Das kulturelle Erbe „Thüringische Residenzenlandschaft“ ist nicht Bestandteil der neuen deutschen Vorschlagsliste für das UNESCO-Welterbe. Darüber hat heute die Kultusministerkonferenz der Länder entschieden. Die sogenannte Tentativliste dient in den nächsten Jahren als Grundlage für Vorschläge der Bundesrepublik an das UNESCO-Welterbe-Komitee mit Sitz in Paris. Thüringen hatte sich mit neun Residenzen in acht Residenzstädten dafür beworben, darunter auch eine bayerische Stadt. Das Land und die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) sehen dennoch weiter großes Potential in dem Vorhaben und möchten es weiter verfolgen.

Den Antrag auf Aufnahme in die Tentativliste hatte die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten mit einem eigens eingerichteten Welterbe-Kompetenzzentrum im Auftrag der Thüringer Staatskanzlei erarbeitet. Das Land hatte den Antrag im Oktober 2021 bei der Kultusministerkonferenz eingereicht. Es folgte ein Evaluierungsprozess durch eine Expertenkommission, die alle Vorschläge der Länder prüfte. Nach eingehender Prüfung gab die Kommission Empfehlungen für die neue Tentativliste. Auf dieser Basis haben die zuständigen Minister der Länder die Liste beschlossen.

Thüringens Kulturminister Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff: „Die Thüringische Residenzkultur ist in ihrer Vielfalt und Dichte herausragend. Dass unser Vorschlag es nicht auf die Tentativliste geschafft hat, schmälert diesen Wert nicht. Wir hatten und haben gute Gründe, die Thüringische Residenzenlandschaft in die Waagschale zu legen. Sie sind im Antrag überzeugend dargelegt, wofür ich der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten mit ihrem Welterbe-Kompetenzzentrum danke. In der aktuellen Kandidatenrunde hat es nicht geklappt. Das ändert nichts an meiner Überzeugung, dass das Vorhaben gute Aussichten und einen großen gesellschaftlichen Mehrwert hat. Die Thüringische Residenzenlandschaft als Zeugnis friedlicher Koexistenz und föderaler Aushandlungsprozesse birgt eine wichtige Botschaft für die Krisen der Gegenwart. Die Denkmale laden zur Auseinandersetzung ein und sind ein wichtiger Baustein nachhaltiger Bildung. Das Land wird deshalb mit der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten das Projekt weiter verfolgen – auch wenn das bedeutet, dass wir einen längeren Atem haben müssen als zunächst erhofft.“

Dr. Doris Fischer, Direktorin der STSG, schätzt ein: „Natürlich sind wir erst einmal enttäuscht, auch wenn angesichts der aktuell schon 192 Schlösser auf der Welterbeliste immer klar war, dass es knapp wird. Aber wir sind sicher, dass wir für Thüringen einen Schatz heben, der bisher zu Unrecht wenig beachtet wurde. Die Denkmale der Thüringischen Residenzenlandschaft transportieren neben ihrem außerordentlich hohen Grad an materieller Authentizität besondere Werte, die heute bedeutungsvoller sind denn je. Der kulturelle Austausch als Medium der Verständigung auch in Konfliktsituationen ist hier mit Händen greifbar, aber auch die Wege zur Wahrung des Friedens trotz vorhandener Konkurrenzverhältnisse. Deshalb haben sich die Anstrengungen in jedem Fall gelohnt und wir wollen sie fortsetzen. Mit dem Tentativantrag haben wir gezeigt, worin die Einmaligkeit der Thüringischen Residenzenlandschaft besteht. Unser mit Unterstützung durch die Thüringer Staatskanzlei geschaffenes Welterbe-Kompetenzzentrum wird weiter am Ball bleiben. Der Sinn steht für mich außer Zweifel, und schon der bisherige Weg hat positive Effekte gehabt. Dieser Schwung ist eine Chance auch für das Land.“ Fischer dankte in diesem Zusammenhang dem internationalen Expertenbeirat, der die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten bei der Erarbeitung des Antrags beriet und begleitete.

Land und STSG prüfen nun gemeinsam den weiteren Weg für das Welterbe-Vorhaben „Thüringische Residenzenlandschaft“. Eine Weiterbearbeitung für die Vorlage in der nächsten Kandidatenrunde steht dabei im Vordergrund. Im zurückliegenden Erarbeitungsprozess haben sich zahlreiche Aspekte ergeben, die durch notwendige Forschungen fruchtbar gemacht werden können. Parallel wird aber auch die Bewerbung um das Europäische Kultursiegel erwogen, dessen Grundidee übergreifende Netzwerke in den Mittelpunkt rückt. Beide Wege können sich ergänzen. Zudem soll das Potential des kulturellen Erbes für außerschulische und schulische Bildung stärker in den Mittelpunkt gerückt werden. Bildung und gesellschaftliche Partizipation spielen im Zusammenhang mit dem UNESCO-Welterbe als Aspekt nachhaltigen Umgangs mit Kulturdenkmalen inzwischen eine zentrale Rolle.

Im Mittelpunkt des 2021 eingereichten Vorschlags „Thüringische Residenzenlandschaft“ stehen neun bis 1918 über Jahrhunderte als Regierungssitze genutzte Residenzschlösser verschiedener Dynastien in acht Residenzstädten. Nirgendwo sonst gibt es eine polyzentrale Residenzenlandschaft auf so engem Raum, die sich in vergleichbarer Kontinuität erhalten hat. Die strukturelle und funktionale Kontinuität ist an den vorgeschlagenen thüringischen Residenzen bis heute ablesbar. Charakteristisch ist die selbstbewusste Integration von Altem in die stetige Erneuerung und Erweiterung der Residenzen. Mittelalterliche Türme, Renaissancebauten, barocke Repräsentationsarchitektur und der Historismus des 19. Jahrhunderts fügen sich zu Bildern gebauter Geschichte. Sie drückten das Alter der Dynastien aus und unterstrichen damit ein wichtiges Argument für die Legitimation fürstlicher Herrschaftsansprüche.

Diese Residenzen bilden den Kern des Antrags: Schloss Heidecksburg in Rudolstadt (Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt), Schloss Sonders-hausen (Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen), das Obere Schloss in Greiz (Fürsten Reuß Älterer Linie) und das direkt benachbarte Untere Schloss (Fürsten Reuß Jüngerer Linie), das Residenzschloss Weimar (Herzöge von Sachsen-Weimar-Eisenach), das Residenzschloss Alten-burg (Herzöge von Sachsen-Altenburg), Schloss Friedenstein in Gotha (Herzöge von Sachsen-Gotha), Schloss Elisabethenburg in Meiningen (Herzöge von Sachsen-Meiningen) sowie das seit 1920 zu Bayern gehörende Schloss Ehrenburg in Coburg (Herzöge von Sachsen-Coburg ). Jede Residenz ist wiederum mit zahlreichen weiteren Schlössern im Land verbunden, so mit Sommer- und Jagd- und Lustschlössern wie Witwensitzen.

Zehn Jahre lang zierte zur Adventszeit ein leuchtender Stern den Turm von Schloss Heidecksburg hoch über Rudolstadt. Nun kann er für einige Jahre nicht dort angebracht werden. Grund sind die Notsicherungen, die derzeit montiert werden, sowie die späteren Sanierungsarbeiten im Rahmen des Sonderinvestitionsprogramms I der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG).

2013 hatte Henning Müller aus Rudolstadt den Stern gespendet, sein Bruder half bei der jährlichen Montage. Die STSG dankt den beiden für das Engagement. Nun bewahrt der Spender den Stern auf, bis er nach der Sanierung wieder zum Einsatz kommen kann.

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Für einige Jahre nicht zu sehen – der Weihnachtsstern am Turm von Schloss Heidecksburg, Foto: Hans-Joachim Müller

Das anhaltende Winterwetter lädt zu Spaziergängen in Parks und Gärten ein, die im Schnee einen besonderen Reiz entfalten. Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten weist jedoch auch auf Gefahren hin. In den vergangenen Jahren haben viele Bäume unter der Trockenheit gelitten und sind häufig geschwächt. Schneelasten können daher Astabbrüche verursachen, die trotz regelmäßiger Baumkontrollen nicht vorhersehbar sind. Spaziergänger sollten auch deshalb unbedingt auf den Wegen bleiben, Absperrungen respektieren und schneebelastete Bäume meiden. Vorsicht ist auch in der Nähe von Gebäuden geboten, wo Schneelawinen und Eis herabfallen können. Eisflächen dürfen grundsätzlich nicht betreten werden.

Zu den Parks und Gärten der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten gehören:

Schlosspark Altenstein in Bad Liebenstein
Dornburger Schlösser und Gärten
Herzoglicher Park Gotha
Fürstlich Greizer Park
Schlosspark Molsdorf
Schlosspark Heidecksburg in Rudolstadt
Terrassengarten Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden
Schlossgarten Schwarzburg
Schlosspark Sondershausen
Garten am Kirms-Krackow-Haus in Weimar
Schlosspark Wilhelmsthal bei Eisenach

Foto: Winterstimmung im Fürstlich Greizer Park, Foto: STSG, Mario Männel

Ein fast 130 Jahre altes Badezimmer haben Restauratoren im Westflügel von Schloss Friedenstein ausgebaut. Die Ausstattung wurde zuvor dokumentiert und vorübergehend ins Bau-Depot gebracht. Nun kann die dahinter liegende Baukonstruktion untersucht werden. Vor allem in der Decke unter dem Raum werden Schäden durch Nässe vermutet. Mit den Untersuchungen bereitet die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten Sanierungsarbeiten im Westflügel vor, die im Rahmen ihres von Bund und Land finanzierten 110-Millionen-Euro-Budgets für Schloss Friedenstein durchgeführt werden sollen.

Entstanden war das Badzimmer 1896 im Zusammenhang mit Umbauarbeiten, die vor allem dem Wohnkomfort im Schloss dienten. Aus dieser Zeit stammt beispielsweise auch die Gestaltung der Herzogstreppe im Ostflügel, heute der Haupt-Zugang zum Schlossmuseum. Das erhaltene Bad ist das einzige erhaltene von mehreren damals eingebauten Räumen dieser Art im Westflügel.

Das Badezimmer wurde damals mit einer bemalten Holzvertäfelung ausgekleidet und in Waschraum, Duschkabine und WC unterteilt. Über der Duschkabine gab es einen Wasserkasten, der für den nötigen Wasserdruck sorgte. Erhalten sind nicht nur die Trennwände und Wandvertäfelungen, sondern beispielsweise auch der große Zinkbleck-Duschkopf, die Wasserregler und das Duschbecken, eine flache hölzerne Wanne mit Bleiauskleidung. Die ursprünglich vorhandene Badewanne ging im 20. Jahrhundert verloren, als das historische Bad mit Kunststoffplatten und neuer Sanitärkeramik modernisiert wurde.

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Restaurator Stephan Keilwerth dokumentiert die Bad-Ausstattung vor dem Ausbau, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Sabine Jeschke

Auf Schloss Heidecksburg in Rudolstadt wurden die Klangschalen in der Laterne des Schlossturms vorübergehend ausgebaut. Von einer auf Turmuhren und Glocken spezialisierten Fachfirma in Gräfenhain werden die beiden Klangschalen in den nächsten Wochen wieder auf Vordermann gebracht. Vor allem die Aufhängungen waren stark verrostet. Außerdem müssen die Holzjoche in der Laterne repariert werden, an denen die Klangschalen befestigt sind.

Im Januar 2024 sollen die Klangschalen in den Schlossturm zurückkehren. Dann wird der Uhrschlag von Schloss Heidecksburg wieder zu hören sein.

Foto: Laterne des Schlossturms von Schloss Heidecksburg in Rudolstadt mit Klangschalen, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Carolin Schart

Auf dem Oberschloss Kranichfeld wird derzeit gepackt. Die bisherige Dauerausstellung wird ausgeräumt, denn bis 2025 will die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten hier eine neue Präsentation einrichten. 2024 stehen dafür Baumaßnahmen an. Dazu müssen erst einmal alle Exponate weichen. Sicher verpackt, warten sie auf ihren Platz in der neuen Ausstellung.

Im Rahmen ihres Programms SchlösserWelt Digital&Original erarbeitet die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten auf dem Oberschloss Kranich-feld bis 2025 ein neues Vermittlungsangebot mit dem Titel »Sehen lernen – Auf Spurensuche im Oberschloss«. Dazu gehören die Überarbeitung der Dauerausstellung und die Erweiterung der Rundgangsinformationen auf der gesamten Anlage. Die Themenfelder reichen von der frühen Burganlage über den Umbau zum Schloss bis zum heutigen Erscheinungsbild. Zu den Schwerpunkten zählen die mittelalterliche Burg, die Errichtung eines KZ-Außenlagers und die Denkmalpflege früher und heute.

Mit dem Förderprogramm SchlösserWelt Digital&Original richtet die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten Schlaglichter auf ausgewählte Schlösser, Burgen, Parkanlagen und Klöster ihrer insgesamt 31 Kulturdenkmale. Ziel ist die lebendige und zeitgemäße Vermittlung von Bau- und Nutzungsgeschichten. Insgesamt gut 3,7 Millionen Euro stellt die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien für SchlösserWelt Digital&Original bereit.

Abbildungen:
– Schlossverwalter Thomas Schiffer und Florian Weida vom Förderkreis Oberschloss Kranichfeld e. V. bei der Abnahme der Dauerleihgaben des Vereins, Foto: STSG, Linda Tschöpe
– Kuratorin Linda Tschöpe von der STSG verpackt Exponate für die Einlagerung, Foto: STSG, Thomas Schiffer

Im Fürstlich Greizer Park hat die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) die Instandsetzung der Rotunde abgeschlossen. Saniert wurden Dach, Fassade und Innenraum des kleinen Rundbaus nördlich der Orangerie. Die Kosten belaufen sich auf rund 650.000 Euro.

„Witterung und Feuchtigkeit haben über Jahrzehnte am Bauwerk gezehrt“, berichtet Petra Hinreiner, zuständige Baureferentin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. 2022 begann die Sanierung mit der stark geschädigten Dachkonstruktion. Gerade die Dachgauben stellten die Beteiligten vor besondere Herausforderungen: „Die Gauben sind dem Gebäude erst im 19. Jahrhundert hinzugefügt worden. Sie wurden praktisch in die bestehende Dachkonstruktion hineingeschnitten, das brachte statische Probleme und undichte Stellen mit sich, die wir mit denkmalpflegerischer Behutsamkeit ausbessern mussten“, erklärt Hinreiner. Zum Schutz vor Feuchtigkeit wurden der Dachüberstand verbreitert, um die Rotunde eine Spritzschutzzone aus Kies geschaffen und das Umfeld im östlichen Teil neu modelliert. Im Rahmen der Sanierung wurden außen und innen zudem die Naturstein- und Putzflächen restauriert. Der Fußboden und Ausstattungsstücke wie Gedenktafeln und eine Skulptur des Dresdner Künstlers Karl Albiker aus den 1920er Jahren wurden gereinigt. Abschließend wurden auch die angrenzenden Wege- und Rasenflächen erneuert.

Spannende Erkenntnisse brachte die Sanierung auch für die Bauforscher mit sich. Porzellanrotunde, Kapelle, Gedächtnishalle – mehrfach durchlief die über 230 Jahre alte Rotunde Nutzungswandel, die auch baulich ihre Spuren hinterließen. Zunächst war in dem 1787 errichteten Rundbau Porzellan ausgestellt. Wie Spuren an der Dachkonstruktion bestätigten, besaß die Kuppel einst am Scheitelpunkt eine runde Öffnung, ähnlich wie das Pantheon in Rom. Erst 1822 wurde die Kuppel durch einen Aufsatz verschlossen und erhielt Dachgauben zur Belichtung. Damals wurde das Gebäude zur katholischen Kapelle für Fürstin Gasparine umgebaut, die Frau Fürst Heinrichs XIX. Reuß Älterer Linie. Der Zugang zur Rotunde wurde in diesem Zusammenhang vergrößert.

1926 folgte dann die Umgestaltung zur Gedächtnishalle für die Gefallenen des ersten Weltkrieges mit der Skulptur von Karl Albiker im Innenraum. Nach 1945 wurde die Rotunde zur Gedächtnishalle für die Opfer beider Weltkriege umgewidmet.

Abbildungen:

– Frisch aus der Kur: Die Rotunde im Fürstlich Greizer Park, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Anke Pennekamp

– STSG-Baureferentin Petra Hinreiner (Mi) mit den beauftragten Planern Architektin Dr. Anja Löffler (li) und Restaurator Sven Raecke (re), Foto: STSG, Anke Pennekamp

Auf Schloss Heidecksburg in Rudolstadt wird das Dach des Westflügels mit Alublechen provisorisch abgedichtet. Die Höhenarbeiten im Rahmen des Sonderinvestitionsprogramms I (SIP I) der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten werden von einer Spezialfirma mit Kletterausrüstung durchgeführt. Die Sicherungen an der schadhaften Schiefereindeckung sollen verhindern, dass weiter Regen in das Dach eindringt. Bisher musste mit Eimern und Folien Abhilfe geschaffen werden. Auch der Festsaal und die Prunkräume sollen durch diese vorgezogene Maßnahme bis zum Beginn der eigentlichen Dachsanierung vor Feuchtigkeit geschützt werden.

Das Ausmaß der Schäden war bei Voruntersuchungen für die geplante Dachsanierung am Nord- und Westflügel von Schloss Heidecksburg im Rahmen des SIP I festgestellt worden. Die eingesetzten Alubleche verschließen vorübergehend größere Lücken. Bei der geplanten Dachsanierung wird die gesamte Dachhaut am Westflügel mit neuem Schiefer eingedeckt.

Das Sonderinvestitionsprogramm I der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten hat ein Volumen von insgesamt 200 Millionen Euro, mit dem insgesamt 23 Sanierungsprojekte an Kulturdenkmalen in ganz Thüringen umgesetzt werden. Finanziert wird das Programm jeweils zur Hälfte vom Bund und vom Land Thüringen. Auf Schloss Heidecksburg in Rudolstadt werden im Rahmen des Programms drei Einzelprojekte mit einem Gesamtvolumen von 21,7 Millionen Euro umgesetzt.

 

Abbildung: Sicherungen mit Kletterseil am Westflügeldach von Schloss Heidecksburg in Rudolstadt, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Carolin Schart

Die historischen Fenster des Kaisersaals von Schloss Schwarzburg wurden in den vergangenen Wochen auf Vordermann gebracht. Die Flügel der fünf Fenster wurden dafür ausgebaut und in einer Holzwerkstatt in Schwarzburg aufgearbeitet. Dabei erhielten sie einen neuen Farbanstrich. Die Fensterscheiben wurden mit einer neuen UV-Folie beschichtet, um die zahlreichen Kaisergemälde im gleichnamigen Saal zu schützen. Beim Wiedereinbau der Fenster wurde auch der historische Fensterkitt erneuert. Rund 10.000 Euro investierte die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten in die Instandsetzung.

Der Kaisersaal von Schloss Schwarzburg entstand in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Zusammenhang der Erhebung der Grafen von Schwarzburg-Rudolstadt in den Reichsfürstenstand. Seine Ausstattung mit zahlreichen Kaiserporträts verweist auf die altehrwürdige Abstammung der Schwarzburger, zu deren Ahnen mit Günther XXI. kurzzeitig auch ein König gehörte.

Abbildung: Tischler Nico Gebhardt in der Werkstatt mit den Fenster-rahmen aus dem Kaisersaal von Schloss Schwarzburg, Foto: Karl-Heinz Macheleidt

In der Herzoglichen Orangerie Gotha laufen die Herbstarbeiten auf vollen Touren. In den letzten Tagen haben die kälteempfindlichen Kübelpflanzen ihre Winterquartiere im Lorbeerhaus und im Treibhaus bezo-gen. Die Blumenbeete des Orangerieparterres wurden von der Som-merbepflanzung beräumt und in der kommenden Woche setzt das Parkpflegeteam noch 7.000 Blumenzwiebeln für das kommende Frühjahr in die Erde.

Die Exotensammlung der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) im Herzoglichen Park Gotha hat inzwischen die stattliche Zahl von rund 1.000 Kübelpflanzen erreicht, darunter Lorbeer, Zitrus, und Palmen. Um sie zu bewegen, kommen heute Radlader und Hubwagen zum Einsatz – früher mussten die schweren Pflanzen komplett mit Muskelkraft gefahren und getragen werden. Während der Blütezeit der Orangeriekultur im späten 18. Jahrhundert waren es in Gotha rund 3.000 Bäumchen. Nachdem die Sammlung nach dem Zweiten Weltkrieg vollständig aufgegeben worden war, wird sie seit den 1990er Jahren kontinuierlich wieder aufgebaut. Die STSG legt seit der Übernahme der Anlage 2004 ein besonderes Augenmerk auf die Pflanzensammlung nach historischem Vorbild und wird dabei vom Orangerie-Freunde Gotha e.V. mit erfolgreichen Spendenprojekten unterstützt.

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-Einfahren der Orangeriepflanzen ins Lorbeerhaus, Foto: Tino Weiland