Mit dem Umstellen des Gerüsts vom südlichen Querhaus an das nördliche setzt die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten die Sanierung der Klosterkirche Paulinzella fort. Rund 570.000 Euro werden für diesen Bauabschnitt benötigt.

Nach der Gerüststellung werden die Fassadenflächen gereinigt, notwendige statische Sicherungen am Mauerwerk durchgeführt und die Mauerkronen abschließend durch eine Abdeckung geschützt. Auch die dort noch erhaltene Apside soll statisch gesichert werden. Die Arbeiten werden voraussichtlich in diesem Jahr abgeschlossen. Baubegleitend werden die bauhistorischen Untersuchungen fortgesetzt.

Der Bauabschnitt schließt an die Sanierung des südlichen Querhauses an, die im vergangenen Jahr weitgehend beendet werden konnte. Ziel ist es, die gesamte Kirchenruine sukzessive zu sanieren und damit langfristig zu erhalten.

Foto: Gerüststellung am nördlichen Querhaus der ehemaligen Klosterkirche Paulinzella, Architekturbüro Wilhelm+Quednau, Steffen Lasse

Erste Großaufgabe bei der Sanierung von Schloss Friedenstein ist die Dachsanierung des Westflügels. Sichtbares Signal des Baubeginns im Frühjahr 2019 war die Aufstellung des Gerüsts mit Schutzdach im nördlichen Bereich.

Dann begann abschnittweise die Dachsanierung. Erst wurden der Schiefer abgenommen und die Dachschalung abgedeckt, dann kam der Dachstuhl zum Vorschein, mit all seinen im Laufe der Jahrhunderte entstandenen Schäden. Zunächst mussten die Zimmerleute anrücken. Auf Basis der gründlichen Voruntersuchungen konnten sie schadhafte Balkenbereiche im Dachstuhl und den Decken gezielt austauschen. Manche Deckenbalken waren allerdings so durchgebogen, dass nur Stahlträger Stabilität gewährleisten konnten.

Sparren für Sparren arbeiteten sich die Handwerker von Nord nach Süd durchs Dach. Nach Bearbeitung des ersten Viertels konnten das Schutzdach bis etwa zur Mitte des Flügels verlängert und die Arbeiten nahtlos fortgesetzt werden.

In den nächsten Monaten werden die sanierten Bereiche mit Schiefer neu gedeckt, die alten Platten waren zum großen Teil nicht mehr verwendbar. Die Zimmerleute ziehen dann an die südliche Hälfte des 100 Meter langen Dachs weiter. Parallel zu den Dacharbeiten beginnt im April der Einbau eines neuen Treppenhauses mit Aufzug, der einen barrierefreien Museumsrundgang gewährleisten wird. Dach und Treppenhaus sollen 2021 fertig sein. Die Gesamtplanung sieht vor, die Innenräume des Westflügels und des angrenzenden Westturms zügig wiederherzustellen, damit sie die Stiftung Schloss Friedenstein wieder museal nutzen kann. Aber auch in etlichen anderen Bereichen des Schloss- und Parkensembles erfolgten Untersuchungen und Planungen.

Weitere Sanierungsschwerpunkte am Schlossgebäude sind der Ostturm, Teile des Ostflügels und der westliche Dachbereich des Nordflügels. In den betroffenen Dachgeschossen werden noch in diesem Jahr schadstoffbelastete Staubablagerungen entfernt, um die ge-nauen Aufmaße erstellen zu können.

Auch für die Restauratoren ist das Schloss voller Herausforderungen.
So müssen beispielsweise Musterachsen an der Schlossfassade an-gelegt werden, um die Materialien und Farbwirkungen zu erproben. Die Innenräume werden bereits seit längerer Zeit gründlich erforscht. Zu den Höhepunkten des vergangenen Jahres gehörte die Freilegung des in weiten Teilen erhaltenen Estrichbodens mit Ziegelmuster aus der Bauzeit des Schlosses im 17. Jahrhundert in der Weimargalerie im Westflügel. Außerdem wurden die angrenzenden klassizistischen Räume untersucht und Konservierungsmaßnahmen geplant. Dabei standen schadhafte Stuckdecken und Wände im Mittelpunkt, aber auch außergewöhnliche Ausstattungsdetails wie 56 in die Wand eingelassene Pastellbilder im Dichterzimmer.

Das Schloss ist aber nicht die einzige Baustelle. Für das Orangenhaus, das bereits in Teilen sanierte Lorbeerhaus und das Treibhaus wurden die Entwurfsplanungen abgeschlossen. Bei den Untersuchungen erwies sich die Dachkonstruktion des Orangenhauses als nicht mehr tragfähig. Notsicherungen ermöglichten es jedoch, das Gebäude nach vorübergehender Sperrung wieder provisorisch zu nutzen. Für die geplanten Maßnahmen im Herzoglichen Park, vor allem an den Brücken und Wegen, sind die Auswahlverfahren für die Planungsleistungen abgeschlossen.

Neben der großzügigen Förderung der Ensemblesanierung durch Bund und Land verdienen auch weitere geförderte Projekte gesonderte Erwähnung. So ermöglichten die Kulturstiftung Gotha und der Einsatz von Lottomitteln die Restaurierung der Altanbrüstung im Innenhof, und der Förderverein Orangerie-Freunde Gotha e.V. finanzierte mit einer Spende die Anschaffung neuer Pflanzkübel für die Orangerie. Für Besucher kaum sichtbar, aber dennoch wichtig ist die Erneuerung des Küchenbereichs für die Gaststätte im Pa-genhaus und die Schaffung neuer Sozialräume für das Personal.

60 Millionen Euro stehen der Stiftung Thüringer Schlösser und Gär-ten für die Großbaumaßnahmen auf Schloss Friedenstein zur Verfügung je zur Hälfte finanziert durch den Bund und den Freistaat Thüringen.

Weitere Informationen unter www.friedensteinblog.de

Auch 2020 kann die Schaubaustelle auf Schloss Schwarzburg wieder mit einem Audiowalk besucht werden (nur mit Führung). Führungen werden in der Zeit vom 16. Mai bis 13. September 2020 an Wochenenden angeboten. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Ab sofort sind Buchungen möglich.

Anmeldungen nimmt die Museumskasse im Torhaus von Schloss Schwarzburg unter der Telefonnummer 03 67 30/39 96 30 entgegen. Die Führungen finden Samstag und Sonntag jeweils um 13.30 Uhr und 15.30 Uhr statt. Dauer: ca 1,5 Stunden. Die Führung kostet 5 Euro, ermäßigt (Schüler, Studenten bis 27 Jahre, Sozialpassinhaber, Menschen mit Einschränkungen m. SB-Ausweis) 3 Euro. Kinder können ab 12 Jahren teilnehmen. Der Eintritt für Kinder zwischen 12 und 14 Jahren ist der Eintritt frei.

Projektpartner des Audiowalks sind die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, die Internationale Bauausstellung (IBA) Thüringen und der Förderverein Schloss Schwarzburg – Denkort der Demokratie e. V.

Foto: Audiowalk im Schlosshauptgebäude Schloss Schwarzburg, Nachweis: IBA Thüringen, Thomas Müller

Information gemäß § 19 Absatz 5 VOB/A über beabsichtigte Vergaben:

  • September 2019, Schlosspark Altenstein bei Bad Liebenstein: Instandsetzung Pergolaauflagen

3.1 im Beschränkten Verfahren gemäß VOB

Information nach § 20 Abs. 3 VOB/A über die Erteilung eines Auftrages:

3.2 im Freihändigen Verfahren gemäß VOB

Die malerisch im Rottenbachtal unweit Bad Blankenburgs gelegene Klosterkirche Paulinzella zählt zu den bedeutendsten hochmittelalterlichen Sakralbauten Mitteldeutschlands. An den baulichen Resten der Kirchenruine lassen sich auch heute noch die Merkmale der von dem Reformkloster Hirsau im Schwarzwald ausgehenden Baumerkmale ablesen. Schon während der deutschen Romantik erkannte man den Zauber des Ortes und nutzte ihn als Sehnsuchtsort.

Zur Klosteranlage Paulinzella ist nun eine Broschüre erschienen, herausgegeben von der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. Die Autoren, Verena Friedrich, Lutz Unbehaun und Doris Fischer, bieten interessierten Lesern einen Überblick zur Anlage mit geschichtlichem Abriss, eine Bestandsbeschreibung sowie einen Rundgang über das Gelände und durch die musealen Bereiche. Lagepläne und zahlreiche Abbildungen illustrieren die zweite, völlig überarbeitete und neu gestaltete Auflage der Reihe der Amtlichen Führer anschaulich. Ab sofort erhältlich im Buchhandel und bei der Stiftung Thüringer Schlösser erhältlich unter www.thueringerschloesser.de (ab Saisonbeginn am 21. März 2020 auch an der Museumskasse vor Ort).

Verena Friedrich, Lutz Unbehaun, Doris Fischer: Kloster Paulinzella, Amtlicher Führer, herausgegeben von der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, 64 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen, ISBN 978-3-422-98059-4, 5,80 Euro

Ausgefallenes Weihnachtsgeschenk mit Vorfreude auf den nächsten Sommer gesucht? – Am ersten Adventswochenende startet der Vorverkauf für die nächste Dornburger Schlössernacht am 22. August 2020 mit einem opulenten Programm auf mehreren Bühnen.

Auf dem „Blakon Thüringens“ erwartet die Gäste der ein Sommerabend voller musikalischer und artistischer Darbietungen in den Schlossgärten und den drei Schlössern. Zu den musikalischen Höhepunkten zählen das Keimzeit Akustik Quintett und The Playfords. Besondere Hingucker sind die Stelzenkünstler von Art Tremondo mit ihren phantastischen Kostümen. Eine Schwarzlichtshow und ein Feuerzauber spielen im nächtlichen Schlosspark mit Licht in verschiedenen Formen – ebenso natürlich das jährliche Höhenfeuerwerk aus dem Saaletal zum Abschluss der Schlössernacht. Zuvor aber funkelt der Schlosspark im Schein vieler hunderter Laternen und lädt zum Flanieren von einem musikalischen Erlebnis zum nächsten ein: iranische oder schwedische Klänge, Tango für zwei Harfen oder Bossa Nova, neuer deutscher Folk oder südamerikanische Musik, Swing und Jazz – abwechslungsreich und sommerlich beschwingt. Gastronomische Angebote aus der Region und Thüringer Weine bieten sommerlichen Gaumengenuss.

Tickets in den Vorverkaufsstellen des Ticketshop Thüringen (Vorverkaufsstellen, online unter www.ticketshop-thueringen.de, Tel. 0361/2275227) sowie bei der Schlossverwaltung Dornburger Schlösser (E-Mail: schlossverwaltung@dornburg-schloesser.de). Informationen zur Veranstaltung: www.schloessernacht-dornburg.de.

Die Parkgärtnerei im Fürstlich Greizer Park wird in den nächsten Jahren mit rund 6,9 Millionen Euro saniert. Nach aufwendigen Untersuchungen und Planungen wird nun seit September sichtbar am Gebäude gearbeitet. Die Finanzierung erfolgt zum Teil mit Mitteln aus dem Bundeprogramm zur Beseitigung der Hochwasserschäden von 2013.

 

Das 1779 als Orangerie errichtete Gebäude erlebte im Lauf der Zeit eine wechselvolle Geschichte. Zunächst diente es als Winterquartier für die Kübelpflanzen des Parks. Bereits im 19. Jahrhundert kam es zu baulichen Veränderungen an der Tragkonstruktion. Der östliche Gebäudeteil beherbergte ab 1835 als städtisches Theater, später ein Baumagazin. Im 20. Jahrhundert wurde der Bereich bis 1954 wieder als Theater genutzt, im westlichen Teil entstanden Arbeitsräume für die Parkgärtnerei. Das Obergeschoss und teilweise das Dachgeschoss wurden zu Wohnungen ausgebaut, während die Räumlichkeiten im Erdgeschoss der Parkverwaltung vorbehalten blieben. Nach der Flutkatastrophe 2013, die den Park und auch die Gebäude erheblich geschädigt hatte, waren die Räume der Parkverwaltung praktisch nicht mehr nutzbar, die ohnehin nötige Sanierung wurde unumgänglich.

Das Planungskonzept für die Sanierung sieht eine Nutzung durch die Parkverwaltung vor. Das äußere Erscheinungsbild soll wieder dem Orangeriebau aus dem 18. Jahrhundert angenähert werden. Hierzu gehört auch die betont symmetrisch gestaltete, repräsentative Südfassade, wofür die Westseite um eine Fensterachse erweitert wurde. Im östlichen Teil des Erdgeschosses wird ein Kalthaus für die Überwinterung der Kübelpflanzen untergebracht, daran schließen sich nach Westen eine Werkstatt, ein Lager für Gärtnereibedarf und ein Warmhaus zur Anzucht von Pflanzen an. Auch an die Parkbesucher ist gedacht, für die Toiletten im Erdgeschoss vorgesehen sind. Das Kalthaus kann zudem im Sommer für Veranstaltungen genutzt werden. Im Obergeschoss entstehen Arbeitsräume für die Parkverwaltung sowie eine neue Wohnung.

Der seit Juli angebotene Audiowalk zur Schaubaustelle auf Schloss Schwarzburg war in der ersten Saison ein voller Erfolg. Über 1200 Gäste wollten die Schaubaustelle im Hauptschloss sehen. Die Führungen konnten aufgrund der Baumaßnahmen im Schloss nur am Wochenende angeboten werden. Frau Dr. Fischer, Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, ist überaus zufrieden mit dem Ergebnis. „Wir haben gehofft, dass das neue Format des Audiowalks bei Besuchern gut ankommt, aber dass wir in der ersten Saison nahezu eine volle Auslastung erreichen, hat uns doch sehr gefreut.“ Zu danken ist der Erfolg dem Förderverein Schloss Schwarzburg – Denkort der Demokratie e.V., der für einen reibungslosen Ablauf der Führungen und die Betreuung der Gäste sorgte. Die Resonanz der Gäste war durchweg positiv. Sie zeigten sich begeistert ob der Fülle an Themen, die die Schlossanlage sowie der Ort Schwarzburg bereit hält. Am vergangenen Wochenende fand die letzte Führung in diesem Jahr statt.

Parallel liefen die umfangreichen Bauarbeiten am und im Schloss-Hauptgebäude sowie am ehemaligen Kirchturm weiter. Die Maß-nahmen umfassten statische Sicherungen und Mauerwerkssanierungen sowie das Einziehen neuer Deckenbereiche. Auf den Fortgang der Arbeiten nimmt auch der Audiowalk Rücksicht, der so flexibel aufgebaut ist, dass veränderte Wegeführungen aufgrund der Baustellensituation einbezogen werden können. Über die Wintermonate werden inhaltliche Erweiterungen vorgenommen, so dass Gäste in der kommenden Saison nicht nur weitere spannende szenischen Sprach-Klang-Erzählungen erwarten, sondern auch Einbauten wie eine Empore in einem der beiden begehbaren Räume eine neue Wegeführung und somit einmalige Blickachsen bereithalten.

Als beteiligte Projektpartner freuen sich die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, die Internationale Bauausstellung (IBA) Thüringen und der Förderverein Schloss Schwarzburg – Denkort der Demokratie e. V. auf Ihren Besuch und laden Sie herzlich dazu ein, sich auch in der kommenden Saison ab Mai auf Entdeckungstour durch das Schloss zu begeben.