Auf der Burg Weißensee haben Archäologen Spuren eines ehemals an die Ringmauer angebauten Gebäudes gefunden. Entdeckt wurden die historischen Bauzeugnisse während der laufenden Bauarbeiten im Rahmen der Ringmauersanierung im Sonderinvestitionsprogramm I (SIP I) der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG).

Beim Freilegen der Innenseite eines Teils der Ringmauer wurden auffällige Öffnungen entdeckt. Die hinzugezogenen Archäologen des Thüringischen Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie dokumentierten daraufhin Werksteine mit Ritzfugen, Balkenlöcher und einen zusätzlichen Maueransatz. Die Spuren deuten auf ein Gebäude der für die Burg Weißensee üblichen Randhausbebauung hin. Außerdem wurde in der Ringmauer noch ein neuzeitlicher Schacht aus dem 19. Jahrhundert entdeckt, der später verfüllt wurde. Unter dem Füllmaterial kam auch ein Gewändestein mit Rundbogenprofil zum Vorschein.

Rund 600 Quadratmeter der Umfassungsmauern der Burg Weißensee werden gerade innen- und außenseitig im Zuge des SIP I auf der Burg Weißensee saniert. Das bis zu sieben Meter hohe und bis zu zwei Meter dicke Mauerwerk umfasst die im Mittelalter errichtete Burganlage. Im Rahmen der Bauarbeiten wird auch ein zweiter Flucht- und Rettungsweg geschaffen, der künftig mehr Besucher bei Veranstaltungen in der Burganlage erlaubt. Dafür wird eine baufällige Treppenanlage aus dem 19. Jahrhundert mit Ausgang zum Burggraben erneuert, bei den Schachtungen dafür kamen die aktuellen Funde ans Licht.

Neben der Ringmauersanierung in einem Abschnitt gehört auch die Sanierung der Turmhaube des Palasturms auf der Burg Weißensee zu den Projekten des SIP I. Für die beiden Projekte stehen im Rahmen des Programms zusammen 3 Millionen Euro zur Verfügung.

Das Sonderinvestitionsprogramm I der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten hat ein Volumen von insgesamt 200 Millionen Euro, mit dem insgesamt 23 Sanierungsprojekte an Kulturdenkmalen in ganz Thüringen umgesetzt werden. Finanziert wird das Programm jeweils zur Hälfte vom Bund und vom Land Thüringen.

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Mauerwerk und Balkenlöcher eines früheren Gebäudes an der Ringmauer der Burg Weißensee, Foto: STSG, Tino Trautmann

Im Fürstlich Greizer Park hat die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) mit der Wiederherstellung des Orangerie-Vorplatzes begonnen. Die Maßnahme steht im Zusammenhang mit dem bereits abgeschlossenen ersten Bauabschnitt der Sanierung des Orangerie-Gebäudes nahe dem Parkeingang.

Rund 600 Quadratmeter wassergebundene Wegedecke werden vor dem östlichen Teil der Orangerie neu hergestellt. Das Eingangstor zum Gebäude erhält eine Rampe, die dem Parkteam den Zugang zum Gebäude auch mit Fahrzeugen ermöglicht. In der Orangerie überwintern unter anderem die kälteempfindlichen großen Kübelpflanzen des Fürstlich Greizer Parks. Westlich wird die Hecken-Eingrenzung des Orangerievorplatzes durch ein neues Tor vervollständigt. Die Bauarbeiten, bei denen unter anderem Radlader, Bagger und Rüttelplatte zum Einsatz kommen, sollen etwa Ende August abgeschlossen sein.

Die Sanierung der Orangerie ist in mehrere Bauabschnitte aufgeteilt. 2022 konnte die STSG den östlichen Gebäudeteil in Nutzung nehmen. Hinter den für Orangerien typischen hohen Fenstern verbirgt sich das Kalthaus für die Kübelpflanzen. 2023 begann der zweite Bauabschnitt mit Schwerpunkt auf dem mittleren Gebäudeteil. In weiteren Schritten sollen ein neues Warmhaus zur Pflanzenanzucht und ein kleineres zweites Kalthaus entstehen.

Abbildung: Wiederherstellungsarbeiten vor der Orangerie im Fürstlich Greizer Park, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Mario Männel

 

Ab der kommenden Woche kann der Marmorbrunnen in der Herzoglichen Orangerie Gotha wieder plätschern. Undichte Fugen am Brunnenbecken hatten den Start in den Sommer etwas verzögert. Nun hat die Stiftung Thüringer Schlösser (STSG) den Schaden beheben lassen. Die Kosten in Höhe von gut 3.000 Euro werden vollständig durch eine Spende des Orangerie-Freunde Gotha e.V. finanziert. Nach einer kurzen Trocknungszeit kann der Brunnen wieder in Betrieb genommen werden.

Der Marmorbrunnen in der Orangerie wurde 1868 anstelle eines alten Sandsteinbeckens aufgestellt. „Hersteller war der Steinmetz und Fabrikant Erhardt Ackermann (1813-1880) aus Weißenstadt“, erläutert Parkverwalter Jens Scheffler von der STSG. „Ackermann gilt als Erfinder des Schleifens und Polierens von Naturstein im industriellen Maßstab mit elektrisch angetriebenen Maschinen.“ Im Brunnen befand sich ursprünglich ein industriell gefertigter Brunnenstock mit Etagen-Schalen aus Zinkguss. Nach Beschädigungen durch Vandalismus wurde die Figur mit den Brunnenschalen 1909 demontiert. Der heutige Brunnenstock aus Metall wurde in den 1970er Jahren vom Kunst-schmied Günter Reichert (1934-2009) aus Friedrichroda geschaffen.

Abbildung: Mitarbeiter des Steinmetzbetriebs Möller beim Abdichten des Brunnenbeckens, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Jens Scheffler

110 Millionen Euro stehen für die Sanierung von Schloss Friedenstein mit einem Förder- und Finanzierungszeitraum bis 2031 zur Verfügung, je zur Hälfte bereitgestellt von Bund und Land. Damit kann die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) große Sanierungsschritte an einem der bedeutendsten Kulturdenkmale Thüringens erreichen. Im Mittelpunkt vieler Maßnahmen steht die Gebäudestatik – dringend notwendig und erstmals seit der Erbauung des Schlosses vor gut 350 Jahren in der Gesamtheit in den Blick genommen. Die Sanierungsmaßnahmen knüpfen an umfangreiche Investitionen der STSG seit Übernahme der Liegenschaft 2004 an – gut 30 Millionen Euro wurden seither in Schloss Friedenstein investiert. Eine neue Ausstellung der STSG in der Alten Münze gewährt einen Blick hinter die Kulissen des komplexen Baugeschehens.

Die Sanierung umfasst mehrere Schwerpunktbereiche: Westflügel mit Teilen des Westturms, Ostturm und Teile des Ostflügels, statische Notsicherungen im Nordflügel und die Erneuerung von Haus- und Sicherheitstechnik. Insgesamt geht es um ein Gebäude mit 21.000 Quadratmetern Geschossfläche und rund 1.000 Fenstern. Im Zusammenhang mit den Planungen wurden 700 Räume inventarisiert und untersucht, davon rund 90 hochkarätige Raumkunstwerke. Bereits saniert sind die 2.100 Quadratmeter des Westflügeldachs mit allein 2.000 laufenden Metern Dachbalken. In Planungen und Bauarbeiten wurden im Förderprojekt bisher 14 Millionen Euro investiert, 2024 kommen rund 6 Millionen Euro hinzu.

Aktuell stehen besonders der Westflügel und der Westturm im Fokus der Sanierungsexperten. Er bildet einen besonderen Schwerpunkt im umfangreichen Sanierungsvorhaben. Die Dachsanierung konnte bereits 2021 abgeschlossen werden, aktuell wird das neue Treppenhaus mit Aufzug, Toiletten und Betriebsräumen ausgebaut. In Vorbereitung ist die Sanierung und Restaurierung der Innenräume des Westflügels. Dort sollen künftig das erste Obergeschoss und Teile des Erdgeschosses zusätzlich für die museale Nutzung durch die Friedenstein Stiftung Gotha zur Verfügung stehen. Zuvor sind nicht nur Arbeiten an den Raumschalen notwendig, sondern vor allem tiefe Eingriffe in die Statik. Eine wichtige Voraussetzung dafür hat die STSG seit Herbst 2023 mit dem Entfernen jüngerer Einbauten und dem Einlagern wertvoller Ausstattungen geschaffen. Die Freilegungen ermöglichen nun die detaillierte Untersuchung und Planung an Decken und Wänden.

„Wir haben es auf Schloss Friedenstein mit einer Mammutaufgabe zu tun, sagt STSG-Direktorin Dr. Doris Fischer. „Das wussten wir von Anfang an, und die Freilegungen und Untersuchungen machen es für jeden sichtbar. Wir haben die Aufgabe und zugleich die Chance, die erste grundlegende Sanierung in der Geschichte des Schlosses umzusetzen und es wieder für lange Zeit fit zu machen. Das braucht Zeit und ist mit Einschränkungen verbunden, aber es lohnt sich, hier mit langem Atem und Energie am Ball zu bleiben. Dann steht am Ende ein Ergebnis, von dem noch viele Generationen profitieren. Wie nachhaltig dieses Vorgehen für das Gebäude und unsere Nutzer ist, zeigt das seit 2004 bereits Geschaffte – für immerhin bereits 30 Millionen Euro.“

„Auf Schloss Friedenstein geht es wirklich um die Substanz“, ergänzt Architektin Silvia Wagner, Leiterin der Bauabteilung der STSG. „Die Schäden an der Konstruktion von Schloss Friedenstein sind immens. Die Ursachen sind Überlastungen und fehlerhafte Umbauten zum Teil seit dem 17. Jahrhundert, aber auch die Folgen von Schwamm und Schädlingsbefall. Schadensschwerpunkte sind die hölzernen Decken und Innenwände, aber auch Pfeiler und Gewölbe. Die Sanierung im Bestand unter Bewahrung von möglichst viel Originalsubstanz auch in der Konstruktion ist an sich schon eine Herausforderung. Im Interesse unserer Nutzer machen wir das ganze bei laufendem Betrieb und versuchen immer, die Einschränkungen zu minimieren. Wesentliche Teile des Schlosses sind während der Bauarbeiten immer nutzbar und geöffnet.“

Baustellen-Ausstellung

Die komplexen Zusammenhänge macht nun die Baustellen-Ausstellung „Elefant Friedenstein“ anschaulich erlebbar. Den Rahmen bietet die Alte Münze im Erdgeschoss des Westflügels. Mittendrin im Baugeschehen erfahren die Besucherinnen und Besucher dort vieles zur Baugeschichte des Schlosses, zur Sanierung und zu den wichtigen Akteuren rund um Schloss Friedenstein. Auch der virtuelle Rundgang der Friedenstein Stiftung Gotha durch die Prunkräume des Westflügels kann hier genutzt werden. Die Ausstellung ist täglich von 10 bis 17 Uhr ohne Eintritt zugänglich (Änderungen aufgrund des Baustellen- und Veranstaltungsbetriebs vorbehalten).

Abbildung:
– Sabine Jeschke, Silvia Wagner und Dr. Doris Fischer (v.l.n.r.) von der STSG Erläutern die Baumaßnahmen auf Schloss Friedenstein, Foto STSG, Anke Pennekamp

Auf Spurensuche durch das seit wenigen Jahren in Teilen wieder zugängliche Hauptgebäude von Schloss Schwarzburg gehen – dazu lädt die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten auch in dieser Saison ein. Die Führungen mit Mitgliedern des Fördervereins Schloss Schwarzburg – Denkort der Demokratie e.V. werden bis Anfang Oktober an Wochenend- und Feiertagen angeboten.

Der Rundgang führt vom nördlichen Bereich der Schlossanlage bis in den Emporen- und den Ahnensaal im Hauptgebäude. Er gibt Einblick in die Geschichte des Schlosses, zu der auch der begonnene Umbau zum Reichsgästehaus unter den Nationalsozialisten gehört. Aber auch der Teilausbau des Hauptgebäudes unter dem Titel „Denkort der Demokratie“ im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) Thüringen wird in den Blick genommen. Buchungen vorab werden empfohlen unter T: 03 67 30 – 39 96 30.

Ganzjährig lädt das Thüringer Landesmuseum Heidecksburg im Zeughaus von Schloss Schwarzburg zum Besuch der Schauwaffensammlung der Grafen und Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt ein. Auch das Kaisersaalgebäude ist ganzjährig zu besichtigen.

 

Termine im Juli

06./07./13./14./20./21./27./28. Juli

jeweils 10, 12, 14 und 16 Uhr

Telefonische Voranmeldung empfohlen (Museumskasse im Torhaus: 03 67 30 – 39 96 30).

 

Abbildung: Emporensaal von Schloss Schwarzburg, Foto: IBA Thüringen, Thomas Müller

Das Sonderinvestitionsprogramm I (SIP I) der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) ist in voller Fahrt. Das erste von 23 Einzelprojekten ist bereits abgeschlossen. Neun Baustellen laufen 2024 parallel. Alle weiteren SIP-Projekte befinden sich im Planungsvorlauf, ein erheblicher Teil davon bereits in den Vorbereitungsphasen der Bauarbeiten. Das SIP I hat ein Volumen von insgesamt 200 Millionen Euro und wird jeweils zur Hälfte vom Bund und vom Land Thüringen finanziert.

In drei Projekten werden die 2023 angelaufenen Bauarbeiten weitergeführt, in weiteren SIP-Projekten sind die ersten Bauarbeiten angelaufen oder starten noch 2024. Während die Fenstersanierung am Westflügel von Schloss Sondershausen bereits abgeschlossen ist, gehen die SIP-Baumaßnahmen auf den beiden Burgruinen Bad Liebenstein und Ehrenstein 2024 in den zweiten Bauabschnitt. Im zweiten Projekt auf Schloss Sondershausen wird nach dem bereits abgeschlossenen Einbau einer neuen Löschwasserzisterne das marode Entwässerungsnetz im Lustgarten erneuert. Und auch auf Schloss Altenstein laufen bereits die SIP-Bauarbeiten: Während im Schloss an den haustechnischen Installationen gearbeitet wird, hat auch am angrenzenden historischen Küchenbau die Sanierung begonnen. Frisch gestartet sind auf der Burg Weißensee die Sanierung der Haube des Palasturms und eines Abschnitts der Ringmauer. Baustart ist 2024 auch an den Stützmauern von Schloss Wilhelmsburg in Schmalkalden, am Torhaus der Burg Ranis und an der Zugangsbrücke von Schloss Bertholdsburg in Schleusingen.

Im Rahmen des SIP I werden rund 40.000 Quadratmeter Geschossfläche in 13 Kulturdenkmalen saniert. Die Dachsanierungen summieren sich auf knapp 12.000 Quadratmeter. Außerdem kommen 5.500 Quadratmeter Natursteinmauerwerk in die Kur. Rund 200 Experten unterschiedlicher Fachdisziplinen sind als beauftragte Planer und Forscher mit den dringend notwendigen Sanierungsmaßnahmen befasst, die in 23 Einzelprojekte aufgeteilt sind. Koordiniert werden die Maßnahmen von Projektteams innerhalb der STSG. Oftmals handelt es sich dabei um die erste konstruktive Gesamtbetrachtung der Baudenkmale seit ihrer Errichtung. Durch die SIP-Einzelprojekte werden vielerorts die Nutzungsbedingungen für Schlossmuseen, Musikschulen, Archive und andere Institutionen verbessert.

Dr. Doris Fischer, Direktorin der STSG, freut sich darüber, dass in den Einzelprojekten zunehmend die Bauarbeiten vor Ort starten: „Es macht Freude, dass wir immer mehr in die fachliche Arbeit und damit in die Ausübung unserer Kompetenzen kommen. Unsere SIP-Teams dabei zu begleiten, wie sie sich für ihre Projekte engagieren, macht die Freude noch größer. Unser Konzept von 23 großen und kleinen Sanierungsprojekten, die zeitlich gestaffelt an den Start gehen können, funktioniert gut, das SIP I schreitet mit großen Schritten voran. Das ist auch der guten Zusammenarbeit mit den Zuwendungsgebern und den prüfenden Behörden zu verdanken.“

Architektin Carola Niklas, SIP-I-Referatsleiterin der STSG, beschreibt die Fortschritte des Programms: „Wir liegen gut im Plan, von den 23 Einzelprojekten sind 13 Genehmigungsbescheide für die Haushaltsunterlagen, wichtige Hürden für alle mit öffentlichen Mitteln geförderten Bauprojekte, bereits erteilt. Während wir in einigen Projekten schon bauen, können wir in anderen Großprojekten die sehr komplexen Planungen mit Sorgfalt vorantreiben. So können wir den Anforderungen der 23 individuell anspruchsvollen Einzelprojekte gerecht werden.“

Nachhaltigkeit im SIP I

Eine wichtige Rolle bei der Planung und der Ausführung der Maßnahmen im SIP I spielt der Aspekt der Nachhaltigkeit. Zwar ist denkmalpflegerisches Handeln schon per se nachhaltig, nicht zuletzt durch den häufigen Einsatz naturnaher Materialien und traditioneller Handwerkstechniken. Aber auch im Hinblick auf Energie gibt es Handlungsmöglichkeiten. Notwendige Haustechnik wird strikt auf Energieeffizienz geprüft, vielfach wird wohl der Umstieg auf alternative Heiztechnologien mit den Maßnahmen verbunden sein. In denkmalverträglichen Einzelfällen wird auch die Einsatzmöglichkeit von Solartechnik untersucht.

Burg Weißensee im SIP I

Auf der Burg Weißensee sind die Bauarbeiten in beiden SIP-Einzelprojekten angelaufen. In knapp 20 Metern Höhe wird die Haube des Palasturms saniert. Seit Jahrzehnten wird der bereits sanierte Turmschaft nur durch eine Noteindeckung geschützt. Im zweiten Projekt wird ein Abschnitt der Ringmauer saniert. Bis zu sieben Meter hoch und zwei Meter dick ist das Mauerwerk der wehrhaften Umfassungsmauern. Rund 600 Quadratmeter Mauerwerk werden an der Ringmauer im SIP I innen und außenseitig saniert.

Zwei Baustellen in einer Liegenschaft stellen Projektleiter Jörg Kirsten von der STSG und sein Team vor Herausforderungen und erfordern besonderes Geschick: „Unsere SIP-Bauarbeiten betreffen zwei Bereiche, die naturgemäß so gebaut sind, dass man nicht gut hinkommt – da wird schon die Logistik zur Herausforderung. Bei beiden Sanierungsprojekten kommt es auf besondere Sorgfalt und traditionelles Handwerk an. Wir sind froh um unser engagiertes Planungsteam und dass wir gute regionale Firmen binden konnten, die mit Leib und Seele dabei sind.“

Bauarbeiten 2024 im SIP I auf einen Blick

Bereits laufende Bauarbeiten
• Burg Weißensee: Ringmauer
• Burg Weißensee: Turmhaube
• Schloss Altenstein
• Schloss Sondershausen: Medienerschließung und Zisterne

2024 startende Bauarbeiten
• Burgruine Bad Liebenstein (2. Bauabschnitt)
• Burgruine Ehrenstein (2. Bauabschnitt)
• Burg Ranis: Vorburg
• Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden: Stütz- und Umfassungsmauern
• Schloss Bertholdsburg in Schleusingen: Schlossbrücke

Bereits abgeschlossen
• Schloss Sondershausen: Fenstersanierung

Abbildung: Carola Niklas und Jörg Kirsten von der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten erläutern die Sanierung der Ringmauer auf Burg Weißensee, Foto: STSG, Anke Pennekamp

Auch wenn das Burgmuseum auf der Wasserburg Kapellendorf derzeit geschlossen ist – das Burggelände mit seinem hochmittelalterlichen Kern und der spätmittelalterlichen Erweiterung ist täglich zu besichtigen, es gibt Führungen und Veranstaltungen. Der Burghof ist montags bis freitags zwischen 8 und 15 Uhr zugänglich, an Wochenenden und Feiertagen von 11 bis 17 Uhr. An jedem ersten Mittwoch im Monat bietet die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten eine öffentliche Führung zur Geschichte der Burganlage an, außerdem können Führungen für Gruppen gebucht werden (schlossverwaltung@wasserburgkapellendorf.de).

Im Burghof gibt es regelmäßig Freizeitangebote, die sich vor allem an Familien richten. So sind jeden Freitagnachmittag kostenfrei Spiele aufgestellt, die auf Nachfrage auch an anderen Tagen ausgeliehen werden können. Der Förderverein für Wasserburg und Kapellendorf e.V. betreibt in den Sommermonaten zu festen Terminen das Burgcafé im Hof. Nächster Termin ist der 23.6. (danach 14.7., 28.7., 11.8. mit Jam Session, 25.8., 8.9., 22.9.).

Die Museumsbereiche in der Kemenate bleiben ab dieser Saison aus baulichen Gründen geschlossen. Es sind Instandsetzungen an Dach und Haustechnik nötig. Zudem werden im Rahmen des Sonderinvestitionsprogramms I der STSG Sanierungsarbeiten am unmittelbar angrenzenden Prinzessinnenbau vorbereitet.

www.wasserburgkapellendorf.de

Abbildung: Schlossverwalterin Alica Bergmann von der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten führt durch die Wasserburg Kapellendorf, Foto: Marco Siebert

 

Auf Schloss Friedenstein tauscht die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten derzeit 18 große Fenster aus. Im Erbprinzengemach im Nordflügel mit der Kunstkammer-Ausstellung der Friedenstein-Stiftung Gotha sind bereits sechs neu gefertigte Fenster aus Eichenholz eingebaut, am kommenden Montag kommen zwölf Fenster im Spiegelsaal hinzu. Rund 220.000 Euro investiert die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten für die Arbeiten.

Die sechsflügeligen Kreuzstockfenster orientieren sich an historischen Befunden und erfüllen zugleich hohe Sicherheits- und Dämmungsansprüche. Es sind traditionelle Verbundfenster mit einer leicht unebenen Verglasung für das historische Erscheinungsbild. Rund 60 Stunden Handarbeit stecken in jedem der knapp drei Meter hohen Fenster, insgesamt haben die Tischler acht Kubikmeter Holz gebraucht.

Schloss Friedenstein verfügt über mehr als 1.000 Fenster, darunter noch einige aus dem 18. Jahrhundert. Diese werden mit großer Sorgfalt erhalten. Die meisten sind jedoch Nadelholzfenster aus dem 20. Jahrhundert und haben das Ende ihrer Haltbarkeit erreicht. Sie werden schrittweise durch Neuanfertigungen aus Eichenholz ersetzt, die dank Langlebigkeit und guter Reparaturfähigkeit besonders nachhaltig sind.

Abbildung: Mitarbeiter der Tischlerei Schmidt aus Olbersleben beim Einbau neuer Fenster im Nordflügel, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Sabine Jeschke

 

Rund um die Erfurter Peterskirche blühen Wiesenblumen. Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) als Eigentümerin der Peterskirche hat die Fläche im vergangenen Jahr angelegt und sieht darin nicht zuletzt einen Beitrag zu Nachhaltigkeit und Artenvielfalt im Stadtraum.

Die Wiesenflächen aus einheimischen Gräsern, Kräutern und Wiesenblumen werden zweimal im Jahr gemäht und müssen nur in Ausnahmefällen gewässert werden. Der Verzicht auf häufigen Rückschnitt wird mit wechselnden Blüten von Frühjahr bis Herbst belohnt. Das kommt auch der Tierwelt zugute, vor allem Insekten und Vögeln.

„Neben der Steigerung der Biodiversität im Stadtraum und der Einsparung einer enormen Menge Wassers geht es uns auch um eine Anpassung an die Bedingungen des Klimawandels“, sagt Gartenreferent Jonathan Simon von der STSG. „Eine Wiese, die sich weitgehend selbst pflegt, das Wasser speichert und auch mal länger mit wenig auskommt, ist da ein sinnvoller Schritt.“

Abbildung: Blühwiese an der Erfurter Peterskirche, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Jonathan Simon

Im Schlosspark Altenstein ist die Sommerbepflanzung abgeschlossen. Mehr als 10.000 Pflanzen hat das Parkteam der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten in den vergangenen drei Wochen in die Erde gebracht. Bepflanzt wurden das Teppichbeet, das Knotenbeet und die Terrasse am Schloss sowie das Rundbeet beim Hofmarschallamt. Bis Anfang Oktober schmücken jetzt Begonien, Dahlien, Pelargonien, Echeverien und viele mehr in kunstvollen Mustern den Innenpark und werden intensiv gepflegt.

Berühmter Hingucker im Schlosspark Altenstein ist das Teppichbeet, das seit mehr als 20 Jahren wieder jährlich nach historischen Vorlagen bepflanzt wird. Seine Muster und Kontraste leben ausschließlich von den unterschiedlichen Blattfarben von Gewächsen wie Alternanthera und Echeverien – Blühpflanzen kommen hier bei der Sommerbepflanzung traditionell nicht zum Einsatz.

Abbildung: Sommerbepflanzung am Teppichbeet im Schlosspark Altenstein, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Toni Kepper