpalais beschränkte, blieb der Teich ein Nutzgewässer. Erst mit der Neugestaltung als Landschaftspark geriet er ins Visier der Gartenkünstler. Zum zentralen Gestaltungselement wurde er ab 1873. Damals wurde die Eisenbahn durchs Elstertal gebaut, und Fürst Heinrich XXII. Reuß Älterer Linie handelte eine hohe Entschädigungssumme dafür aus, dass der Bahn-damm direkt am Rand des Parks gebaut werden durfte. Mit den Ein-nahmen konnte er den Park auf die ganze gut 40 Hektar große Auenfläche ausdehnen und den gefragten Gartenkünstler Eduard Petzold für Entwürfe bezahlen. Für die Ausführung engagierte er dessen Schüler Rudolph Reinecken, der eigene Akzente setzte und 50 Jahre im Dienst blieb. Für beide stand neben dem Blumengarten und dem Pleasureground direkt am Sommerpalais die Umgestaltung des Teiches zu einem Parksee im Mittelpunkt.

Der See ist ein wichtiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere, und er nimmt auch deren Hinterlassenschaften auf. Sie verrotten und setzen sich als Schlamm am Boden ab. Über die vergangenen Jahrzehnte hat sich im Parksee so viel Material angesammelt, dass der See etwa die Hälfte seiner ursprünglichen Tiefe verloren hat. Damit haben sich Wasservolumen und Wassertiefe im See verringert. Der Nährstoffgehalt ist dadurch höher, auch die Wassertemperatur steigt schneller an. Der See kann also Umwelteinflüsse und Temperaturschwankungen weniger gut abfedern und die Gefahr des sogenannten Umkippens steigt. Beispielsweise hat der See der Blaualge, einem Giftstoffe absondernden Bakterium, im aufgeheizten Zustand weniger entgegenzusetzen. Die Probleme haben sich in den vergangenen Jahren mit ihren Auswirkungen des Klimawandels verschärft.

Abbildungen:
See im Fürstlich Greizer Park, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Mario Männel

Auf Schloss Sondershausen sind die ersten Bagger im Rahmen des Sonderinvestitionsprogramms I (SIP I) der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) angerollt. Zwischen Theaterwiese und Marstallvorplatz wird im SIP I eine neue Löschwasserzisterne eingebaut. Die Baumaßnahmen haben in dieser Woche mit der Vorbereitung des Baufeldes begonnen. Durch die Stadtwerke werden im Bereich der späteren Baugrube Leitungen umverlegt. Der Einbau der Zisterne soll vor Beginn der Schlossfestspiele im Frühsommer abgeschlossen werden.

Die unterirdische Zisterne wird künftig 200 Kubikmeter Löschwasser fassen, so viel wie ein großer Swimmingpool. Das Löschwasser wird für Notfälle in der Schlossanlage dringend benötigt und am zentralen Standort zwischen Marstall und Schloss für den Ernstfall vorgehalten. Notwendig ist die Zisterne, weil die vorhandenen Hydranten die erforderliche Durchflussmenge bei einem Löschangriff nicht komplett erfüllen. Die Teiche des Schlossparks kommen als Löschwasserreservoir nicht in Frage. Sie liegen zu weit vom Schloss entfernt und führen aufgrund der zunehmenden Trockenheit und Verschlammung in den Sommermonaten nicht genügend Wasser. Im Rahmen der Projektplanung für die Zisterne hat die STSG mit der Feuerwehr zusammengearbeitet.

Das SIP I der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten hat ein Volumen von 200 Millionen Euro, die Bund und Land jeweils zur Hälfte bereitstellen. Mit diesem Programm kann die STSG in den nächsten Jahren wesentliche Sanierungsschritte für viele ihrer Liegenschaften erreichen, mit denen auch Maßnahmen des Brandschutzes und der Objektsicherheit verbunden sind. Das SIP I ist in 23 Einzelprojekte in Kulturdenkmalen in ganz Thüringen aufgeteilt, die unabhängig voneinander vorangetrieben werden. Auf Schloss Sondershausen werden vier Einzelprojekte mit einem Gesamtvolumen von 20,7 Millionen Euro umgesetzt.

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Auf Schloss Sondershausen wird gebaggert, die Baumaßnahmen für den Einbau einer neuen Löschwasserzisterne haben begonnen, Foto: STSG, Jana Lorenz

Seit Jahresbeginn 2024 sind das Gartenteam und der Parkverwalter des Herzoglichen Parks Gotha direkt bei der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) als Eigentümerin der Anlage beschäftigt. In den vergangenen 20 Jahren hatte die Stadt Gotha die Pflege mit Personal des Gartenamts ermöglicht, wofür die STSG großenteils aufkam. Grundlage dafür war eine bei der Übertragung von Schloss Friedenstein und Herzoglichem Park geschlossene Vereinbarung.

„Wir freuen uns sehr, dass wir das bewährte Team um unseren erfahrenen Parkverwalter Jens Scheffler nun auch ganz direkt als Kolleginnen und Kollegen begrüßen dürfen“, sagt STSG-Direktorin Dr. Doris Fischer. „Seit 20 Jahren haben wir die Anlage unter unseren gartendenkmalpflegerischen Fittichen, haben die fachlichen Maßstäbe gesetzt und vieles bereits weiterentwickelt. In der täglichen Arbeit war das dank einer gut funktionierenden Verwaltungsvereinbarung und qualifizierten Personals möglich, das wir nun übernehmen konnten. Unser Dank gilt der Stadt Gotha und ganz besonders unseren fachlichen Ansprechpartnern im Gartenamt für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.“

Auch weiterhin beteiligt sich die Stadt Gotha gemäß Übertragungsvertrag von 2004 in vergleichbarer Höhe wie bisher an den Parkpflegekosten.

Mit der Übernahme des Parkteams im Herzoglichen Park Gotha gehören nun alle Gärtnerinnen und Gärtner in den Parks und Gärten der STSG direkt zu der Kulturinstitution, die thüringenweit 31 bedeutende Bau- und Gartendenkmale betreut.

Abbildung: Besonders pflegeintensiv – die Orangerie im Herzoglichen Park Gotha, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Constantin Beyer

Am 21. Januar lädt die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten gemeinsam mit Dornburger Vereinen zum einem winterlichen Beisammensein in den Dornburger Schlossgärten ein. Von 13.30 Uhr bis 19 Uhr gibt es bei freiem Eintritt unter dem Titel „Winterzauber am Rokokoschloss“ Feuerkorb, Heißgetränke und Speisen. Das Mitbringen von Decken wird empfohlen. Die Kleinen können um 17 Uhr und 18 Uhr mit Taschenlampen auf kostenlose geführte Entdeckungstour durch das Rokokoschloss gehen.

Um 14 Uhr spielt das Duo Que Pasa! im Festsaal des Schlosses „Winterlieder und Songs of Hope, Peace and Joy“. Die sonst in der spanischsprachigen Musik Süd- und Mittelamerikas mit Tango und Latin-Folk beheimatete Claudia Wandt singt Winterlieder aus verschiedenen Ländern, Sprachen und Genres. Auf der Gitarre begleitet wird sie von Frank Kaiser. Es erklingen alte Volksweisen ebenso wie bekannte und unbekanntere Songs in deutscher, englischer und spanischer Sprache. Konzerteintritt 12 Euro/ ermäßigt 8 Euro, Reservierung empfohlen unter 036427/215130.

Abbildungen
– Rokokoschloss im Winter, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Fanny Rödenbeck
– Duo Que Pasa!, Foto: Marcus Engler

Im Schlosspark Altenstein werden in den kommenden Wochen die Teiche im Luisenthal entschlammt. Das Parkteam der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten hat dafür den Zulauf zum Wasserfall vorübergehend abgestellt und das Wasser aus den Teichen langsam abgelassen. Nach einer Trocknungszeit wird der Schlamm durch einen Fachbetrieb ausgebaggert. Die Gelegenheit nutzt das Team um Parkverwalter Toni Kepper zugleich, um die Teichufer neu zu befestigen, die Gehölze zu Pflegen und Bewuchs am Wasserfall zu entfernen.

Parkteiche müssen in regelmäßigen Abständen entschlammt werden, damit sie ihre Funktion für das Gartenkunstwerk, aber auch als besonderer Lebensraum im Park erfüllen können. Die Teiche am Luisenthaler Wasserfall wurden zuletzt 2017 entschlammt. Zur Verschlammung tragen eingespültes Material und das Laub der umstehenden Bäume bei.

Foto: Schlosspark Altenstein, Luisenthaler Wasserfall mit abgelassenem Teich, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Toni Kepper