An diesem Donnerstag um 18 Uhr spricht in der Erfurter Peterskirche Dr. Georg Peter Karn unter dem Titel „Eine schwierige Liaison“ über die Kombination Klöster und Festungen in im Kurfürstentum Mainz. Der Vortrag ist Teil einer Reihe, mit der die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten ihre Ausstellung „Paradiesgärten – Gartenparadiese“ in dem zur BUGA teilrestaurierten Sakralbau begleitet.

Karn, tätig in der Landesdenkmalpflege Rheinland-Pfalz, gibt Einblicke in seine Forschungsergebnisse zur Verbindung von Klosterarchitektur und Militärbauten. Er  zeigt, dass die eigentümliche Erfurter Verbindung einer altehrwürdigen Klosteranlage mit raumgreifenden modernen Verteidigungsanlagen der Frühen Neuzeit kein Einzelfall war. Der Erfurter Petersberg ist ein besonders prominentes Beispiel dafür, wie die Mainzer Erzbischöfe auch ihren weltlichen Herrschaftsanspruch zu untermauern wussten.

Die Peterskirche liegt im BUGA-Areal des Petersbergs. Für den Zugang wird deshalb ein gültiges BUGA-Ticket benötigt. Notwendig sind außerdem entsprechend den aktuell geltenden Regeln der Nachweis eines Corona-Tests, einer Genesung oder einer vollständigen Impfung, die mindestens 14 Tage zurückliegen muss. Außerdem werden Kontaktdaten erfasst. Die Teilnehmerzahl ist auf 60 Personen begrenzt. Der Zugang erfolgt an der Nordseite, gegenüber der Defensionskaserne.

Dr. Georg Peter Karn (Mainz): Eine schwierige Liaison. Klöster und Festungen in Kurmainz
Donnerstag, 17. Juni, 18 Uhr, Erfurt, Peterskirche

www.thueringerschloesser.de/museum-paradiesgaerten/

 

Abbildung: Peterskirche und Defensionskaserne, Foto: Thüringer Staatskanzlei, Jacob Schröter

Mit interessanten Einblicken in die Geschichte der Wasserversorgung auf dem Petersberg startet an diesem Donnerstag eine Vortragsreihe in der Erfurter Peterskirche. Die Reihe begleitet die Ausstellung „Paradiesgärten – Gartenparadiese“, mit der die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten zur BUGA in dem teilrestaurierten romanischen Sakralbau aufwartet.

Zum Auftakt am 10. Juni um 18 Uhr spricht Dr.-Ing. Dietmar Schmidt zum Thema „Der Peterborn und die Wasserversorgung von Kloster und Zitadelle auf dem Erfurter Petersberg“. Der Erfurter Ingenieur gibt Einblick in einen oft übersehenen Aspekt der historischen Infrastruktur – die historische Wasserversorgung. Das Peterskloster und später die Zitadelle wurden vom Jahrhundertelang vom einige Kilometer entfernten Peterborn über Rohrleitungen mit Trinkwasser versorgt. Der im Mittel-alter angelegte Born ist bis heute erhalten und wird genutzt.

Am 17. Juni folgt Dr. Georg Peter Karn von der Landesdenkmalpflege Rheinland-Pfalz mit dem Thema „Eine schwierige Liaison. Klöster und Festungen in Kurmainz“. Er  zeigt, dass die eigentümliche Erfurter Verbindung einer altehrwürdigen Klosteranlage mit raumgreifenden modernen Verteidigungsanlagen der Frühen Neuzeit kein Einzelfall ist.

Die Peterskirche liegt im BUGA-Areal des Petersbergs. Für den Zugang wird deshalb ein BUGA-Ticket benötigt. Notwendig sind außerdem entsprechend den aktuell geltenden Regeln der Nachweis eines Corona-Tests, einer Genesung oder einer vollständigen Impfung, die mindestens 14 Tage zurückliegen muss. Außerdem werden Kontaktdaten erfasst. Die Teilnehmerzahl ist auf 60 Personen begrenzt. Der Zugang erfolgt an der Nordseite, gegenüber der Defensionskaserne.

 

www.thueringerschloesser.de/museum-paradiesgaerten/

 

Am Freitag dieser Woche startet das Museum im Weimarer Kirms-Krackow-Haus mit Corona-Verspätung in die Saison. Neben der Dauerpräsentation historischer bürgerlicher Wohnräume gibt es dort die Sonderausstellung „Exotische Inspiration. Gesellige Teekultur in Weimar um 1800“ zu sehen. Auch das Café „La Tarte“ hat den Betrieb wieder aufgenommen. Führungen können zu öffentlichen Terminen genutzt oder individuell gebucht werden.

Die Ausstellung zur Teekultur zeichnet nach, wie der Tee nach Europa kam, wie er sich auf dem Kontinent verbreitete und schließlich zur Standesbarrieren überwindenden Mode wurde. Im Mittelpunkt steht das Phänomen der Teegesellschaften im Weimar der Goethezeit. Porzellan und andere Tee-Utensilien zeigen die besondere Wertschätzung für das anregende Getränk. Die von Dr. Jens Riederer kuratierte Ausstellung ist eine Kooperation der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten mit der Klassik Stiftung Weimar, die in Schloss Belvedere anhand der dort gezeigten Porzellane die höfischen Aspekte der Teekultur in den Vordergrund stellt. Für den Besuch beider Ausstellungsteile gibt es ein Kombiticket. Ein Begleitbüchlein kann vor Ort und im Onlineshop unter www.thueringerschloesser.de erworben werden.

Öffentliche Führungen finden freitags 16 Uhr („Im Reich des Blumisten. Kostüm(ent)führung in die Gartenzeit um 1800“)  und sonntags 11 Uhr („Auf eine Tasse Tee im Hause Kirms“) statt.  Preis jeweils 7,50 Euro pro Person. Zum Abschluss gibt es eine Tasse Tee bzw. ein Glas Secco „Gartenliebe“ im Cafe „La Tarte“. Dort können auch Tickets reserviert und erworben werden (0 36 43-2 17 63 10). Die zulässige Personenzahl für den Zugang zum Museum und die Führungen ist coronabedingt beschränkt, Kontaktdaten werden erfasst.

 

Saison bis 31. Oktober
Fr 14-17 Uhr, Sa/So und Feiertage 11-17 Uhr

www.kirms-krackow-haus.de

 

Am 10. Juni beginnt auf den Dornburger Schlössern die Museumssaison. Mit coronabedingter Verzögerung öffnen die Rundgänge durch das Renaissance- und das Rokokoschloss. Im Renaissanceschloss wartet bereits die fertige Sonderausstellung „Hofgärtner Sckell und die Dornburger Schlossgärten“ auf Besucher. Auch öffentliche und individuell buchbare Führungen sind wieder im Angebot.

Bereits seit einigen Wochen erfreuen sich die Dornburger Schlossgärten als BUGA-Außenstandort großer Beliebtheit als Ausflugsziel. Nun können auch die Schlösser selbst mit Goethes Bergstube im Renaissanceschloss sowie dem Festsaal, dem Speisesaal und den Appartements im Rokokoschloss wieder besichtigt werden. Mit der aktuellen Sonderaus-stellung erinnert die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten an Hof-gärtner Sckell, der einer bekannten Gärtnerdynastie entstammte, die Gärten jahrzehntelang gestaltete und prägte und 1828 für einige Wochen Goethe in Dornburg bewirtete.

Auch das benachbarte Bauhaus-Werkstatt-Museum, eine Dependence des Keramik-Museums Bürgel, öffnet wieder. Schlösser und historische Bauhaus-Werkstatt können mit einem Kombiticket besucht werden.

Öffentliche Führungen durch die Schlossanlage finden sonntags um 14.30  Uhr statt – im Juni und Juli passend zu Rosenblüte und BUGA-Saison mit dem Thema „Paradiesische Vielfalt. Ein Spaziergang  durch die Dornburger Schlossgärten“. Die zulässige Personenzahl ist beschränkt. Reservierungen sind möglich unter 036427/215135. Beim Museumsbesuch und der Teilnahme an Führungen werden Kontaktdaten erfasst.

Saison bis 31. Oktober
Täglich außer Mi 10-17 Uhr

www.dornburg-schloesser.de

Am Orangeriegebäude im Fürstlich Greizer Park ist ein erster Abschnitt der umfassenden Sanierung im Rohbau abgeschlossen. Nach dem Abbau des Gerüsts ist dort nun die wiederhergestellte Fassadenstruktur mit hohen Fensterbändern sichtbar. Im Inneren ist ein großer Saal zurückgewonnen, der künftig als Kalthaus und Veranstaltungsraum genutzt werden soll.

Begonnen wurde mit den auf mehrere Jahre angelegten Arbeiten im östlichen Teil des Gebäudes. Wesentlich waren zunächst die Sanierung des maroden Daches und der Baukonstruktion. Zudem konnten die durch viele jüngere Umbauten verlorengegangene Raumstruktur und das ursprüngliche Fassadenbild hergestellt werden. Der Bereich präsentiert sich nun wieder mit den für eine Orangerie charakteristischen hohen Fensterbändern. Sie lassen ausreichend Licht in den dahinter gelegenen großen Saal, das künftige Kalthaus. Dort werden nach vollständiger Fertigstellung frostempfindliche Exoten wie Lorbeer- und Zitrusbäumchen überwintert. Im Sommer soll der großzügige mit einer Empore versehene Raum für Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Installationen für Heizung, Stromversorgung und Wasser sind nun an der Reihe.

In den nächsten Schritten wird die Baustelle zunächst nach Westen erweitert. Die Wiederherstellung der Orangeriefassade wird fortgesetzt, einen weiteren Schwerpunkt bildet der Innenausbau. Neben Räumen für die Pflanzen finden auch Arbeits- und Aufenthaltsräume für das Gartenteam Platz. Zum Abschluss sind der Neubau eines Warmhauses zur Pflanzenanzucht und der Fassadenputz vorgesehen. Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten strebt eine Fertigstellung 2025 an.

Die bei der Sanierung zu bewältigenden Probleme haben ihre Ursprünge in einer bewegten Baugeschichte und reichen bis zu gravierenden Hochwasserschäden im Jahr 2013. An dem 1779 errichteten Bau kam es schon nach wenigen Jahrzehnten zu ersten Umbauten. Teile des Gebäudes wurden ab 1800 zum Bau-Depot und ab 1835 zu einem Theater umfunktioniert. Im 20. Jahrhundert entstanden Wohnungen in den Obergeschossen, im Erdgeschoss Arbeits- und Aufenthaltsräume für die Gärtner. Durch diese und weitere Umbauten im 20. Jahrhundert ging der Orangeriecharakter schrittweise vollständig verloren. Beim Hochwasser 2013, unter dem der damals frisch restaurierte Park schwer zu leiden hatte, stand auch das Orangeriegebäude tief im Wasser. Die damit dringlich gewordene Sanierung wird zum Teil mit Bundesmitteln zur Behebung von Hochwasserschäden gefördert. Die Gesamtmaßnahme ist kalkuliert auf rund 7 Millionen Euro. Davon sind bislang 2,3 Millionen Euro investiert.

Abbildungen:

– Petra Hinreiner, Baureferentin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, und Michael Schmidt, Parkverwalter des Fürstlich Greizer Parks, vor dem fertiggestellten Rohbauabschnitt, Foto: STSG, Franz Nagel

– Innenraum des künftigen Kalthauses, Foto: STSG, Franz Nagel

Auf Schloss Heidecksburg sieht die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten gemeinsam mit ihren Partnern in den nächsten Tagen Öffnungen und ersten Veranstaltungen entgegen. Das ermöglichen die derzeit sinkenden Infektionszahlen. Ab Freitag ist der Schlossgarten wieder bis in die Abendstunden zugänglich, auch das Schlossrestaurant „Das Günthers“ kann nach mehreren Monaten wieder Gäste begrüßen. Das Theater Rudolstadt beginnt mit seinem Programm auf der Mittleren Terrasse. Ab dem 9. Juni öffnet das Thüringer Landesmuseum Heidecksburg seine Türen.

Abendliches Flanieren in der Schlossanlage und auf den Gartenterrassen ist nun wieder bis 22 Uhr möglich. Das Restaurant „Das Günthers“ auf der Unteren Terrasse lädt mittwochs bis samstags von 11.30 Uhr bis 21.30 Uhr und sonntags von 11.30 Uhr bis 17 Uhr ein, Montag und Dienstag sind Ruhetage. Am 4. und 5. Juni um 19.30 Uhr sowie am 6. Juni um 16 Uhr präsentieren die Thüringer Symphoniker auf der Mittleren Terrasse ihre „Evergreens im Grünen“, ein buntes Potpourri mit Walzern und Märschen, dargeboten von den Holz- und Blechbläsern. Die Konzerte sind der Auftakt zum opulenten Sommerspielplan des Theaters Rudolstadt.

Wenn am Mittwoch das Thüringer Landesmuseum Heidecksburg öffnet, sind dort neben den umfangreichen Dauerausstellungen und Festräumen noch die laufenden Sonderausstellungen „Von A. Dürer bis Z. Katze. Wunderkammer Heidecksburg“ (bis 29. August) und „Johann Friedrich von Schwarzburg-Rudolstadt. Zum 300. Geburtstag (1721-2021)“ (bis 27. Juni) zu sehen.

 

Abbildung: Schloss Heidecksburg aus der Luft, Foto: Schatzkammer Thüringen, Marcus Glahn

Der für den 3. Juni in der Erfurter Peterskirche geplante Vortrag „Mittelalterliche Sonnenuhren an der Peterskirche und um Erfurt“ von Dipl.-Ing. Karsten Grobe muss coronabedingt abgesagt werden. Er war im Rahmen der Vortragsreihe „Erfurter Peterskloster und Thüringer Gartenparadiese“ vorgesehen, die die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten begleitend zur Ausstellung „Paradiesgärten – Gartenparadiese“ aufgelegt hat. Die weiteren Vorträge der Reihe sollen stattfinden, wenn die Pandemiebestimmungen dies zulassen.

Termine aktuell

 Vortragsreihe „Erfurter Peterskloster und Thüringer Gartenparadie-se“

Veranstalter: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten

jeweils donnerstags 18 Uhr, Klosterkirche St. Peter und Paul

Zutritt nur mit BUGA-Ticket

Änderungen und coronabedingte Ausfälle vorbehalten.

 

 

  1. Juni 2021

Der Peterborn und die Wasserversorgung von Kloster und Zitadelle auf dem Erfurter Petersberg (Dr.-Ing. Dietmar Schmidt)

 

  1. Juni 2021

Eine schwierige Liaison. Klöster und Festungen in Kurmainz (Dr. Georg Peter Karn)

 

  1. Juni 2021

Gartenkünstler in Thüringen (Dipl.-Ing. Dietger Hagner)

 

  1. Juli 2021

Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen an der Peterskirche im Vorfeld der BUGA 2021 (Dipl.-Ing. Arch. Silvia Wagner, Dipl.-Rest. Stephan Scheidemann, Dipl.-Ing. Arch. Frank Spangenberg)

 

  1. Juli 2021

Gartendenkmalpflege bei der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (Dipl.-Ing. Dietger Hagner)

 

  1. August 2021

Der Petersberg in Erfurt – 750 Jahre Stätte klösterlichen Lebens

(Prof. em. Dr. Mathias Werner)

 

  1. September 2021

Die Erfurter Peterskirche – eine Königskirche?

(Dr. Rainer Müller, Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie)

 

  1. September 2021

Baugestalt und Ausstattung des Erfurter Petersklosters im Mittelalter. Neueste Forschungsergebnisse

(Tim Erthel M.A.)

Auf Schloss Schwarzburg rückt das Hauptgebäude seiner Nutzbarkeit ein Stück näher. Derzeit erhält das Bauwerk einen Fluchtweg mit historischen Bezügen. Eine Stahlbrücke ermöglicht nun den Übergang zum Schlossturm. Damit wird auch eine bauliche Lücke optisch geschlossen, die seit 1940 die beiden ursprünglich verbundenen Gebäudeteile trennt. Mitte Juli sollen die beiden sanierten Säle im Hauptgebäude als Denkort der Demokratie eröffnet werden.

Stück für Stück hebt dieser Tage ein Kran die vormontierten Teile an ihren Platz. Im Vorfeld waren die Brückenauflager eingebaut worden, die der Brücke sicheren Halt geben. Die Stahlträgerkonstruktion ist mit einem dezenten Geländer aus Metallgeflecht versehen und bietet einen sicheren Weg vom zweiten Obergeschoss zum Turm.

Schloss Schwarzburg, Schlossturm mit Fluchtweg, Foto: STSG, F. Nagel

Vorrangig erfüllt die Stahlbrücke einen praktischen und bauordnungsrechtlichen Zweck. Damit bald erste Räume im Hauptgebäude für Veranstaltungen genutzt werden können, musste ein zweiter Fluchtweg geschaffen werden. Zwar bietet das neue massive Treppenhaus im wiederhergestellten Nordabschluss des Gebäudes einen normgerechten Zugang, im Brandfall muss aber die Flucht über einen gesonderten Weg möglich sein. Das ist mit der Brücke und der wiederhergestellten Treppe im Schlossturm nun gegeben.

Die Stahlbrücke ist aber nicht zufällig platziert. An ihrer Stelle stand ein Teil der Fassade der barocken Schlosskirche. Bei den Abrissarbeiten am Schloss 1940 blieb nur der zuvor in die Fassade eingebundene Turm stehen. Auch dessen witterungsmarode Substanz konnte in den vergangenen Jahren saniert werden. Nun ist er wieder stabil genug, um als Fluchtweg zu dienen – und er ist als wichtiges historisches Herrschaftssymbol innerhalb des Schlossareals gesichert.

Mit dem Fluchtweg ist eine wesentliche Voraussetzung für die Nutzung erster Innenräume des Hauptgebäudes erfüllt. Sie sollen Mitte Juli als Denkort der Demokratie der Öffentlichkeit präsentiert werden. Bereits in den vergangenen Jahren war der Sanierungsbereich als Schaubaustelle mit Audiowalk-Führungen zugänglich. Dieses Angebot soll es auch in diesem Sommer wieder geben.

Abbildung: Schloss Schwarzburg, Schlosshauptgebäude und Schlossturm mit Brückenverbindung für den Fluchtweg, Foto: STSG, F. Nagel

Das von Bund und Freistaat Thüringen geförderte Sonderinvestitionsprogramm (SIP I) zur Sanierung zahlreicher landesgeschichtlich bedeutender Monumente steht kurz vor dem Start. Zuletzt hat der Stiftungsrat der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten dem dafür geschnürten Maßnahmenpaket zugestimmt, das der Freistaat kofinanziert. Nun laufen die abschließenden Abstimmungen mit dem Bund. Sobald alles festgezurrt ist, soll in Kürze die Verwaltungsvereinbarung zur Finanzierung des Programms zwischen beiden Fördergebern geschlossen wer-den. Sie ist Voraussetzung für den Investitionsmarathon.

Der Zeitrahmen für das Programm ist sportlich. 200 Millionen Euro sollen bis 2028 in sensible historische Substanz investiert werden. Ende November 2020 hatte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages beschlossen, binnen sieben Jahren 100 Millionen Euro für die Sanierung von Schlössern und anderen bedeutenden Kulturdenkmalen bereitzustellen – bei Mitfinanzierung durch das Land in gleicher Höhe. Förderempfängerin und Bauherrin ist die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, die ihre Planungen in enger Abstimmung mit den Museen und anderen Nutzern erstellen wird.

„Bei aller gebotenen Eile erfordert ein solches Programm gründliche Vorbereitung, damit die Fördermittel dorthin fließen, wo sie besonders dringend gebraucht werden“, sagt Dr. Doris Fischer, Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. „Das ist ein fachlicher Abwägungsprozess, bei dem drei Faktoren im Vordergrund stehen: der Erhalt historischer Substanz, das Ermöglichen von denkmalgerechten Nutzungen – und die zügige Umsetzbarkeit.“

Nicht weniger anspruchsvoll sind die politischen und administrativen Voraussetzungen. Kulturminister Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff: „Das Sonderinvestitionsprogramm ist eine einmalige Chance für unser kulturelles Erbe in Thüringen. Die Mitfinanzierung zu stemmen, ist gleichwohl ein echter Kraftakt für das Land. Mit der Finanzierungsvereinbarung werden wir das verlässlich sicherstellen und Planungssicherheit für die gesamte Förderperiode schaffen.“

Parallel werden derzeit noch die Details für die Förderabläufe geklärt. Handhabbare Projektzuschnitte und anspruchsvolle Zielsetzungen sind mit Förderrichtlinien in Einklang zu bringen. In wenigen Wochen wollen Minister Hoff und Direktorin Fischer konkret werden und die Einzelheiten des Programms vorstellen. Die Vorbereitungen zur Gewinnung von Projektpersonal sind bereits in Gang. Das ist erforderlich, damit Planungen und Bauarbeiten starten können.

Abbildung: Schloss Heidecksburg in Rudolstadt, Sitz der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Foto: Schatzkammer Thüringen, Marcus Glahn

Schloss Altenstein in Bad Liebenstein hat ein kunstvolles historisches Detail zurück – die Außenlaterne an der Südostecke ist restauriert. Sie war nach dem Schlossbrand von 1982 geborgen worden. Mithilfe von Spenden konnte die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten sie nun wieder zum Leuchten bringen.

Die Laterne gehört zu den Ausstattungsstücken des Schlosses, die im Original erhalten sind. 1982 hatte ein Brand die Innenausstattung fast komplett vernichtet und auch außen schwere Verluste nach sich gezogen. Aus der Brandruine geborgen werden konnten hauptsächlich Fragmente. Die Außenlaterne war fast unversehrt und überdauerte die vergangenen Jahrzehnte in einem Depot. Für rund 2.000 Euro nahm nun ein Metallrestaurator das Stück samt Wandbefestigung in die Kur, dann konnte es an der fertig restaurierten Schlossfassade wieder montiert werden. Spender aus der Region trugen insgesamt gut 300 Euro bei.

Das Alter der Laterne lässt sich ganz genau bestimmen. Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen ließ sie 1890 ankaufen, als sich der Umbau des Schlosses im Renaissancestil dem Ende näherte. Die Laterne gehörte zu den Ausstattungsgegenständen, die er nicht nach eigenen Ideen oder den Entwürfen seiner Architekten anfertigen ließ, sondern nach Katalog orderte – in diesem Fall von der Kunstschlosserei Reinhold Kirsch aus München. Das Design ist typisch für die Epoche des Historismus: Kunstvolle schmiedeeisende Verzierungen rahmen Butzenscheiben aus farbigem Kristall, die ein gedämpftes Licht auf die wiederhergestellte Schlossterrasse werfen.

Abbildungen:

– Parkverwalter Toni Kepper und Metallrestaurator Arno Schmidtchen montieren die restaurierte Laterne, Foto: Jana Birken

– Leuchtende Laterne an der Südostecke von Schloss Altenstein, Foto: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Susanne Rakowski